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Costa Rica - Geschichte - Chronik
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Beitrag Costa Rica - Geschichte - Chronik 
Republik Costa Rica
Chronik

Um 5500 v. Chr.
Im Gebiet des heutigen Costa Rica leben verschiedene Volksstämme (Nachkommen einer mongoloiden Rasse, die ab etwa 40.000 v. Chr. über eine damals bestehende Landbrücke von Nordostasien [Sibirien] nach Nordamerika [Alaska] gekommen und im Laufe der Jahrtausende immer weiter nach Süden vorgedrungen war), die zunächst ausschließlich als Jäger und Sammler leben und ab etwa 1500 v. Chr. z.T. auch Ackerbau betreiben.

1502 bis1504
Nachdem Christoph Kolumbus während seiner dritten „Westindien“-Reise (1498 bis 1500) nahe der Orinoco-Mündung erstmals den Norden Südamerikas betreten hatte, erkundet er nun nahezu die gesamte Ostküste Mittelamerikas, immer noch fest in dem Glauben, Hinterindien bzw. Ostasien auf der Westroute gefunden zu haben (daher die Bezeichnung „Indios“ bzw. „Indians“ für die Ureinwohner Amerikas).

1519
Der Spanier Pedrarias Dávila erkundet das Innere Costa Ricas (Kolumbus hatte an der Küste Indianer mit Gold angetroffen und nannte die Region deshalb „Reiche Küste“).

Ab 1522
In Costa Rica lassen sich die ersten spanischen Einwanderer nieder.

1563
Der Spanier Conronado gründet die Stadt Cartago (bis 1823 Hauptstadt).

1565
Nach der endgültigen Eroberung durch die Spanier wird Costa Rica Provinz des Generalkapitanats Guatemala. Die Indiobevölkerung ist inzwischen auf rund 18.000 dezimiert.

Um 1700
Die Indianer Costa Ricas sind nahezu ausgerottet.

1723
Das inzwischen zu einer wohlhabenden Stadt gewordene Cartago wird durch einen Ausbruch des 3.432 Meter hohen (noch heute aktiven) Vulkans Irazú nahezu völlig zerstört, jedoch sofort wieder aufgebaut. (Bis heute wurde Cartago insgesamt sechsmal von Vulkanausbrüchen zerstört und wiederholt von Erdbeben und Brandkatastrophen heimgesucht, jedoch immer wieder augebaut, zuletzt nach einem verheerenden Erdbeben im Jahre 1910.)

Ab 1805
In Costa Rica beginnen die Besitzer kleinerer Goldbergwerke mit dem Anbau von Kaffee.

15. September 1821
Guatemala und somit auch Costa Rica werden von Spanien unabhängig und schließen sich dem Kaiserreich Mexiko an.

Juli 1823
Nachdem sich 17 der 18 Provinzen Guatemalas wieder von Mexiko gelöst haben, wird Costa Rica Teil der Zentralamerikanischen Föderation. San José löst Cartago, das von zahlreichen Erdbeben oftmals zerstört, jedoch immer wieder augebaut worden war, als Hauptstadt Costa Ricas ab.

1826
Innerhalb der Zentralamerikanischen Föderation bricht der Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen aus.

1835
Braulio Carillo wird Präsident von Costa Rica; er trägt mit der Verteilung von Land und der Einführung des kommerziellen Kaffeeanbaus zum Wohlstand der Republik bei.

1836
Costa Rica führt Krieg gegen Nicaragua, das die Provinz Guanacaste annektieren will.

14. November 1838
Costa Rica tritt aus der Zentralamerikanischen Konföderation aus.

1841
Die Konföderation der Vereinigten Staaten von Zentralamerika bricht endgültig auseinander und löst sich in die selbständigen Staaten Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Honduras auf.

1843
In San José wird die erste Universität Costa Ricas gegründet. (Heute besitzt das kleine Land - es ist nur etwas größer als die Schweiz - insgesamt vier Hochschulen.)

1848
Die de facto schon seit 1841 bestehende Republik Costa Rica (zum Staatsgebiet gehört auch die 500 Kilometer südöstlich im Pazifik gelegene, knapp 30 Quadratkilometer große, unbewohnte Isla del Coco/Kokosinsel) wird durch eine entsprechende Proklamation formal bestätigt. Es folgen ein halbes Jahrhundert innenpolitischer Unruhen sowie ständige Grenzkonflikte mit den Nachbarstaaten.

Ab 1850
Durch den beginnenden Kaffeeexport nach Europa wird Costa Rica an den Weltmarkt angeschlossen.

1867
An der Stelle, wo einst Christoph Kolumbus an Land ging, wird die Hafenstadt Puerto Limón gegründet (heute rund 70.000 Einwohner).

Ab 1871
Das derzeit unter der Herrschaft von General Tomás Guardia (1870-82) stehende Costa Rica wird von der US-amerikanischen United Fruit Company zum Anbau von Bananen gezwungen; dies hat die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA und eine radikale Abholzung des Regenwaldes zur Folge.

1886
In Costa Rica wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

8. Mai 1940
Der Gründer der Nationalrepublikanischen Partei (PRN), Rafael Calderón Guardia, erringt die Regierungsgewalt in Costa Rica. Er führt eine Reihe von sozialen Reformen durch.

8. Mai 1944
Picado Michalski wird neuer Staatschef Costa Ricas und setzt die Reformpolitik seines Vorgängers fort.

1946
In Costa Rica wird das Sozialversicherungssystem eingeführt. (Heute existiert in Costa Rica eine umfassende soziale Sicherung für alle Arbeitnehmer und ihre Angehörigen.)

1948
Der Versuch einer Wahlmanipulation durch die regierende Republikanische Partei unter Rafael Angel Calderón Guardia führt zu einem sechswöchigen Bürgerkrieg, der rund 3.000 Menschenleben fordert und mit dem Sieg der oppositionellen sozialdemokratischen Partido de Liberación Nacional (PLN) unter José Figueres Ferrer endet. Dieser sorgt für die Auflösung der Armee. Seither ist Costa Rica eines der wenigen Länder der Erde, das keine Streitkräfte besitzt. Eine ca. 2.000 Mann starke Polizeitruppe sorgt für die innere Ordnung.

7. November 1949
Costa Rica erhält eine neue Verfassung, die das Land zur präsidialen Republik macht, d.h. der vom Volk direkt gewählte Präsident Otilio Ulate Blanco (PLN) ist zugleich Regierungschef.

7. Juni 1953
Nach Wahlen wird der Führer der National-Liberalen Partei (PLN), José Figueres Ferrer, Staats- und Regierungschef von Costa Rica. Er bemüht sich vor allem um den wirtschaftlichen Anschluß an die westlichen Industriestaaten.

1954
In Costa Rica werden Schulen und Krankenhäuser verstaatlicht.

1955
Es kommt zu Grenzkonflikten zwischen Costa Rica und Nicaragua.

8. Mai 1958
Mario Echandí Jiménez von der konservativen Partido Unido (PUN) wird mit knapper Mehrheit neuer Staats- und Regierungschef von Costa Rica.

8. Mai 1962
Francisco Orlich Bolmarich (PLN) wird neues Staatsoberhaupt von Costa Rica.

1963
Costa Rica tritt dem Zentralamerikanischen Gemeinsamen Markt (MCCA) bei. Die Industrialisierung des Landes schreitet voran.

8. Mai 1966
José Joaquin Trejos Fernández (PUN) wird neues Staatsoberhaupt von Costa Rica.

8. Mai 1970
José Figueres Ferrer (PLN) wird erneut Staatsoberhaupt von Costa Rica.

8. Mai 1974
Daniel Oduber Quiros (PLN) wird neues Staatsoberhaupt von Costa Rica. (Eine Wiederwahl des Präsidenten ist nach einer Verfassungsänderung nun nicht mehr möglich.)

1975
Costa Rica nimmt die 1964 abgebrochenen Handelsbeziehungen zu Kuba wieder auf.

8. Mai 1978
Rodrigo Carazo Odio (PUN) wird neues Staatsoberhaupt von Costa Rica.

1979
Es kommt wiederholt zu Grenzkonflikten mit Nicaragua. Antisandinistische Contras operieren – von den USA unterstützt – u.a. von Costa Rica aus. Wegen des Bürgerkrieges in Nicaragua müssen viele Waren von weither importiert werden; ein weiteres Problem ist der Flüchtlingsstrom aus Nicaragua.

8. Mai 1982
Luis Alberto Monge Alvarez (Partido Liberación Nacional, PLN) wird Präsident.

Mit dem Ziel, die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit zu stärken, gründet Costa Rica gemeinsam mit El Salvador und Honduras die „Demokratische Gemeinschaft Zentralamerikas“.

17. November 1983
Präsident Luis Alberto Monge Alvarez proklamiert Costa Ricas immerwährende Neutralität.

8. Mai 1986
Der Sozialdemokrat Oscar Arias Sánchez (PLN) wird neuer Präsident Costa Ricas. Er bemüht sich um die Reform wirtschaftlicher Strukturen, die Bekämpfung der um sich greifenden Korruption und die Gleichstellung der Frau sowie um die Beilegung des Mittelamerikakonfliktes. Aufgrund der sinkenden Weltmarktpreise für Kaffee, Bananen und andere Agrarprodukte gerät Costa Ricas Wirtschaft allerdings in Bedrängnis, und das Land muß hohe internationale Kredite in Anspruch nehmen.

10. Dezember 1987
Präsident Oscar Arias Sánchez erhält für seinen Einsatz zur Befriedung Mittelamerikas den Friedensnobelpreis.

8. Mai 1990
Rafael Angel Calderón Fournier (Sohn des einstigen Staatsoberhauptes Rafael Angel Calderón Guardia) von der Christlich-Sozialen Einheitspartei (Partido Unidad Social Cristiana/PUSC) wird zum Staats- und Regierungschef Costa Ricas gewählt. Durch seine Wirtschaftspolitik, die den Schuldenberg des Landes verkleinern soll, kommt es u.a. zu erheblichen Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln, wodurch sich die Lebensverhältnisse für den Großteil der Bevölkerung drastisch verschlechtern.

1991
Ein schweres Erdbeben (Costa Rica ist extrem erdbebengefährdet) richtet im ganzen Land schwere Schäden an und fordert zahlreiche Todesopfer.

8. Mai 1994
Der Sozialdemokrat José María Figueres Olsen (Sohn des einstigen Staatsoberhauptes José Figueres Ferrer) von der Partido de Liberación (PLN) wird Staats- und Regierungschef Costa Ricas. Auch er führt die konsequente Sparpolitik seines Vorgängers fort, bemüht sich jedoch, soziale Härten zu mildern.

1996
Trotz Wiederaufforstung und Waldschutzgesetzen wird es im Jahre 2010 in Costa Rica wahrscheinlich kaum noch Wald geben. Hauptursache ist die Ausdehnung der Bananenplantagen; aber auch der Anstieg der Bevölkerung führt zu Rodungen.

1. Januar 1996
Eine Schweizerin und eine Deutsche werden entführt und in den Urwald Costa Ricas verschleppt. Wenig später fordern die Kidnapper, die sich als „Commando Viviana Gallardo“ bezeichnen, eine Million US-Dollar Lösegeld sowie die Freilassung von Gefangenen.

12. März 1996
Die beiden in Costa Rica entführten Urlauberinnen werden nach Zahlung von 200.000 US-Dollar Lösegeld freigelassen. Nach eigenen Angaben wurden sie von ihren Entführern gut behandelt.

1997
Präsident José María Figueres Olsen bemüht sich weiterhin um eine Senkung der hohen Auslandsschulden Costa Ricas (rund 4,5 Milliarden US-Dollar), die u.a. auf die niedrigen Weltmarktpreise für Kaffee und die Importbeschränkungen der Europäischen Gemeinschaft für Bananen zurückzuführen sind. Eine Möglichkeit sieht er im weiteren Ausbau der Tourismusbranche.

1. Februar 1998
Miguel Anguel Rodriguez Echeverría von der Christlich-Sozialen Einheitspartei (Partido Unidad Social Cristiana/PUSC) wird zum neuen Staats- und Regierungschef Costa Ricas gewählt und am 8. Mai vereidigt. Er will die Politik seines Vorgängers im Großen und Ganzen fortsetzen, sich allerdings noch mehr für eine Verbesserung der Lebensumstände der unteren Bevölkerungsschichten bemühen.

Ende Oktober 1998
Hurrikan „Mitch“ fegt mit bis zu 250 Stundenkilometern über Mittelamerika hinweg und hinterläßt verheerende Verwüstungen.

1. November 1998
Tagelange sintflutartige Regenfällen, ausgelöst durch den Hurrikan „Mitch“, haben in Mittelamerika zur „Jahrhundertkatastrophe“ geführt: Aufgrund von verheerenden Überschwemmungen und zahlreichen Erdrutschen sind in Honduras, Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Costa Rica mindestens 11.000 Menschen ums Leben gekommen, rund 2,8 Millionen Menschen wurden obdachlos, die Infrastruktur ist nahezu völlig zerstört, die Ernte ist größtenteils vernichtet, unzählige Dörfer sind buchstäblich von der Landkarte verschwunden, unter riesigen Schlammlawinen begraben. Die meisten Toten haben Honduras und Nicaragua zu beklagen, da hier die Bevölkerung völlig unvorbereitet getroffen wurde. Im Gegensatz zu Costa Rica, wo man besonders gefährdete Dörfer rechtzeitig evakuiert hatte und deshalb insgesamt nur neun Menschen ums Leben kamen, unternahmen die Regierungen von Nicaragua und Honduras – beide Staaten haben inzwischen um internationale Hilfe gebeten – so gut wie nichts zum Schutz der Bevölkerung. Beide Länder unterhalten zwar teure Streitkräfte, verfügen jedoch über keinerlei Katastrophenschutz.

12. März 2000
In einem Referendum stimmen 80 Prozent der teilnehmenden Wähler dafür, daß dem früheren Staatspräsidenten Oscar Arias Sánchez (1984-90), der 1987 für seinen Einsatz zur Befriedung Mittelamerikas den Friedensnobelpreis erhalten hatte, per Verfassungsänderung eine Kandidatur bei der nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2002 ermöglicht wird.

19. Juli 2000
Bei einem Brand in einem Altersheim in Tilaran (etwa 150 Kilometer nordöstlich von San José) kommen fast zwei Dutzend Heiminsassen ums Leben.

20. April 2001
Im kanadischen Québec findet eine dreitägige Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas statt. Hauptthema ist eine Konkretisierung des seit langem angestrebten Mammut-Projekts der panamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, die bis zum 1. Januar 2005 (unter Ausschluß Kubas) geschaffen werden soll. Eine „Demokratieklausel“ soll sicherstellen, daß nur demokratische Staaten der größten Freihandelszone der Welt beitreten können, die wegen der verschiedenen Sprachen vier offizielle Bezeichnungen haben wird (Englisch: Free Trade Area of the Americas/FTAA, Spanisch: Área de Libre Comercio de las Américas/ALCA, Portugiesisch: Área de Livre Comércio de las Américas/ALCA, Französisch: Zone de libre-échange des Amériques/ZLEA). Der „Summit of the Americas“ ist überschattet von gewalttätigen Demonstrationen von Globalisierungsgegnern. Fast 100 Menschen werden z.T. schwer verletzt, darunter drei Dutzend Sicherheitskräfte.

1. August 2001
Die ein Jahr zuvor erzielte Einigung zwischen Costa Rica und Nicaragua über die Kontrolle des Schiffsverkehrs auf dem Grenzfluß San Juan hat inzwischen zu einer verbesserten Überwachung des Drogenschmuggels an der gemeinsamen Grenze geführt. Während Costa Rica selbst im Gegensatz zu Nicaragua eine sehr niedrige Kriminalitätsrate aufweist, wird es zunehmend als Transitland für südamerikanisches Rauschgift auf seinem Weg in die USA genutzt.

7. April 2002
Aus der Stichwahl um das Amt des Staats- und Regierungschefs von Costa Rica – der ersten in der Geschichte der mittelamerikanischen Republik – geht Dr. Abel Pacheco de la Espriella von der bürgerlichen Regierungspartei der Christlich-Sozialen Einheit (PUSC) als Sieger hervor. Der 68jährige Psychiater und ehemalige Moderator einer Ratgebersendung im Fernsehen erzielt 58 Prozent der abgegebenen Stimmen (Wahlbeteiligung 60%), sein Gegenkandidat, der Sozialdemokrat Rolando Araya Monge von der Partei der Nationalen Befreiung (PLN), 42 Prozent. Pacheco, der u.a. der Korruption den Kampf angesagt und eine Reform des Steuersystems versprochen hatte, wird Miguel Anguel Rodriguez Echeverría am 8. Mai im Amt des Staatspräsidenten von Costa Rica ablösen. Dieser durfte verfassungsgemäß nicht mehr kandidieren.

31. Dezember 2002
Nachdem mit der Ansiedlung von Intel 1998 die Halbleiterfertigung zum wichtigsten Devisenbringer Costa Ricas geworden war, macht der Wirtschaft nun die weltweite Microchip-Krise zu schaffen. Der erwartete Higtech-Sog ist ausgeblieben. Bereits 2001 war erstmals der Fremdenverkehr die bedeutendste Einnahmequelle des hochverschuldeten mittelamerikanischen Staates. Der Export von Bananen, bis 1995 führend, rangiert nun hinter der Chip-Produktion nur noch an dritter Stelle.

by Araion - http://www.areion.org

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