Freitag, 5.11.2004 (Tag 1) Zürich – Dallas – San Jose
Heute ging es los zu unserer vierwöchigen Reise durch Costa Rica. Nach langer Vorbereitung mit Reiseführern und diversen Internetseiten standen wir am Flughafen Zürich für den Flug mit American Airlines über Dallas nach San Jose bereit. Doch der Abflug verzögerte sich, da die Maschine aus Amerika technische Probleme hatte und noch nicht in Zürich gelandet war. Mit über 3½ Stunden Verspätung ging es dann endlich los. Da wir in Dallas drei Stunden Umsteigezeit hatten, befürchteten wir schon, dass wir unseren Anschlussflug verpassen werden. Der Service bei AA war nicht zufriedenstellend. Das Kabinenpersonal war sehr unhöflich
und unpersönlich. Getränke gab es minimal, obwohl man ziemlich lange unterwegs war. Bier, Wein usw. waren extra zu bezahlen. So etwas hatten wir noch auf keinem andern Langstreckenflug erlebt. Wir sind dann in Dallas angekommen und mussten uns sehr beeilen, da die Maschine nach San Jose bereits zum Abflug bereit war. Beim Zoll ging überraschenderweise alles extrem schnell, da wir vom Bodenpersonal erwartet wurden und diese sich um eine schnelle Abfertigung bemühten. So erreichten wir gerade noch rechtzeitig den Flieger und landeten um 22.05 Uhr in San Jose. Für die erste Nacht hatten wir im Hotel Fleur de Lys in San Jose ein Zimmer reserviert. Die Abholung am Flughafen klappte leider nicht, sodass wir mit dem Taxi zum Hotel fuhren. Wir übernachteten in einer Suite, mit eigenem Whirlpool, welches wir zu später Stunde natürlich noch benutzten. Denn man hat wahrlich nicht immer einen Whirlpool im Zimmer!! Um 1.00 Uhr ging der lange Tag zu Ende und schon bald wird der Wecker klingeln, genaue genommen um 5.30 Uhr.
Samstag, 6.11.2004 (Tag 2) San Jose – NP Tortuguero (Bus + Boot)
Nach dem ersten Gallo Pinto und frischen Früchten zum Frühstück, wurden wir pünktlich um 6.30 Uhr abgeholt. Mit sieben anderen Reisenden wurden wir bei schönstem Wetter von Javier und dem Buschauffeur Raul zur Turtle Beach Lodge in Tortuguero gefahren. Die Strasse führte von San Jose durch den National Park Braulio Carrillo. Nach kurzer Zeit waren wir bereits von Regenwald umgeben. Danach folgte das karibische Tiefland und Javi erzählte allerlei Wissenswertes über Costa Rica und die Gegend. Über Guapiles fuhren wir nach Siquirres, wo unser zweites Frühstück auf dem Programm stand. Weiter ging es durch riesige Bananenplantagen. Wir machten einen Stop bei einer Bananenfabrik und Javi berichtete über die verschiedenen Arbeitsvorgänge. Den härtesten Job machen wohl die Männer, welche die an Schienen aufgehängten Bananestauden an Seilen kilometerweit von den Plantagen zu den Fabriken ziehen. Auf der holprigen Strasse ging es durch weite Felder Richtung Cano Blanco, wo wir in ein kleines Boot umstiegen. Dieses brachte uns durch die Kanäle nach Tortuguero, eine wunderschöne Fahrt durch immer wilder werdenden Regenwald, wo wir bereits die ersten Tiere zu Gesicht bekamen. Nach 2½ Std. kamen wir bei der Turtle Beach Lodge an, die nochmals ca. 20 Min. vom Dorf entfernt liegt. Die Anlage ist sehr schön gelegen, die Anfahrt führt durch ein Labyrinth von Kanälen mitten durch den Dschungel. Der Strand befindet sich in unmittelbarer Nähe, ist zum schwimmen jedoch nicht besonders geeignet, dafür umso mehr für längere Strandspaziergänge. Man kann es sich aber auch im tropischen Garten oder in den Hängematten am Pool bequem machen. Für uns hiess es aber bald wieder Richtung Dorf zu fahren. Wir hatten um 16:00 Uhr unseren ersten Termin mit Barbara Hartung, eine Dorftour stand auf dem Programm. Leider begann es bei der Anfahrt bereits zu regnen, und es regnete weiter, auch noch als wir Abends zu Bett gingen.... Schade, aber das gehört in dieser Region dazu, die zu den regenreichsten Gebieten Costa Rica’s gehört. Die Tour führte uns durchs Dorf und an den Strand, Barbara erzählte uns einiges darüber. Es besteht praktisch nur aus Einwanderern. Vorallem von Leuten aus Nicaragua, die legal oder illegal eingereist sind. Tortuguero ist ziemlich unorganisiert und die meisten Einwohner leben vorallem vom Tourismus. Leider wird nicht gross auf die Umwelt geachtet, auch von den immer mehr werdenden Hotels. Eindrücklich war die Schule des Dorfes, die fast voneinander fällt da es dort (wie überall) am Geld mangelt.... Nach der Tour ging es zurück ins Hotel, wo wir bald ins Bett fielen und sich die ersten Brüllaffen bemerkbar machten. Draussen regnete es immer noch wie aus Kübeln, man versteht sein eigenes Wort im Zimmer kaum, da der Regen auf das Blechdach prasselt und die Seitenwände nur aus Fliegengitter bestehen...
Sonntag, 7.11.04 (Tag 3) NP Tortuguero
Juhui, es hat aufgehört zu regnen! Doch es regnete die ganze Nacht, sodass der Wasserstand in den Kanälen massiv angestiegen war. Um 5:00 Uhr ging es wieder mit dem Boot ins Dorf, wo uns Barbara bereits erwartete. Wir stiegen zu Barbara ins Kanu, mit ihr waren wir zu siebt. Schon bald sahen wir die ersten Tiere. Viele verschiedene Vögel (Tukane, Papageien, Blaureiher, usw.), Leguane und Mantelbrüllaffen machten sich ebenfalls bemerkbar. Zuerst waren sie nur zu hören, doch bald erblickten wir sie hoch oben in den Bäumen. Etwas später beobachteten wir Klammeraffen, die geschickt in den Bäumen umherturnten. Bei einem kurzen Zwischenhalt entdeckten wir den ersten kleinen roten Pfeilgiftfrosch (ca. 2cm gross). Obwohl wir gut Ausschau danach hielten, waren keine Kaimane und auch keine Schlange zu sehen. Die Kanutour hat sich trotzdem gelohnt, denn der Dschungel ist wirklich faszinierend. Es begann wieder zu regnen und unsere kleine Wanderung im Dschungel wurde ziemlich matschig. Barbara wusste einiges über Tiere und Pflanzen zu berichten und wir sichteten verschiedene Tiere. Einige nur mit Hilfe Barbaras, wie z.B. Spinnen, die sich unter den Blättern verstecken. Mantelbrüllaffen und Tukane waren ebenfalls zu sehen, doch immer noch keine Schlange... Gegen Nachmittag wurden wir wieder abgeholt und fuhren zur Lodge zurück. Leider liess der Regen nicht nach. Auch nach dem Mittagessen wurde das Wetter nicht besser und so wurde unsere eigene Dschungeltour die wir starteten, ebenfalls vorzeitig abgebrochen. An einem trockenen Ort hängten wir uns in die Hängematten des Hotels und informierten uns über unser nächstes Ziel, die südliche Karibikgegend um Cahuita.
Montag, 8.11.04 (Tag 4) Tortuguero - Siquirres - Puerto Viejo de Sarapiqui, 87 km, gute Strasse
Wie in jeder Nacht regnete es auch diese wieder ununterbrochen. Der Wasserstand war am Morgen dementsprechend hoch. Mit etwas Verspätung fuhren wir von Tortuguero weg, denn zuerst hiess es, dass unser Ankunftsort unter Wasser steht! Schliesslich gab es Entwarnung und wir machten uns auf den Weg Richtung Cano Blanco. Dort angekommen sahen wir, dass die Anlagestelle der Boote und ein Teil der Strasse schon knietief unter Wasser stand. Nachdem unser Bootsführer einen Platz zum anlegen fand, wateten wir durchs Wasser ins Restaurant. Dort begann das Warten auf den Bus, der uns nach Siquirres bringen sollte. Der Regen wollte nicht aufhören und das Wasser auf der Strasse verwandelte sich allmählich zu einem Fluss... Nach knapp 2 Stunden liess der Regen langsam nach. Die Zeit überbrückten wir mit Imperial und viel Humor, denn der schwamm uns nicht davon. Als die Fahrt mit dem Bus los ging, kamen wir uns wie in einem Boot vor, überall Wasser um uns herum! Irgendwo auf der Strecke wurde eine Brücke weggeschwemmt. Der Buschauffeur musste deshalb einen andern Weg suchen. So passierte es, dass wir noch einige Umwege fuhren bis unser Fahrer und der Guide nicht mehr so genau wussten, wo wir uns befanden... Wir durchquerten unzählige Bananenplantagen und überall sah alles gleich aus... Irgendwann kamen wir doch noch in Siquirres an. Vorher hatten wir aber eine Reifenpanne und mussten einen Stop bei einer Werkstatt einlegen J.... Mit drei Stunden Verspätung übernahmen wir unseren Mietwagen, einen Toyota RAV 4 von Adobe Car. Im Tropical World trennten sich dann unsere Wege von Steffi und Ralph aus Leipzig, und Christine und Axel aus München, mit denen wir in den vergangenen Tagen viel Spass hatten. Da die Wetterprognosen für die Karibikseite nichts gutes vorhersagten, entschlossen wir unsere Route zu ändern und Richtung Norden zu fahren. Über Guapiles fuhren wir in Richtung Puerto Viejo de Sarapiqui und dort etwas außerhalb des Dorfes zur La Quinta de Sarapiqui Lodge. Die Strasse war von Anfang an in einem sehr guten Zustand, wahrscheinlich ziemlich neu und noch ohne Schlaglöcher. Trotzdem war es nicht ungefährlich bei einbrechender Dunkelheit, da sich viele Ticos mit Fahrrädern ohne Beleuchtung auf der Strasse fortbewegten. Auch Fußgänger sind immer unterwegs und ebenfalls kaum zu sehen... In der schönen Lodge machten wir es uns gemütlich. Wir besuchten eine interessante Ausstellung über Insekten, die sich im grossen Park der Anlage befindet. Das Abendessen schmeckte sehr gut und das obligate Imperial tranken wir auf den Hängematten unserer Terrasse, inmitten der tropischen Gartenanlage.
Dienstag, 9.11.04 (Tag 5) Puerto Viejo de Sarapiqui – Poasito, ca. 65 km, gute Strassen
Heute ging es vor dem Frühstück in den schönen Schmetterlingsgarten mit unzähligen Morphofaltern. Im Park der Lodge, sind einige Pfeilgift-, andere Frösche und viele Vögel zu sehen. Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich zur Forschungsstation La Selva fahren, doch uns wurde an der Hotel Reception erklärt, dass man diese Station nur mit einem Führer besuchen kann. So sahen wir uns in unseren beiden Reiseführern (Reise Know-How und National Geographic Traveler) nach einer anderen Möglichkeit um, da wir keine Lust hatten mit einem Führer durch den Wald zu laufen. Das Reserva Biologica Tirimbina in unmittelbarer Nähe schien das Richtige zu sein und das hat sich wirklich gelohnt. Verschiedene Trails führen durch das Reservat, welches man mit oder ohne Guide besuchen kann. Wir zogen ohne Guide los und darum wurden uns einige Sicherheitstipps mitgegeben. Der wichtigste: es gibt hier viele Schlangen und die Stellen, wo sie sich aufhalten, sind mit einem orangen Band gekennzeichnet. So machten wir uns auf den Weg, zuerst über eine 262 Meter lange Hängebrücke, die den Rio Sarapiqui überspannt. Mit Hilfe der Map die wir am Eingang erhielten, gelangten wir bald zur nächsten Hängebrücke, die nun aber in den obersten Etagen der großen Bäume angebracht war. So sah man für einmal auf die Bäume, die man sonst immer nur von unten betrachten kann. Leider waren keine Affen in den Baumkronen unterwegs. Auf den Trails hatten wir einwenig ein mulmiges Gefühl, denn an vielen Stellen waren die orangen Bänder zu sehen. Der verwachsene Pfad führte immer wieder durchs Dickicht, unter Lianen und großen Blätter durch. Da weiss man ja nie, was sich da alles versteckt. Einmal waren wir wirklich nicht ganz sicher, ob es eine Schlange oder nur eine Pflanze war. Doch es stellte sich dann doch als Pflanze heraus und wir konnten erleichtert weiter gehen. Wir sahen einige Spinnen, viele Vögel und einen kleinen roten Pfeilgiftfrosch. Gegen Ende des Weges hörten wir eine ganze Gruppe Klammeraffen. Es waren über 10 Stück und wir konnten gut beobachten, wie sie sich durch die Bäume schwangen. Zum Abschluss sahen wir eine lange und breite Ameisenstrasse der Blattschneiderameisen, die ziemlich fleißig am arbeiten waren. Diese Ameisen schleppen Blätter vom Baum in ihren Bau um dort einen Pilz zu züchten, der ihnen dann als Nahrung dient. Das Reservat war sehr schön und es waren kaum andere Besucher anzutreffen. Um Tiere zu sehen, muss man wahrscheinlich wie in allen anderen Parks und Reservaten einfach Glück haben. Über San Miguel nach Poasito ging unsere Fahrt weiter, bis in die Nähe vom Vulkan Poas. Diese Strecke war landschaftlich sehr schön und die Strasse überraschend gut. Leider wurde das Wetter Richtung Poas immer schlechter, sodass wir die Aussicht nicht richtig geniessen konnten. In der Nähe vom Poas suchten wir uns eine Unterkunft. Zuerst fuhren wir zur Lagunillas Lodge. Der Weg dorthin führte auf einem Feldweg, den es bei starkem Regen wahrscheinlich weggeschwemmt hätte, ca. 1.5 km steil den Berg hinunter. Als Vorsichtsmassnahme, da wir nicht wussten wie stark es in der Nacht noch regnen wird, fuhren wir wieder zurück auf die normale Strasse. Ohne 4 WD Auto ist diese Lodge übrigens kaum zu erreichen. Also entschieden wir uns für die Cabinas Quetzal, von denen man eine super Aussicht hätte, wenn nicht alles mit Nebel verhangen währe... Als wir ins Bett gingen, konnten wir die Aussicht trotzdem noch geniessen. Von unserem Bett aus konnten wir sehen wie die Lichter von Alajuela, Hereida, San Jose, usw. den Abendhimmel erleuchteten.
Mittwoch, 10.11.04 (Tag 6) Poas – Sarchi – Bajos del Toro – Aguas Zarcas – Muelle San Carlos – Fortuna, 210 km gute Strassen, mit diversen Abstechern...
Um 8:00 Uhr waren wir pünktlich beim Eingang zum NP Poas. Wir mussten uns sogar noch eine halbe Stunde vor geschlossenen Türen gedulden. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite und so war das warten halb so schlimm. Unten im Valle Central hing noch der Nebel. Wir liefen vom Parkplatz direkt Richtung Aussichtsterrasse, wobei der Vulkan schon zu hören war. Doch dann die grosse Ernüchterung, der Krater war im dicksten Nebel versteckt. Wir sahen nichts, obwohl ringsherum strahlender Sonnenschein herrschte! Natürlich hofften wir auf bessere Sicht. Nach einer halben Stunde zuwarten entschlossen wir uns zur Laguna Boto zu gehen, doch dort das gleiche Bild. Wenigstens war der Weg dorthin sehr schön, mitten durch niedrigen Höhen– und Krüppelwald. Wir kamen uns vor, wie in einem richtigen Märchenwald, indem sich Zwerge verstecken. Danach der nächste Versuch beim Krater, aber wieder nichts zu sehen. Darum machten wir uns auf den Rückweg Richtung Infozentrum. Unterwegs nahmen wir einen kurzen Pfad durch den Nebelwald. Im Infozentrum betrachteten wir das Modell vom Poas, dass wir wenigstens einen Eindruck hatten, wie er ohne Nebel aussehen könnte... Wir gaben nicht auf und gingen nochmals die ca. 600 Meter zur Aussichtsplattform hoch. Unsere Geduld wurde tatsächlich belohnt, langsam riss der Nebel auf. Die ersten Fotos wurden schnell geknipst, man weiss ja nie wie schnell sich die Sicht wieder verschlechtert... Doch genau das Gegenteil war der Fall, sie wurde immer besser. Der Krater mit dem grünlichen See war für ca. 40 Min. in voller Pracht zu sehen! Ein toller Anblick und die Fotokameras liefen heiss. So verliessen wir also den NP Poas doch noch mit der Genugtuung, dass sich das Warten gelohnt hat. Wir fuhren über Grecia nach Sarchi, von dort aus Richtung Torro Amarillo. Eine lohnenswerte Strecke mit tollen Landschaften, bei der man immer wieder Ausblicke ins Valle Central und in die umliegenden Berge hat. Die Strasse war durchgehend geteert, nur einmal war ein kurzes Stück von einem Erdrutsch beschädigt. Wir kamen am Catarata del Toro vorbei, einem schönen Wasserfall, der aber nichts besonderes ist. In Rio Cuarto trafen wir auf die Strasse in Richtung Aguas Zarcas, wo wir den Zoo La Marina besuchten. Bei den Tieren die dort leben, handelt es sich meistens um verletzte Wildtiere, die wieder gesund gepflegt werden. Es hatte Kaimane, Krokodile, Affen, viele verschiedene Vögel wie z.B. Tukane und mehrere freifliegende Aras. Ebenfalls zu sehen waren verschiedene Raubkatzen, diverse Ozelothenkatzen, Puma und Jaguar. Diese Raubtiere befinden sich leider in viel zu engen Gehegen. Bei den anderen Tieren waren sie eigentlich mehr oder weniger akzeptabel. Der Zoo wird privat geführt und erhält keine staatliche Unterstützung, was vielleicht den Zustand der Raubkatzenkäfige ein bisschen erklärt... Auch die Tapire haben ein schönes Gehege mit viel Auslauf und einen Weiher zum baden. Aber Vorsicht, wenn sie ihr Revier markieren!!! Danach ging es weiter, denn wir wollten heute noch nach Fortuna. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Abstecher nach Muelle. Im Dorf waren links und rechts unter einer Brücke unzählige Leguane zu sehen, die sich auf den Bäumen sonnten und sich durch nichts stören liessen. Da Paarungszeit war, leuchteten die Männchen mit ihren orangen Farben. Schon bald wird es dunkel, und wir machten uns auf den letzten Abschnitt unserer heutigen Strecke. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir etwas ausserhalb Fortunas die schönen Villas Vista Arenal. Gemütliche, grosszügige und saubere Holzbungalows in einem gepflegten Garten mit Blick in Richtung Arenal. Sie waren sehr preiswert und werden von Einheimischen geführt. Als wir nach dem guten Abendessen im kleinen Soda, welches zu den Villas gehört, ins Zentrum fahren wollten, sahen wir plötzlich zwei bekannte Gesichter... Auf dem Weg kamen uns Steffi und Ralf entgegen, die wir in Tortuguero kennengelernt hatten. Da sie mit dem Bus unterwegs waren, rechneten wir nicht damit sie so schnell wieder zu sehen. Der Zufall wollte es, dass sie unsere direkten Nachbarn in den Villas waren! Wir verabredeten uns auf ein Bierchen und erzählten von unseren ersten Reiseerlebnissen in Costa Rica. So schnell sieht man sich also wieder!
Donnerstag, 11.11.04 (Tag 7) Region Fortuna / Arenal ca. 20 km
Heute gingen wir den Tag etwas gemütlicher an, denn wir genossen das Frühstück etwas länger. Gegen 10:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum NP Arenal. Zuerst fuhren wir zur Aussichtsplattform, leider war der Gipfel von Wolken eingehüllt. Danach ging es zu den Trails. Über einen Lavafluss, bei dem man eine wunderbare Aussicht über den Arenal Stausee hat, ging es in den Dschungel. Wir liessen uns auf dem Weg sehr viel Zeit, da wir immer wieder viele interessante Geräusche hörten. Unsere Aufmerksamkeit wurde belohnt: wir entdeckten wieder eine grosse Familie Affen und zum erstenmal Pekaris, die aussehen wie kleine Wildschweinchen. Am Schluss lief uns noch ein Nasenbär vor die Linse, der sich durch nichts stören liess. Wegen der wechselhaften Vegetation hat uns der Trail sehr gut gefallen. Es war bereits gegen 16:00 Uhr, dann schliesst der Park seine Tore. Der Gipfel vom Arenal war immer noch in Wolken gehüllt, obwohl das Wetter eigentlich den ganzen Tag schön war. Gegen Abend schlenderten wir durch die Hauptstrasse von Fortuna, wo es einige Geschäfte gibt. In einem Internetcafe schickten wir erste Grüsse in die Schweiz, bevor wir im Restaurant La Chorza del Laurel köstliche costaricanische Küche genossen. Nach dem Essen wollten wir in der Baldi Therme den Tag ausklingen lassen, der Eintritt von 17 Dollar war uns dann aber etwas zuviel. Da sie sowieso schon in einer Stunde schliessen wollten, liessen wir es sein. Dafür genossen wir nochmals ein kühles Imperial mit unseren Bungalownachbarn...
Freitag, 12.11.04 (Tag
Unser erstes Ziel für heute war Cascada La Fortuna, ein Wasserfall außerhalb Fortunas. Über eine steile Treppe ging es hinunter zum Becken, indem man sich wunderbar erfrischen kann. Das ganze kostete aber immerhin 6 Dollar Eintritt, was eigentlich nicht wenig ist, da es sich nur um einen Wasserfall handelt. Übrigens verabschiedeten wir uns noch von Steffi und Ralf, wer weiss ob wir sie nochmals treffen... Nach dem Wasserfall ging es zum schönen Arenalsee. Der Arenalgipfel zeigte sich heute wolkenlos und auf unserer Fahrt zum See konnten wir ihn von fast allen Seiten sehen. Die Strecke, welche dem See entlang führt, ist sehr schön und es lohnt sich immer wieder anzuhalten. Nachteil der Strecke ist die Strasse... Sie ist mit unzähligen Schlaglöchern übersäht, dagegen hat selbst ein Emmentalerkäse keine Chance!!! Über Nuevo Arenal, vorbei an Schweizer Chalets, erreichten wir Tilaran, wo die geteerte Strasse (oder was noch davon übrig blieb...) aufhörte. Von nun an wurden wir noch mehr durchgeschüttelt, denn die Strasse wurde immer schlimmer. Für die knapp 40 km von Tilaran nach St.Elena brauchten wir 2 Stunden. Wenigstens hat man dabei immer wieder Aussicht über prächtige Landschaften. Die Beschilderung ist ebenfalls sehr schlecht, aber man weiß sich ja zu helfen... Heute hat uns sogar ein Dorfpolizist angehalten, der uns darauf aufmerksam machte, dass wir in die falsche Richtung fuhren. Anscheinend fällt es jedem Tico sofort auf, wenn sich Touris nicht auf den üblichen Routen fortbewegen! In St.Elena angekommen fuhren wir zum Hotel Sunset, das etwas ausserhalb des kleinen Ortes liegt. Das Dorf selber wirkte nicht besonders einladend, chaotisch und ziemlich staubig wegen der Piste, die mitten durchs Dorf führt. Nachdem wir uns mit Bier eingedeckt hatten, entspannten wir uns auf der Veranda vor unserem Zimmer mit herrlichem Ausblick. Wie am Namen des Hotels unschwer zu erkennen, konnten wir dort einen traumhaften Sonnenuntergang geniessen!
Samstag, 13.11.04 (Tag 9) Reservat St.Elena und Umgebung, 20 km
Unser heutiges Ziel war das Reservat Santa Elena. Vom Hotelbesitzer bekamen wir gute Tipps für die Trails im Reservat und so machten wir uns auf die letzten 6 Kilometer bis zum Eingang. Dort angekommen flatterten uns schon die ersten Kolibris um den Kopf. Wir bekamen eine Map, mit den Kilometer- und Zeitangaben, die man für die Trails ungefähr benötigt. Wir machten mehrere Trails und waren über 4 Std. unterwegs. Der Nebelwald von Sta.Elena ist sehr schön, viele Bäume sind unglaublich stark von anderen Pflanzen verwachsen. Wir hörten einige Tiere, doch leider liessen sich nur wenige blicken. Auch Quetzals, die im Reservat leben sollen, haben wir leider nicht gesichtet. Auf dem Cano Negro Trail sieht man übrigens bei gutem Wetter bis zum Vulkan Arenal. Heute waren kaum andere Besucher unterwegs. Anschliessend besuchten wir das Serpentario, wo wir viele einheimische Schlangen zu Gesicht bekamen. Im Eintritt ist eine Führung inbegriffen, bei der man viel interessantes über Schlangen erfährt. Wenn man sieht, wie gut Schlangen getarnt sind und wo sie sich überall verstecken, tja dann....
Am Eingang trafen wir unerwartet „alte Bekannte“ - Steffi und Ralf! Wir haben gewusst, dass sie ebenfalls nach Sta.Elena wollten, hatten aber nichts abgemacht. Der Zufall wollte es, dass sie sich wie schon in Fortuna, wieder in der selben Unterkunft einquartiert hatten! Wir vier waren heute Nacht die einzigen Gäste im Hotel. Nach dem Sonnenuntergang sassen wir noch lange bei Pisco Sauer und Imperial zusammen. Die Lage des Hotels ist genial, wenn man etwas ausserhalb des Dorfes sein möchte und auf tolle Aussicht und Sonnenuntergänge steht. Das Nachtessen im Hotel war nicht der Hammer, die Zimmer sind eher einfach, aber recht ordentlich und sauber.
Sonntag, 14.11.04 (Tag 10) St.Elena - Las Juantas - Liberia - NP Rincon de la Vieja, 132 km, am Anfang fast 50 km Schotterpiste bis zur Panamerica, wie auch am Schluss nach Liberia
Nach einer regnerischen Nacht, zeigte sich am frühen Morgen schon wieder die Sonne. Zusammen mit Steffi und Ralf fuhren wir zur Finca Ecologica in Monteverde. Da wir gelesen hatten, dass dort eine hohe Wahrscheinlichkeit diverse Tiere zu sehen bestehe, machten wir uns erwartungsvoll und gespannt zu viert auf die Trails. Es flogen uns mehrere Schmetterlinge um die Ohren, doch sonst war nicht viel von Tieren zu sehen. Als wir bereits ziemlich enttäuscht Richtung Ausgang liefen, sprach uns ein anderer Besucher an. Ob wir das Faultier gesehen hätten, wollte er wissen. Tja, leider nicht! Er war sehr freundlich und führte uns zurück zum Baum, wo das Faultier rumhing. Man erkannte es kaum, es sah aus wie ein „Wullechneuel“ (Wollknäuel), wie ein Stück Fell! Wir versuchten durch das Dickicht einen Blick auf seinen Kopf zu werfen, um diesen Haufen als Faultier zu identifizieren. Doch das war leider unmöglich! Beim Parkplatz kam noch ein Nasenbären angezottelt und streifte umher. Kurz bevor wir abfahren wollten, liefen uns Christine und Axel über den Weg, die wir ebenfalls in Tortuguero kennen lernten. Die beiden anderen setzten wir in Monteverde ab und verabschiedeten uns wieder von ihnen.... war es das letzte Mal??? Unsere Fahrt führte weiter durch eine schöne Gegend Richtung Las Juantas. Die Strecke bis zur Panamerica war in einem ziemlich schlechtem Zustand, wir wurden wieder kräftig durchgeschüttelt! Doch auf der Panamerica nach Liberia war die Strasse gut. Von dort ging es einmal mehr auf eine Schotterpiste, die nur halb so schlimm, wie der erste Teil unserer heutigen Fahrt war. In der Hacienda Guachipelin, ca.4km vor dem Eingang vom NP Rincon de la Vieja bezogen wir unser Zimmer. Den grandiosen Sonnenuntergang genossen wir mit einem Imperial. In der näheren Umgebung des NP hat es nur wenige Unterkünfte und diese sind nicht billig. Die Anlage war gross und es waren auch einige Gruppenreisen einquartiert. Beim Abendessen war demzufolge Massenauflauf am Buffet, was nicht so unser Ding ist. Während dem Essen ging in der ganzen Anlage der Strom aus, sodass wir es uns noch bei Kerzenlicht auf der Veranda vor unserem Zimmer gemütlich machten. Die Zimmer waren sehr schön eingerichtet. Es war ja nur für eine Nacht, da hält man es für einmal in so einem grossen Hotel aus...
Montag, 15.11.04 (Tag 11) NP Rincon de la Vieja - La Cruz, ca. 90 km mit Abstechern, gute Strassen von Liberia nach La Cruz
Um 7:00 Uhr gings los: wir fuhren das letzte Stück zum Eingang Las Pailas. Dort machten wir zuerst den Las Pailas Trail, einen Rundweg vorbei an blubbernden Schlammtümpeln und Fumarolen. Begrüsst wurden wir von einer grossen Gruppe Klammeraffen, die sich in den Bäumen aufhielten. Der Trail ist total interessant und führt an vielen riesigen Bäumen vorbei. Die zweite Wanderung ging zum Wasserfall Catarata La Cangreja, wo ich mich im frischen Wasser abkühlte. Auf dem ganzen Weg sahen wir viele Tiere, verschiedene Affen, Nasenbären, Agutis, Leguane, Morphofalter, Schmetterlinge, div. Vögel. Der Wald ist faszinierend, überall riesige Bäume, die von Würgefeigen in Beschlag genommen werden. Ein besonderer Weg soll der Aufstieg zum Krater sein, der heute leider gesperrt war. Dorthin muss man aber sehr früh los, damit man rechtzeitig wieder zurück ist. Beim Ausgang des Parks begegneten wir erneut Christine und Axel, die ebenfalls von Monteverde angereist waren. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir weiter Richtung Norden nach La Cruz. Dabei machten wir einen kleinen Umweg nach Guajiniquil, wo wir vergeblich eine Unterkunft die im Reiseführer beschrieben war suchten. Im Amalia’s Inn, einem Privathaus eines Künstlers, fanden wir ein einfaches Zimmer. Die Terrasse des Hauses ist grandios, wir genossen die schöne Abendstimmung und die Aussicht über die Bahia Salinas. La Cruz selber ist nicht sehenswert, und für uns nur eine Zwischenstation. Man merkt auch, dass die Grenze zu Nicaragua sehr nahe ist (19km).
Das Wetter heute war wieder genial, so darf es bleiben...
Dienstag, 16.11.04 (Tag 12) La Cruz - Bahia Salinas – Guajiniquil – NP Santa Rosa – Liberia – Filadelfia – Brasilito, 187 km, ca. 40 km duch Dschungel und auf Schotterpisten
Über die Bahia Salinas fuhren wir auf einer Schotterpiste zum nördlichen Eingang des NP Santa Rosa, dem Sektor Murcielago. Je näher wir dem Eingang zum Park kamen, je schlimmer wurde die Piste. Vergeblich hielten wir nach Wegweisern Ausschau und glaubten mehrmals, dass wir uns verfahren hatten. Die ersten kleineren Bäche mussten wir bereits durchqueren, doch es folgten noch weitere... Am Eingang bekamen wir den Tipp zur Playa El Hachal zu fahren. Dorthin sind es nochmals ca. 5,2 km. Die Strände Playa Blanca und Playa Santa Elena währen noch weiter weg (bis zu 17 km) und die Strassen dorthin , wie man uns erklärte, teilweise kaum passierbar. Deshalb beschlossen wir zur Playa El Hachal zu fahren. Nun wurde unser Toyota RAV 4 richtig gefordert, ging es doch durch kleinere Flüsse, über abgebrochene Baumstämme, matschige Gräben und alles was sonst noch auf Dschungelpisten rumliegt. Beobachtet wurden wir von einer Gruppe Klammeraffen, die sich wohl fragten, was wir hier mit einem Auto verloren hatten
Mittwoch, 17.11.04 (Tag 13) Brasilito – Playa Grande – Playa Junguillal - Playa Ostonial – Playa Nosara,
94 km, viele Schotterpisten
Heute war zuerst Strandfeeling
Donnerstag, 18.11.04 (Tag 14) Nosara – Samara – Brasilito – Nicoya - Jicaral – San Francisco de Coyote,
287 km mit großem Umweg über Brasilito…
Unser Tag begann mit einem Strandspaziergang bei strahlendem Sonnenschein an der Playa Pelada. Ein etwas kleinerer Strand mit ziemlich heftigen Wellen, der darum zum schwimmen nicht unbedingt geeignet ist. Nosara haben wir nicht gesehen, da der Ort ca. 4 km vom Strand entfernt liegt. Wir fuhren der Küste entlang nach Samara. Eine ziemlich holprige Angelegenheit... In Samara angekommen, setzten wir uns zuerst in ein Soda direkt am langen Strand und frühstückten. Danach liefen wir dem Strand entlang, doch wir kamen nicht sehr weit. Plötzlich bemerkten wir, dass wir in Brasilito etwas wichtiges im Zimmer vergessen hatten! Nun mussten wir telefonieren und organisieren...Zum Glück war es noch dort und wir mussten es „nur“ abholen. Bevor wir uns wieder auf den Weg zurück nach Brasilito machten, vebrachten wir zwei Stunden mit baden und relaxen am traumhaften Strand mit vielen Palmen. Samara machte auf uns einen sehr gemütlichen Eindruck, wo wir gerne noch mehr Zeit verbracht hätten.... Unsere heutige Route währe eigentlich in Richtung Süden, entlang der Küstenpiste weiter nach Malpais gegangen, aber das war nun abgeschrieben. Wir fuhren über Nicoya zurück nach Brasilito, was überraschend schnell ging, da die Strasse fast durchgehend geteert und in sehr gutem Zustand war. Auf dem Rückweg wollten wir uns entscheiden, wo wir heute noch hinfahren sollen. Es blieben uns zwei Möglichkeiten, zurück nach Samara und eine Nacht dort verbringen oder weiter auf der Hauptstrasse Richtung Süden. Aus welchem Grund auch immer, wir entschlossen uns weiter in den Süden zu fahren, eventuell bis nach Malpais oder Montezuma. Wir wollten aber nicht über Playa Naranjo fahren. Von Nicoya bis nach Jicaral zog es sich schon ziemlich in die Länge... Es war bereits gegen 17.00 Uhr, doch in Jicaral wollten wir nicht bleiben. So war San Francisco de Coyote unser Ziel, welches wir noch erreichen wollten. Wir machten uns auf die 40 km, die wir im Dunkeln fuhren. Nach fast 1½ Stunden Fahrt, einmal mehr über eine Piste mit hunderten von Schlaglöchern, kamen wir im kleinen Dorf an. Irgendwo fanden wir eine Cabina, die in einem Schopf (Scheune) untergebracht war. Nicht gerade einladend, doch es blieb uns nichts anderes übrig. Die Besitzer waren wenigstens sehr freundlich und in einem kleinen Soda gab es ein wirklich leckeres Nachtessen. So sitzen wir nun in unserem engen, sehr ungemütlichen Zimmer und hören immer wieder ziemlich komische Geräusche um uns herum.... das kann ja eine angenehme Nacht werden!!!
Der heutige Nachmittag war ziemlich sch...., vor allem durch die vielen zusätzlichen Kilometer... Aber auch das gehört beim Reisen dazu, es kann nicht immer alles nach Programm laufen.
Freitag, 19.11.04 (Tag 15) San Francisco de Coyote – Montezuma, 60 km fast alles Schotterpiste
Nach einer ungemütlichen Nacht (fast ununterbrochen war irgendwo ein Hahn oder Hundegebell zu hören) machten wir einen kurzen Abstecher an die lange Playa Coyote. Dann ging es los in Richtung Montezuma. Wir fuhren nun den letzten Teil der Strecke, die wir eigentlich von Samara aus nehmen wollten. Dem Rio Jabillo entlang ging es noch relativ gut, obwohl die Strasse dort schon ziemlich mit Wasser bedeckt war. Da im Reiseführer von National Geographic steht, dass dies häufig der Fall sei, machten wir uns darüber keine weiteren Gedanken. Wir haben uns am Vorabend bei einem Einheimischen erkundigt, wie die Situation bei den Flüssen aussehe. Er meinte, es sollte nirgends Probleme geben, da der Wasserstand nicht mehr hoch sei. So fuhren wir weiter durch die schöne Gegend bis zum Rio Bongo. Im besagten Reiseführer steht, dass er nur im ersten Blick seicht wirkt. Er wirkte eigentlich auch ganz seicht, doch er war relativ breit, so ca. 40 Meter und es gab eine starke Strömung. An der Stelle wo Spuren von andern Autos zu sehen waren fuhren wir in den Fluss hinein, dabei wurden wir von einem Tico beobachtet. Nach 5 Meter blieben wir stecken:eek:, nichts ging mehr, weder vorwärts noch zurück!!! Das erste Wasser drückte bereits von unten ins Auto und noch immer ging nichts.... Der Tico überlegte nicht lange und kam schnell um uns aus dem Schlamassel zu helfen. Er probierte mit meiner Freundin das Auto anzustossen. Doch das nützte nicht viel, denn noch immer ging nichts. Vorsichtshalber brachten sie schon einmal die Taschen, Rucksäcke, Fotoapparate usw. an Land. Das Wasser stieg immer höher
und ich machte dem Tico hinter dem Steuer Platz, damit ich das Auto anstossen konnte. Natürlich kam eine Menge Wasser ins Auto als ich die Tür öffnete, es stand schon fast sitzhoch!! Endlich brachten wir das Auto wieder in Bewegung, der Motor liess uns zum Glück nicht im Stich... Der Tico brachte das Auto ans andere Ufer. Nachdem wir uns bei ihm bedankten öffneten wir alle Türen und liessen das viele Wasser abfliessen. Der Tico verabschiedete sich von uns, wir werden ihm ewig dankbar sein, MUCHAS GRACIAS!!! Anschliessend holten wir unser Gepäck am andern Ufer und trugen es über den Fluss zum Auto. Zum Glück begegneten wir dabei keinem Krokodil... So im Nachhinein haben wir uns überlegt, wie es wohl ausgesehen hätte, wenn der Tico ohne uns davon gefahren währe.... zwei Touris stehen mit ihrem Gepäck an einem abgelegenen Fluss, weit und breit kein Auto in Sicht...! Wie soll man das der Autovermietung beibringen??? Nachdem das meiste Wasser aus dem Auto geflossen war, ging die Fahrt weiter. Wir hatten zwei Möglichkeiten, entweder zurück durch den Fluss indem wir soeben steckengeblieben waren, oder über den Rio Ario in Richtung Montezuma. Im Reiseführer wird gewarnt, dass es im Rio Ario Krokodile hat und man besser nicht aussteigt, falls man irgendwo hängen bleibt... Schöne Aussichten, doch was blieb uns anderes übrig?! So fuhren wir zum Rio Ario, die Strömung im Fluss war nicht so heftig wie beim Bongo und dieser sah auch nicht besonders tief aus. Eine Herausforderung war jedoch, dass man den Fluss nicht direkt überqueren konnte, sondern 100 Meter Flussaufwärts fahren musste, bis man dort ans andere Ufer gelangt! Mit einem unguten Gefühl fuhren wir also in den Fluss und hofften nirgends anzustossen oder nochmals stecken zu bleiben....Zum Glück ging alles gut und wir erreichten das Ufer problemlos. Von dort wählten wir dann den trockensten und einfachsten Weg nach Montezuma. Es hätte noch eine Möglichkeit gegeben dem Strand entlang zu fahren, doch auf diese Variante verzichteten wir gerne.... Gegen Mittag kamen wir ziemlich geschafft in Montezuma an. Im Hotel Amor de Mar wollten wir für die nächsten Nächte bleiben. Zuerst schiebten wir mit Bechern Wasser aus dem Auto und lüfteten nochmals richtig durch... Danach entspannten wir uns in den Liegestühlen und Hängematten im wunderschönen Garten des Hotels, das direkt am Pazifik liegt. Nach knapp zwei Stunden gingen wir zu Fuss ins Dorf (ca. 10 min.) und von dort weiter zur Playa Grande. Ein schöner Weg führt entlang des Strandes und durch den Wald, indem wir Weißschulterkapuziner beobachten konnten. Die Playa Grande ist wie der Name sagt, sehr lange und man trifft kaum andere Personen an, bestens geeignet für ausgedehnte Strandspaziergänge. Gegen Abend setzten wir uns nochmals ins Auto, da wir den Sonnenuntergang in Malpais geniessen wollten. Wir fuhren zum Soda Piedra Mar, das direkt am Strand liegt, doch das Essen liess ein bisschen zu wünschen übrig. Was soll’s, wir haben ja heute schon schlimmeres erlebt Abends war im Hotel Ansichtskarten schreiben angesagt, das braucht seine Zeit, wenn man länger unterwegs ist.
Fazit des heutigen Tages: Wer die Strecke entlang der Küste machen will, braucht etwas Mut und ein gutes Auto. Vielleicht wird die Fahrt in den Reiseführern etwas zu einfach dargestellt, man sollte sie keinesfalls unterschätzen. Wir hatten eigentlich noch Glück…
Samstag, 20.11.04 (Tag 16) Montezuma – Cabo Blanca – Montezuma, 20 km, holprige Piste
Nach den zwei turbulenten Tagen, gingen wir es heute gemütlicher an. Zuerst genossen wir das vorzügliche Frühstück im Hotel und danach fuhren wir zum Cabo Blanco. Die Strecke dorthin ist sehr schön, entlang der meist felsigen Küste. Zur Zeit gibt es von diesem Eingang aus zwei Trails, einen kleinen Rundweg und einen längeren zur Playa Cabo Blanco. Zuerst gingen wir zur Playa und sichteten auf diesem Trail einige Nasenbären, viele Grauhörnchen, verschiedene Echsen und ein paar mal Kapuzineraffen. Es gibt mehrere Hinweistafeln und am Eingang bekamen wir eine Broschüre, mit interessanten Informationen über Pflanzen, die im Reservat vorkommen. Am Playa Cabo Blanco kühlten wir uns in der schönen Bucht ab, denn es war sehr heiss, obwohl man fast immer im Wald läuft. Auf dem Rückweg machten wir noch den letzten Teil des kurzen Rundweges, wo wir aber nicht mehr so viele Tiere gesehen haben. Im Reservat waren nur wenige Leute unterwegs, obwohl es sehr schön und informativ ist. Wieder in Montezuma, lockten uns die Wasserfällen in der Nähe unseres Hotels. Dort kann man sich wunderbar in kleineren und grösseren Becken abkühlen. Nach der Erfrischung beobachteten wir die vielen Pelikane, die in den Bäumen im Garten des Hotels leben. Die Abendstimmung war traumhaft, die Wellen peitschten an die Felsen und die Sonne ging hinter uns im Westen unter. Das Hotel ist wirklich total schön gelegen, etwas ausserhalb des Dorfes und doch ist man zu Fuss in 5 bis 10 Minuten im Zentrum. Zimmer gibt es in verschiedenen Preiskategorien, die mit Aussicht direkt bei der Veranda und Terrasse sind etwas teurer. Den Abend verbrachten wir im Dorf, welches am Abend etwas touristischer wirkt, aber trotzdem gemütlich und überschaubar ist. Die Preise waren einiges höher als in anderen Gegenden des Landes. Bei einem Imperial in den Hängematten des Hotels lauschten wir noch lange dem Ozean zu und guckten in die Sterne, die am klaren Himmel strahlten.
Sonntag, 21.11.04 (Tag 17) Montezuma – Paguera – Fähre nach Puntarenas – Playa Lapita, 119 km, ab Cabona sehr gute Strassen
Mit frischem Zopf und reichhaltigem Frühstücksbuffet starteten wir in den heutigen Tag. Unser Ziel für heute war die Playa Lapita, in der Nähe des NP Carara. Auf dem Weg nach Paguera, wo die Fähe nach Puntarenas ablegte, machten wir einen Halt im Tierschutzgebiet Curu. In einem privaten Gebiet mit vielen Palmen, Mangroven und exotischen Pflanzen, gibt es verschiedene Trails. Wir machten zwei kürzere, da um 12:30 Uhr die Fähre ablegte. Zum Reservat gehören drei Strände, sowie die vorgelagerte Isla Tortuga. Die Insel kann man per Boot erreichen, es soll dort sehr schöne Strände haben. Ein Strand ist in der Nähe des Parkplatzes, die anderen zwei sind zu Fuss in ca. 2 Stunden erreichbar. Die Trails sind ziemlich abenteuerlich, da nur wenige so gut ausgebaut sind wie in anderen Parks. Beim Laguna Trail wussten wir nicht wirklich, wo der Weg durchgeht und häufig währen dort Boas zu sehen! Beim Finca de Monos Trail war der Weg sehr gut gekennzeichnet, doch die Brücken die man überqueren musste, machten einen ziemlich wackeligen Eindruck. Und dies in einem Gebiet, wo mit Schildern auf Krokodile hingewiesen wird.... Zu sehen waren dann weder Schlangen noch Krokodile, aber die Geräuschkulisse um uns herum, na ja, man wusste nie so recht. Der Besuch des Reservates hat sich trotzdem sehr gelohnt. Wir haben wieder einige Affen, Leguane, Spinnen und viele Vögel gesehen. Drei Mantelbrüllaffen in der Nähe des Infozentrums haben uns auf Trab gehalten, einer fiel fast auf den Picknicktisch, als er sich von Baum zu Baum schwang. Im Reservat könnte man übrigens auch Übernachten. Es hat einfache Cabinas direkt am herrlichen Strand und ein längerer Aufenthalt währe sicher sehr lohnenswert. Wir mussten uns beeilen, da es schon ziemlich spät war. Die Fähre erreichten wir dann knapp 5 Minuten vor deren Abfahrt. Die Überfahrt dauerte ca. 1½ Std. und führte an einigen kleineren Inseln vorbei. In Puntarenas fuhren wir gleich weiter. Unser nächster Halt war bei der Brücke am Rio Tarcoles, wo man unbedingt anhalten muss! Von der Brücke sahen wir 18 Krokodile die im Fluss auf einer Sandbank lagen. Von dieser Distanz beobachtet man diese Tiere mit etwas anderen Gefühlen. Kurz nach der Brücke kommt der NP Carara, der Morgen auf unserem Programm steht. Damit wir in der Nähe vom Park sind, übernachteten wir im kleinen Dorf Playa Lapita. In den Cabinas Paradise bezogen wir ein witziges Holzhäuschen, einfach und sauber. Am langen Strand des Dorfes genossen wir einmal mehr einen schönen Sonnenuntergang. Dazu ein kühles Imperial, später ein gutes Essen, PURA VIDA!!!
Montag, 22.11.04 (Tag 1
Zuerst nahmen wir heute den Sky Way in Angriff. Ein Hängebrückensystem des Hotels Villa Lapas. Vom Hotel aus wurden wir mit dem Bus zum Eingang hinaufgefahren. Von dort ging es über 5 Hängebrücken durch dichten Tropenwald wieder hinunter zum Hotel. Auf den Weg hatten wir unsere tägliche Begegnung mit Affen, diesmal wieder mit Kapuzineraffen. Später sahen wir kleine Giftlaubfrösche, die ca. 4 cm klein und grün schwarz gefärbt sind. Mehr Tiere waren leider nicht zu sehen, aber es war trotzdem schön, die Bäume einmal von oben zu sehen. Danach ging es zum NP Carara, wo wir wie überall in den Parks, über die Trails bestens informiert wurden. Auf unseren zwei Trails, sahen wir Agutis, Affen und drei schöne Aras. Die Aras machten einen ziemlichen Krach und waren mit dem Fernglas gut zu beobachten. Ohne Fernglas sind sie schwer zu entdecken, da sie meistens in den höchsten Stellen der Bäume sitzen. Für den etwas längeren Trail dem Rio Tarcoles entlang waren wir heute zu müde und so machten wir uns auf den Weg Richtung Quepos. Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher zur Playa Herradura, wo es uns überhaupt nicht gefiel. Zu schade dass diese schönen, ursprünglichen Buchten mit riesigen Hotelanlagen verunstaltet werden. In Jaco waren wir nur kurz auf der Post, damit wir unsere Ansichtskarten verschicken konnten, denn Briefkästen sind in diesem Land kaum zu finden. Jaco ist um einiges touristischer und grösser als z.B. Samara oder Montezuma und vor allem bei Surfern beliebt. Nach Jaco machten wir noch Bekanntschaft mit der Polizei. Ich soll angeblich zu schnell unterwegs gewesen sein und wurde geblitzt. Doch ich konnte mir das nicht vorstellen, da man die Polizei mit ihren Radarpistolen schon von weitem sieht. Der Polizist sprach von einer Busse die ich sofort zu bezahlen hätte, doch ich erklärte ihm, dass ich nichts bezahlen werde. Irgendwie liess er plötzlich vom Straffzettel ab und wir durften weiterfahren, nachdem er uns eine gute Reise wünschte.... Kurz darauf flitzte etwas vor unserm Auto über die Strasse, was man wahrscheinlich nur selten zu Gesicht bekommt. Bis wir realisiert dass es sich um ein Gürteltier handelte, war es bereits in den Büschen verschwunden! Vor Quepos sahen wir Strassenabschnitte, eine Brücke und einige Häuser, die wie nach einem Erdbeben aussahen. Doch in Costa Rica sieht man ab und zu Häuser oder sonstiges, das irgendwie mitgenommen aussieht, darum machten wir uns keine weiteren Gedanken. Wir erfuhren erst Tage später, dass wenige Tage vor unserer Durchreise ein heftiges Erdbeben die Gegend erschüttert. Das erklärte einiges... Wir selber haben vom Erdbeben überhaupt nichts mitbekommen, anscheinend haben wir einen sehr tiefen schlaf
! In Quepos übernachteten wir in den Cabinas Pedro Miguel, die ca. 1 km ausserhalb des Ortes, an der Strasse Richtung NP Manuel Antonio liegen. Unsere Cabina war riesengross! In der Mitte befand sich sogar eine Hängematte. Eine Seitewand war offen und nur mit einem grossen Moskitogitter geschützt. Direkt davor Pflanzen, sodass wir das Gefühl hatten, als ob wir uns mitten im Dschungel befänden. Ab und zu sollen Affen auf dem Dach rumhüpfen oder ins Zimmer schauen. Da sind wir mal gespannt, was in der Nacht so alles um unsere Cabina abgeht... Die Besitzer der Cabinas sind sehr freundliche Ticos. Wir bekamen die Cabina sogar zu einem Spezialpreis, da wir heute wahrscheinlich die einzigen Gäste sind. Die Tica wies uns darauf hin, dass man für den erste Strand beim NP Manual Antonio keinen Eintritt bezahlen muss. So gingen wir zu der langgezogenen Bucht und badeten dort, bis die Sonne unterging. Die Strecke von Quepos bis zum NP ist überbaut mit Hotels und originellen Restaurants. Die Preise sollen dort ziemlich hoch sein, und auch der Strand war recht gut besucht. Darum gingen wir am Abend in Quepos essen, wo es wesentlich günstiger war.
Dienstag, 23.11.04 (Tag 19) Manuel Antonio – Quepos – Playa Matapalo, 42 km, nach Quepos Piste, aber in gutem Zustand
Von den Affen auf dem Dach haben wir nichts gehört und auch sonst hat uns niemand besucht, ausser einpaar Ameisen und Eidechsen. Bereits um 7.00 Uhr waren wir am Eingang zum NP, wir hofften dass es noch nicht so viele Besucher im Park hat. Leider hatte ein Kreuzfahrtschiff vor der Bucht angelegt und die Passagiere waren bereits im Park unterwegs. Wir folgten allen Trails und badeten an den verschiedenen Stränden und schönen Buchten. Der Himmel heute war etwas bedeckt, aber heiss war es wie immer. Wir haben eine Menge Tiere gesehen, sogar die bedrohten Rotrücken-Totenkopfaffen und fast ständig waren irgendwo Kapuzineraffen am „rumäffen“. Dreimal entdeckten wir Agutis im Unterholz und unzählige Vögel flatterten durch den Wald. Schwarzleguane waren bei fast jedem Strand vertreten, einmal sonnten sich vier gemeinsam auf dem selben Baumstamm. Insgesamt drei Faultiere, eines bewegte sich richtig flink über vier bis fünf Bäume und war relativ weit unten. Diese Tiere sind wirklich schwer zu entdecken, darum ist die Freude umso grösser, wenn man sie so nahe und dazu noch in Bewegung sieht! Der NP Manuel Antonio hat sich wirklich gelohnt: viele Tiere und wunderschöne Strände, einziger Nachteil die vielen Besucher. Bei uns ging es noch, aber in der Hauptsaison muss es schon ziemlich krass sein. Beim Ausgang begegneten wir der ersten Schlange, eine Boa die auf einem Baum herumhing. Erst als wir den Park verliessen, begann es leicht zu regnen, mit der Zeit immer heftiger. Vorbei an riesigen Palmenplantagen fuhren wir nach Matapalo, wo wir uns in der Allbergue Suiza für zwei Nächte einquartierten. Playa Matapalo ist klein und liegt an einem unendlich langen Strand. Es gibt einige Cabinas und Restaurants, die meisten werden von Immigranten geführt. Am Abend haben wir bei Bea im Piedra Buona einen gemischten Salat und „Chäszwiebeleweihe“ gegessen.... Wie unschwer zu erkennen, ist die Besitzerin Schweizerin. Vor dem Essen kam Claudia bei uns vorbei, mit ihr möchten wir morgen eine Reittour machen. Sie kommt ursprünglich ebenfalls aus der Schweiz und hat jetzt in Matapalo mehrere Pferde. Je nach Wunsch, kann man individuelle Ausritte mit ihr machen. Ich bin mal gespannt, was mich Morgen erwartet, da ich zum erstenmal auf einem Pferd sitzen werde. Claudia versicherte uns, dass sie drei ruhige männliche Pferde mitbringt, nicht die wilden Ladys! Wie sich doch die Tierwelt manchmal deren der Menschen gleicht....
Mittwoch, 24.11.04 (Tag 20) Umgebung Playa Matapalo
Wie meistens in diesen Ferien ging es um 7:00 Uhr los. Claudia und die drei Pferde standen bereits vor unserer Unterkunft bereit. Zuerst durften wir die Pferde auswählen. Ich nahm den gemütlichsten und wahrscheinlich auch ältesten! Wir schwangen uns auf die Pferderücken, was überraschenderweise ganz gut ging. Nach knapp zwei Minuten erreichten wir den Strand und es konnte losgehen. Es folgte eine unvergessliche Reittour, zuerst am kilometerlangen Strand entlang zu einer Flussmündung. Der Rückweg führte etwas versetzt zum Strand, durch Mangroven und Palmen. Claudia pflückte Kokosnüsse und Limonen von den Bäumen, die sie uns zum probieren gab. Auf der ganzen Tour begegneten wir gerade mal einer Person. Die Reittour mit Claudia kann ich nur empfehlen. Sie ist sehr freundlich und weiss eine Menge über die Natur und die Umgebung zu berichten. Am besten fragt man im Dorf oder bei den Gastgebern nach ihr. Claudia liebt übrigens Schoggi aus ihrer Heimat....
Kurz nach Mittag machten wir uns mit den Body-Boards auf den Weg zum Strand. Die Wellen waren ziemlich heftig, aber mit dem Body-Boards macht’s so erst richtig Spass. Es begann bald ein bisschen zu regnen, aber es hielt sich in Grenzen. Den restlichen Nachmittag spazierten wir dem Strand entlang und genossen immer wieder eine Abkühlung im Meer. Ab und zu regnete es, aber das störte nicht wirklich, im Gegenteil. Bei Regen im Pazifik zu baden ist toll! Wir haben den ganzen Tag kaum Leute angetroffen. Am einsamen und schönen Strand kann man laufen, laufen, laufen... und Abends beobachten, wie die Sonne im Ozean untergeht... Was will man mehr?!
Donnerstag, 25.11.04 (Tag 21) Playa Matapalo – Palmar Norte – Sierpe, 95 km, ab Dominical bis Palmar Norte die beste Strasse von Costa Rica! Ab Sierpe mit Boot zur Bahia Drake
Gestern abend kam der Besitzer des Hauses vom Einkaufen aus Golfito zurück. Da wir zur Bahia Drake fahren möchten, holten wir uns bei Heinz noch einige Infos. Er ist sehr hilfsbereit und hat für uns die Cabinas Las Caletas angerufen, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Heinz ist ein guter Gastgeber und seine Albergue Suiza ein schönes Haus mit drei grosszügigen Zimmern. Er kocht sehr gerne für seine Gäste, was er uns mit dem sehr guten Frühstück bewies. Danach ging es los Richtung Dominical, von dort meistens mit Sicht auf den Ozean bis nach Palmar Norte. In Uvita währe der Meeresnationalpark Ballena, aber den mussten wir leider auslassen, da wir bereits um 11:30 Uhr in Sierpe sein mussten. Auf der Strecke gäbe es einige schöne Strände, die zum verweilen einladen. In Palmar Norte machten wir einen Halt bei einem Park indem einige Bolas rumliegen. Das sind präkolumbische Granitkugeln von denen man nicht genau weiss, was sie zu bedeuten haben und woher sie kommen. In Sierpe parkierten wir das Auto in einem bewachten Parkplatz und wurden bereits vom Bootstaxi erwartet. Die Bootsfahrt auf dem Rio Sierpe und seinen Seitenarmen, führt durch ein riesiges Mongrovengebiet, wo wir unter anderem Krokodille, Fledermäuse, und verschiedene Vögel sahen. Der Übergang vom Rio Sierpe in den Pazifik ist nichts für schwache Nerven, man wird ziemlich heftig durchgeschüttelt! Nach gut 1½ Std. erreichten wir Drake Bay, wo wir freundlich empfangen wurden. Nach dem Bezug vom gemütlichen, luftigen, doppelstöckigen Holzhäuschen, gab’s Mittagessen und die ersten Tukane flogen durch die Gegend. Nach dem Essen und einigen Infos von Jolanda, machten wir uns auf den Weg ins Dorf Agujitas, dass zu Fuss in ca. 45 Min. zu erreichen ist. In der Umgebung hat es noch weitere Bungalowanlagen, doch zum Glück keine grossen Hotelanlagen, die diese schöne Gegend verunstalten würden. Abends genossen wir auf der Veranda vom Las Caletas ein hervorragendes Nachtessen in einer friedlichen Atmosphäre.
Freitag, 26.11.04 (Tag 22) NP Corcovado - La Sirena und Umgebung
Nach einer etwas kurzen Nacht, mit einem Skorpion im unteren Stock und einer Fledermaus die ab und zu quer durchs Zimmer flog, ging es um 6:00 Uhr los zum NP Corcovado. Zusammen mit Bea und Peter aus der Schweiz, Silke und Roland aus Deutschland, unserem Guide Alex und Bootsführer Pinki fuhren wir mit einem kleinen Boot in fast zwei Stunden zu einem Strand in der Nähe der Station La Sirena. Dort erwarteten uns bereits die ersten Affen. Zuerst beobachteten wir einige Klammeraffen und danach ganz viele Totenkopfaffen. Dann ging es dem Strand entlang, vorbei an den ersten Tapirspuren im Sand, bis zu einem Fluss. Alex machte uns auf zwei Krokodile aufmerksam, die im Fluss auf Beute lauerten. Wir schlichen uns an ihnen vorbei und der schmale Pfad führte uns immer tiefer in den Dschungel hinein. An einem kleinen Fluss entdeckten wir mit seiner Hilfe kleine Fledermäuse, die sich in einem hohlen Baum versteckten. Alex, der in der Gegend Agujitas aufgewachsen ist, erzählte uns mit viel Humor viel wissenwertes über Tiere und Pflanzen im Regenwald. Er zeigte uns alle in Costa Rica lebenden Affenarten, Fledermäuse, Spinnen, Ameisen, Frösche, Vögel, Echsen, usw. Heute entdeckte er sogar einen Puma im Gebüsch, doch bis wir reagierten, war er bereits weg. Alex hat erst zum zweitenmal einen Puma im Corcovado gesehen, das ist also eine sehr seltene Begegnung. Wir sahen erstmals auf der Reise, ausgenommen einmal an einem Strassenrand, einen Ameisenbär. Der sass hoch oben auf einem Baum, liess sich aber mit einem Feldstecher gut beobachten. Kurz vor der Mittagspause überquerten wir auf einem umgestürzten Baumstamm einen kleinen Bach, als wir plötzlich etwas ins Wasser gleiten und auf uns zu schwimmen sahen! Obwohl Kaimane bekanntlich nicht gefährlich sind, hat er einigen von uns einen Schrecken eingejagt... Nach dem Picknick in der Station La Sirena, wo wir von einigen Affen beobachtet wurden, fing es ziemlich heftig zu regnen an. Wir machten noch einen Trail in der Nähe der Station und bald ging es aufs Boot zurück. Nun folgte eine Rückfahrt, die für Menschen, welche unter Seekrankheit leiden, der absolute Horror gewesen währe. Fast 1 Std. regnete es in Strömen und der Wellengang war so heftig, dass es uns und unser kleines Boot ziemlich durchschüttelte. Als der Regen und somit auch die Wellen allmählich nachliessen, folgte ein Höhepunkt der besonderen Art. Zuerst in der Ferne, dann immer näher bei unserem Boot, schwamm uns eine Gruppe Delphine entgegen. Es waren gewöhnliche Delphine, die bis zwei Meter gross werden und in grossen Schulen (Gruppen) unterwegs sind. Ein unvergessliches Erlebnis: immer wieder sind sie aufgetaucht und aus dem Wasser gesprungen oder neben dem Boot geschwommen. Diese Tour hat sich wirklich gelohnt! Gebucht haben wir sie im Las Caletas, wo man noch weitere Ausflüge buchen kann. Am Abend genossen wir wieder ein köstliches Essen und tranken ein paar Imperial beim gemütlichen zusammensitzen. Was für ein schöner Tag!!!
Samstag, 27.11.04 (Tag 23) Umgebung Las Caletas
Den heutigen Tag verbrachten wir in der weiteren Umgebung unserer Unterkunft. Als wir uns für eine Strandwanderung vorbereiteten, bekamen wir Besuch von einem Kapuzineraffen. Neugierig beobachtete er uns im Zimmer durch die Luke am Dachgiebel. Es waren noch mehr auf dem Dach und ums Haus herum, doch die anderen waren nicht ganz so frech. So konnten wir lustige Fotos machen. Einige schielten immer wieder respektvoll von der Dachkante auf unseren Balkon. Als sie verschwanden machten wir uns auf den Marsch. Ca. 2 Std. begleitete uns ein fremder Hund der Küste entlang, vorbei an schönen kleinen Badebuchten und durch kleinere Flüsse. Ab und zu waren Bungalowanlagen zu sehen, aber meistens waren sie etwas zurückversetzt. Bis wir zur Bahia Paradiso kamen, fing es an zu regnen. Trotzdem genossen wir das Baden an diesem traumhaften Strand, warm war es auch so. Der Regen wurde leider immer stärker, darum machten wir uns auf den Rückweg. Beim zurückstiefeln liess der Regen nach, die Sonne zeigte sich wieder und wir konnten nochmals an einer schönen Bucht relaxen und baden. Den Rest des Tages genossen wir die ruhige Atmosphäre und schöne Aussicht im Las Caletas, wo man sich wirklich bestens erholen kann. Ab und zu fliegen Aras oder andere Vögel vorbei oder sind irgendwo Brüllaffen zu hören. Soeben hüpfen wieder einige Kapuzineraffen über unser Dach und spähen ins Zimmer und auf den Balkon. Einige sind sich nebenan auf einem Baum am lausen und haben uns im Visier... Der Bungalow steht anscheinend mitten in einer Affenstrasse, denn sie schwingen sich zu den gleichen Bäumen, wie am Morgen. Unser Zimmer ist übrigens das rechte im unteren Bungalow, falls mal jemand Affen hautnah erleben möchte....J
Sonntag, 28.11.04 (Tag 24) Isla de Cano
Schnorchelausflug zur Isla de Cano stand heute auf dem Programm, wieder gebucht bei Jolanda. Zusammen mit Bea und Peter, Jolandas Sohn Luca, Sämi, der Führerin Pamela (die ebenfalls Lucas Lehrerin ist) und Kapitän Pinki fuhren wir zur nahegelegenen Insel. Während der Fahrt begegneten wir einem einzelnen Delphin, was merkwürdig war, da sie eigentlich nicht als Einzeltiere gelten. Leider blieb es der Einzige für heute, doch auf der Überfahrt sind angeblich meistens Delphine und je nach Saison auch vorbeiziehende Wale zu sichten. Nach knapp einer Stunde warfen wir den Anker vor der ersten Bucht. Beim schnorcheln sahen wir einige bunte Fische, die in den Korallen schwammen. Es soll auch Haie geben, wir sahen jedoch keinen... Am Strand beim Infozentrum der Insel, verbrachten wir einige Stunden mit schwimmen, schnorcheln, faulenzen, „sünnele“ und picknicken. Es währe auch möglich einen Spaziergang zu machen, doch die Schönheit der kleinen Insel ist im und am Wasser zu finden. Anfangs war das Wetter nicht so gut aber es besserte sich im Laufe des Tages. Ein schöner Ausflug, bei dem ein Guide eigentlich nicht nötig währe, denn die Fische findet man auch selber. Vielleicht kann man sich nur ein Boot mit Bootsführer chartern, ich weiss aber nicht ob das möglich währe.
Heute genissen wir den letzten Abend im Las Caletas. Es lohnt sich jedenfalls mehrere Tage an diesem friedlichen Fleckchen zu verbringen. Mindestens zwei bis drei Nächte sollte man dafür schon einplanen, denn die Anreise beansprucht schon relativ viel Zeit und es gibt einiges zu entdecken. Bei uns wurden es schlussendlich vier Nächte, obwohl wir zuerst nur drei planten... Jolanda, David und ihr Team sind sehr angenehme Gastgeber, freundlich und hilfsbereit, und dem nötigen Respekt zur Natur. Auch der Mix zwischen costaricanischer und europäischer Küche schmeckt exzellent. Buen provecho!! Bier hat es immer ausreichend im Kühlschrank... daran kann man sich schnell gewöhnen! So kann man manche Abende in einzigartigem Ambiente problemlos geniessen.... Salud!!
Montag, 29.11.04 (Tag 25) Bahia Drake - Sierpe - Dominical – San Isidro – Cartago – Siquirres – Cahuita, 420 km, gute Strassen, Fahrzeit mit Pausen über 8 Stunden....
In den vergangenen zwei Tagen überlegten wir uns intensiv, wo wir die letzten Tage unserer Reise verbringen möchten. Entweder wir fahren weiter in den Süden oder zur südlichen Karibikregion, die wir eigentlich zu Beginn unserer Reise eingeplant hatten. Wir entschlossen uns für die lange Reise an die Karibik, über die wir viel gutes gehört und gelesen hatten. Zuerst aber unser letztes Frühstück im Las Caletas, bei welchem heute sogar die Kapuzineraffen präsent waren. Einer war sogar so frech, dass er Sämi eine Scheibe Brot vom Teller stibitzte! Voller Stolz präsentierte er seine “Beute“ demonstrativ und verspeiste sie in unserer Sichtweite. Dann verabschiedeten wir uns von allen. Pinki brachte uns sicher nach Sierpe. Von dort fuhren wir zuerst nach Dominical, wo wir Bea und Peter absetzten, die zum surfen blieben. Wir gingen nur kurz zum Strand, der sich offenbar gut zum surfen eignet. Der Ort ist klein und wirkt wie ein „Hang Lose“ Dorf. Für Uvita und die Umgebung reichte leider unsere Zeit nicht mehr ganz. Bei herrlichem Wetter fuhren wir weiter nach San Isidro und von dort zum Cerro de la Muerte , mit über 3300 Meter über Meer der höchste Pass Mittelamerikas. Bis zum Gipfel verlief die Fahrt wie am Schnürchen, keine lahmen Lastwagen vor uns und die Strasse in einem guten Zustand. Die Aussicht war nicht immer gut, weil die Berge teilweise mit Nebel eingehüllt waren. Wenn man aber einmal über den Wolken ist, kommt man sich vor wie in einem Flugzeug. Kurz nach dem Pass gab’s dann eine Zwangspause von über einer Stunde. Die Strasse war gesperrt, weil Reparaturarbeiten ausgeführt werden mussten. Tja, mit so was muss man in Costa Rica wohl ab und zu rechnen... Als die Fahrt weiter ging, gab es eine sehr lange Kolonne, natürlich mit mehreren Brummis dazwischen! Da die Strasse recht steil bergab ging, fuhren diese dementsprechend langsam... was soll’s, wir sind schliesslich im Urlaub und nicht auf der Flucht! Über Cartago und Turrialba gings Richtung Siquirres. Diese Strecke ist landschaftlich lohnenswert und die Strassen sind gut. Es gibt verschieden Möglichkeiten für diese Strecke, wir wählten die sogenannte Panoramaroute, die immer wieder tolle Ausblicke auf die schöne Umgebung bietet. Von Siquirres ging es nach Puerto Limon und zu guter Letzt nach Cahuita, wo wir gegen 19:30 Uhr ankamen. Wir beendeten die lange Fahrt bei den Cabinas Tito. Kleine, saubere Bungalows, die von Ticos geführt werden. Ein „Rastaman“ gab uns diesen Tipp, als wir nach einer Unterkunft Ausschau hielten. Wir waren froh darüber, denn wir waren sowieso zu müde um weiter zu suchen, da die Fahrt ziemlich anstrengend war.
Dienstag, 30.11.04 (Tag 26) NP Cahuita
Heute haben wir uns zuerst das langgezogene Dorf angesehen und wieder ein Faultier in Action gesehen. Im Verlauf vom Morgen gingen wir zum NP Cahuita, der gleich beim Dorf liegt. An diesem Eingang kann man selber entscheiden vieviel Eintritt man bezahlen möchte, denn es ist



