Costa Rica Online Costa Rica Forum die einzigartigen Tucan Hotels Costa Rica. Costa Rica individuell und preiswert entdecken.

Individual und Familienreisen, Mietwagen, Fluege usw.

RegistrierenSuchenFAQMitgliederlisteLogin
Neues Thema eröffnen Neue Antwort erstellen Seite 1 von 1
Oskars Reise nach Costa Rica-Pleiten , Pech und Pannen.
Autor Nachricht
Antworten mit Zitat
Beitrag Oskars Reise nach Costa Rica-Pleiten , Pech und Pannen. 
Erster Tag geplant: 10:30 Uhr Flug von München über Madrid und Miami nach San Jose
Ankunft 22:30 Ortszeit
Meine Reise nach Costa Rica am 29.11.2000 war nicht gerade von Glück beschieden. Die Reise begann ab München. Der Abflug war um 10:30 Uhr. Es war winterlich kalt und in der Nacht begann es zu schneien. Um 5 Uhr war wecken und um 6:30 fuhr ich mit einen Leihwagen Richtung München. Von Erlangen aus schlappe 180 km. Dachte ich. Auf schneeglatter Autobahn kam ich bis nach Holledau, ungefähr noch 60 km bis zum Flughafen. Stau! Lastwagen standen quer und es bewegte sich absolut gar nichts. Die Zeit floss dahin und ich wurde immer nervöser. Über Funk verständigten sich die LkW-Fahrer und so bekam ich mit dass der Stau auf 20 km Länge die Autobahn blockiert. Die Streufahrzeuge kamen nicht durch. Um 11 Uhr war ich am Flughafen. Auto abgeben und schnell zum Iberia-Flugschalter. Die Maschine war weg. Die Dame hinter dem Schalter war gar nicht überrascht, denn sie machte mir den Vorschlag entweder heute am späten Abend oder morgen um gleicher Zeit die Maschine nach Madrid zu nehmen. Ich entschloss mich in München zu übernachten und am nächsten Tag zu fliegen. Per Fax informierte ich die Agentur dass ich einen Tag später komme.

Zweiter Tag : 10:30 Uhr Flug von München über Madrid und Miami nach San Jose
Ankunft 22:30 Ortszeit
Ein zeitraubender Flug mit langen Anschlusszeiten in Madrid und Miami lag vor mir. Todmüde kam ich am späten Abend in San Jose an. Henry ein ausgewanderter Deutscher, den ich über das Internet kennen lernte und der gerade im Aufbau einer Reiseagentur war, holte mich wie ausgemacht ab. Mit einem Jeep fuhren wir dann zu seinem Dorf Trinidad in der Nähe von Ciudad Colon, das 30 km entfernt in einer bergigen Umgebung lag. Am nächsten Tag um 5 Uhr früh sollte die von mir gebuchte 5 tägige Rundreise beginnen. Die Tour wurde in Beisein von drei weiteren jungen Männer aus Deutschland durchgesprochen. Guillermo der Reiseführer, ein Schweizer wollte, dass wir vorab die 340 USD bezahlen. In meinem Rucksack hatte ich 1000 USD Reiseschecks, dachte ich. Ich machte die Seitentasche auf, wo ich glaubte das Geld zu haben. Nichts. Mein Kuvert mit den Reiseschecks war weg. Ich suchte und suchte, stellte den ganzen Rucksack auf den Kopf, das Geld war nicht auffindbar. Mir ist bis heute schleierhaft wo die Schecks geblieben sind. Auf den Flug von Madrid nach Miami hatte ich sie noch. Von da an aber verlor sich die Spur. Entweder gestohlen oder verloren ich wusste es nicht. Also sagte ich die Tour ab, um am nächsten Tag die Schecks sperren zu lassen und mir neue zu besorgen. Eine schlaflose Nacht begann.

Dritter Tag : Mit dem Taxi nach San Jose
Jeder kennt die Werbung von Amerika Express Traveleer-Scheck wo die Frau jammert ihr Geld ist gestohlen und der Mann im Liegestuhl liegt und sorglos schaut. Der Slogan \"Wir bringen ihnen das Geld ins Hotel\" ist leider nicht zutreffend. Nach endlosen Telefonate machte ich mich um 10 Uhr auf und fuhr mit dem Taxi nach San Jose. Mit der Adresse der Bank als Vertretung von American Express fuhr ich los. Eine Odyssee begann. Im erstickenden Verkehr von San Jose brauchte der Taxifahrer 2 Stunden die gewisse Bank zu finden. Diese schickte mich wieder zu einer anderen Filiale. Zig Kunden warteten geduldig bis sich an den 3 Schaltern ab und zu was tat. Nach endlosen warten war ich an der Reihe. In meinem nicht ganz so gutem Englisch wollte ich der Frau am Schalter alles erklären. Leider war sie dieser Sprache nicht mächtig und ich konnte kein Spanisch. Wieder warten bis ein Kollege der Frau sich bemühte mich meiner an zu nehmen. Dann wieder unzählige Telefongespräche nach Amerika und England. Jedes mal die gleiche Story, wo ich die Schecks verloren hätte, wann ich sie zuletzt gesehen hätte und viele andere Fragen. Nachdem ich den Geburtsnamen und das Geburtsdatum meiner Mutter sagen musste war die erste Hürde genommen. Ich musste nur noch auf einen Rückruf warten. Dieser Rückruf kam exakt nach 2 1/2 stunden. Um 15:30 war ich dann wieder glücklicher Besitzer von 1000 USD Reiseschecks. Zermürbt machte ich mich auf den Rückweg. Der Taxifahrer war zufrieden mit 60 USD und einen schönen Tag. Ich aber hatte nun schon den den 3.Tag verloren und meine Stimmung war auf den Nullpunkt. Dann das nächste Problem. Da ich ja die Tour unternehmen wollte, war das Hotelzimmer für diese Zeit schon ausgebucht. Ein anderes Hotel war nicht in dieser Ortschaft. Also wo Übernachten? Henry machte sein Kinderzimmer frei was ich dankbar annahm. Wie geht es nun weiter ? Meine ganzen Pläne waren futsch. Henry und ich besprachen die Situation und mit seiner Hilfe stellten wir eine Tour zusammen die ich mit einem Leihwagen auf eigener Faust unternehmen wollte. Also bestellte ich mir einen Leihwagen. Es sollte ein ganz normaler Pkw sein. Um 9 Uhr am nächsten Tag sollte der Wagen geliefert werden.

Vierter, Fünfter und Sechster Tag : Warten auf das Auto, und Abfahrt nach Carara an der Pacific- Küste und zum Manuel-Antonio Nationalpark .

Um 7 Uhr stand ich auf, mein Koffer war noch so wie ich ankam. Es wurde 9 Uhr, 10 Uhr, kein Auto kam. Um 10:30 bat ich Henry die Leihwagen-Agentur anzurufen was los sei. Die Antwort, kein Auto dieser Klasse verfügbar. Was tun? Es gab nur Jeeps mit Allradantrieb. Kosten 65 USD pro Tag. Das waren 25 Dollar mehr als das gewünschte Auto. Mir war nun alles egal, nur ein Auto wollte ich haben. Um 12 Uhr kam der Wagen. Nun konnte mein Urlaub beginnen. In nachhinein war es total richtig, dass ich diesen Geländewagen gebucht hatte. Schotterstraßen mit tiefen Löchern, teilweises durchfahren von Bächen und Steigungen die ein normales Auto nicht geschafft hätte, begleiteten mich. Mein erstes Ziel war der Nationalpark Carara. Die Anreise erfolgte über San Jose, Atenas und Orotino in Richtung Jaco. Ich fuhr durch die Berge und sah eine herrliche Landschaft mit Urwald, Schluchten und Tälern. Die Straße war nicht asphaltiert und nach 4 Stunden Fahrzeit war ich an meinem ersten Ziel. Etwa 15 km nach Jaco befindet sich der Zugang zum NP. An der Brücke über den Rio Tarcoles sollte man halten und die Krokodile beobachten. (Bild) Man sollte dabei unbedingt auf das Auto achten und sämtliche Wertgegenstände mitnehmen, da es hier schon viele Autoaufbrüche gegeben hat. Bei meiner Anwesenheit war zufällig ein Polizeiwagen vor Ort.

Das biologische Reservat Carera ist eine tropische Waldgegend an der zentralen Pacific-Küste. Die Vegetation ist aufgrund der unterschiedlichen Höhen die der Park einnimmt, sehr verschieden. Da der Wald dort nicht so verwachsen ist, ist die Beobachtung von Pflanzen und Tiere einfach. Man sieht hauptsächlich Geier, Enten und Tukane, verschiedene Affenarten, Faultiere, Krokodile und Riesenschmetterlinge.

Ich suchte mir ein Zimmer in Villa Labas ein sehr schöner Ort mitten im Grünen im gleichnamigen Hotel. Am Abend fuhr ich nach Jaco den größten touristisch erschlossenen Ort auf Costa Rica mit wohl den größten Sandstrand.


Am nächsten Tag der Besuch des Nationalparks. Am Eingang bezahlt man 10 USD. Eine Anzahl von Führern bieten ihre Dienste an. Für weitere 10 USD durchstreifte ich den Park mit einem Führer. Die Tour dauerte 4 Stunden und ich habe fast alle oben beschriebene Tiere zu Gesicht bekommen. Dies wäre ohne Führer nicht möglich gewesen. Mit meiner Videokamera machte ich ganz tolle Aufnahmen. Am Abend war ich wider in Jaco, da hier die Möglichkeiten was zu unternehmen sehr vielfältiger waren als in Villa Labas.

Am nächsten Morgen fuhr ich zu den beliebtesten Nationalpark Costa Ricas den Manuel-Antonio-Nationalpark.

Der Nationalpark zählt sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch unter Naturtouristen zu den beliebtesten Ausflugzielen. Der Grund hierfür liegt in seiner einfachen Zugänglichkeit und der schönen Lage direkt an der Pacific-Küste. Auf kleinsten Raum bietet der NP reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt. Der Parkeingang befindet sich genau am Ende der Straße, welche dort einen Kreis zieht.

Entlang des Strandes findet man Stände mit Souvenirs, Kokosnüssen und tropischen Getränken Um in den Park zu kommen muss man einen Flusslauf überqueren der bei Ebbe ungefähr 20 cm Wasser hat. Für 1 USD kam man mit einem Ruderboot die 100 m lange Strecke trockenes Fußes erreichen.

Am Eingang bezahlt man 6 USD. Ich ging in aller Ruhe entlang der Pfade und versuchte möglichst viele Tiere zu entdecken. Leguane und Affen waren leicht zu sehen, die gibt es hier in Massen. Vögel, Faultiere oder ein Gürteltier bekam ich nicht zu Gesicht.

0bwohl diese Tiere auch hier zu sehen sind, fehlt einfach das geschulte Auge.

Was mich am meisten beeindruckte waren die sehr schönen traumhaften Sandstrände, die lieblich in den Buchten eingebunden waren.

Siebter Tag: Zum Catarata-Wasserfall

Im Hotel erfuhr ich dass ganz in der Nähe ein wunderschöner Wasserfall zu besichtigen ist. Also machte ich mich auf den Weg. Nach 20 Minuten Fahrzeit sah ich das Schild auf der linken Straßenseite \" La Catarata Wasserfall\" und bog ab. Nach weiteren 2 km ging es nicht mehr weiter. Am Parkeingang fragte ich den Parkwächter nach dem Weg. Ein 1 stündiger beschwerlicher Weg lag vor mir. Gott sei Dank hatte ich gute Wanderschuhe dabei. Im Waldboden gehauene Stufen mit teilweisen sehr engen Abschnitten führten steil abwärts. Nach dem ich 3 Bäche überquerte hatte, was durch glitschige Steine gar nicht so leicht war, kam ich nach gut 50 Minuten zu dem Wasserfall. Der Blick war grandios. Wieder machte ich super Aufnahmen mit meiner Camera. La Catara ist mit 300 m Gesamtfallhöhe der höchste Wasserfall auf Costa Rica und wird von 2 Flüssen gespeist. Nach dem ich alles gefilmt hatte machte ich mich auf den Rückweg. Der Aufstieg war die Hölle. Mittlerweilen war die Temperatur auf 28°C gestiegen und die Luftfeuchtigkeit war schätzungsweise bei 90%. Ich schwitzte wie nie zu vor in meinem Leben. Da ich auch kein Wasser zum trinken hatte, war ich fast am verdursten als ich nach 1 1/2 Stunden wieder bei meinem Auto war. Dies war mir eine Lehre und auf meinen nächsten Touren hatte ich immer mindestens 2 Flaschen Wasser dabei.

Am frühen Nachmittag war ich wieder in Jaco und verbrachte die letzten Stunden am Strand. Ein wunderschöner Sonnenuntergang beendete diese Tour.

Achter Tag: Zum Nationalpark Chirripo

Von Jaco aus kommend fährt man die Küstenstraße in südlicher Richtung nach Quepos und dann weiter bis nach Dominicial. Von hier aus fährt man über Baru nach San Isidro ins Landesinnere. Nördlich von San Isidro , in den Bergen der Talamanca gelegen ist der NP Chirripo. Hier ist der höchste Berg des Landes der \"Cerro Chirripo\" mit 3820 m. Der Parkeingang befindet sich 15 km von San Isidro. Eine Straße windet sich hinauf auf 1300m nach San Gerado de Rivas. Die Fahrt dauerte fast 6 Stunden als ich dort ankam. Ich hatte Glück als ich mich nach einem Hotel erkundigte. Hotels gab es hier nicht aber einfache Cabinas(20USD ohne warmes Wasser) und das letzte Zimmer was noch frei war bekam ich.

Am nächsten Morgen wollte ich die 8 km lange Strecke auf 2600 m hinauf gehen. Als ich erwachte regnete es fürchterlich. Warten hatte keinen Sinn, denn man sollte mindestens 5 Stunden für diese Tour einplanen. Also sparte ich mir die 6 USD Eintritt und machte mich wieder auf den Weg Richtung San Jose.

Neunter Tag: Auf dem Weg zum Vulkan Irazu

Von San Gerado de Riva nach San Isidro und weiter zur Ortschaft Cartago in derer Nähe der Vulkan Irazu liegt braucht man ungefähr 5-6 Stunden . Es regnete mal wieder. Die Pan-Americana windet sich einspurig von San Isidro in nördlicher Richtung durch eine herrliche Landschaft. Die sehr kurvenreiche Straße ist besonders bei Regen sehr gefährlich zu befahren.


Teilweise ohne Mittel- und Randstreifen sieht man kaum die Kurven und der sehr starke Lastwagen-Verkehr behindert die Sicht vollkommen. Nach 2 Stunden Fahrzeit hörte der Regen auf und eine herrliche Landschaft tat sich auf.

Von Cartago aus windet sich eine Straße 34 km den Berg hinauf mit zum Teil wunderbaren Ausblicken auf das Tal von Cartago. Die Straße endet beinahe am Kraterrand, wo man wieder 6 USD Eintritt bezahlen muss. Die Gegend um den Krater ist beeindruckend. Der Krater hat einen Durchmesser von 1050 m und ist 300 m tief.


Der sichtbare Kratersee mit gelbgrüner Farbe weist auf sehr hohen Schwefelgehalt hin. Der letzte Ausbruch war 1963 und dauerte fast 2 Jahre. Der Vulkan Irazu ist mit 3432 m der höchste Vulkan Costa Ricas. Man sollte unbedingt warme Sachen dabei haben denn es war empfindlich kalt hier oben. Trotz der Größe von 2300 ha sind im Irazu NP nur wenige kurze Pfade vorhanden und nach 1 Stunde Erkundung machte ich mich auf die Weiterfahrt nach Cartago. In Cartago suchte ich mir ein Hotel. Die Fahrt ins Zentrum der Stadt war ein einfaches Chaos.

Bei engen Straßen, einen wahnsinnigen Verkehr und nur Stop and Go mit Gehupe, war Geduld angebracht. Danach besichtigte ich kurz die Basilika de Nuestra Senora de los Angeles ,die wichtigste Pilgerstätte für gläubige Katholiken auf Costa Rica. Da es ansonsten nicht viel zu sehen gab machte ich eine kleine Shoppingtour durch die unzähligen kleinen Geschäfte dieser Stadt. Bei McDonalds endete meine Tour.


Zehnter Tag: Auf dem Weg zum Nationalpark Arenal

Heute wollte ich sehr früh unterwegs sein. Um 5 Uhr stand ich auf und um 6 Uhr fuhr ich los.

Von Cartago aus kommend fährt man über San Jose nach Ciudad Quesada nach La Fortuna der bekanntesten Ortschaft am Arenal See. Der Vulkan Arenal zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Henry empfahl mir die Arenal Lodge, da man von hier einen sehr schönen Blick auf den Vulkan hat. Nach 4 Stunden Fahrzeit war ich in La Fortuna.



Die Lodge war leicht zu finden und ich wollte nur für eine Nacht bleiben. Der Blick zum Vulkan war super. Leider war die Spitze des Vulkans in Wolken verhüllt. Um die Zeit zu nutzen war mein erstes Ziel der Wasserfall von La Fortuna der in jeden Reiseführer zu finden ist.


Mit dem Auto fuhr ich bis zu dem Parkplatz am Eingang zu dem Wasserfall. Von hier aus windet sich ein recht gut begehbarer Weg durch dichtem Nebelwald hinunter in die wilde Schlucht des Wasserfalls mit seinem natürlichen Becken. Etwas schwieriger ist der Aufstieg und gutes Schuhwerk ist angebracht. Nach 2 Stunden war ich wieder bei meinem Auto. Das nächste Ziel war die Umfahrung des Arenal Sees.

Die Nordumfahrung bietet einem fantastische Ausblicke über den See und auf den östlich gelegenen Vulkan. Leider waren die Straßen so schlecht dass ich nur die Hälfte des Sees umfahren konnte da die Zeit nicht ausreichte und ich um 19 Uhr im Hotel sein wollte. Der Grund? Vielleicht hatte ich Glück um den Vulkan bei seinen Eruptionen beobachten zu können die angeblich alle 20-30 Minuten stattfinden. Leider hatte ich an diesem Abend Pech. Dicke Wolken umschlossen seine Spitze und es war nichts zu sehen. Dann sagte mir ein Angestellter des Hotels dass Morgen schönes Wetter wäre und ich dieses einmalige Schauspiel beobachten könnte. Also blieb ich noch einen Tag und eine Nacht.

Elfter Tag: Auf dem Weg zum Tierschutzgebiet Canto Negro und spektakulärer Auftritt des Vulkans Arenal.

Von La Fortuna werden Touren angeboten zu dem NP Cano Negro an der Grenze zu Nicaragua. Ich fuhr mit dem Auto und war wieder froh einen Allradantrieb gehabt zu haben. Eine zu 80% aus Schottersteinen mit unzähligen Schlaglöchern übersähte Straße führt bis nach Los Chiles, wo sich eine Grenzstation zu dem Nachbarland Nicaragua befindet. Der Cano Negro besteht eigentlich aus einem kleinen See, der aus zahlreichen Kanälen des Rio Frio gebildet wird. Man kann nun ein Schiff mieten, es gibt unzählige Anbieter, und diese Kanäle abfahren. Auf meiner 1 stündlichen Fahrt für immerhin 35 USD sah ich unzählige Vogelarten sowie Affen und Krokodile. Erfreut war ich über die sehr schönen Naturaufnahmen die ich machen konnte. Die Heimfahrt war genauso beschwerlich wie die Hinfahrt und ich war froh, als ich um 19 Uhr wieder im Hotel war.

Meine ganze Interesse galt nun dem Vulkan Arenal. Die Luft war klar und die Dämmerung lies den Abend folgen. Ich baute auf den Balkon meine Kamera auf und hoffte das der Vulkan sich rührte. Versorgt mit Getränken wartete ich bis spät am Abend und es passierte nichts. Nur weißer Rauch stieg aus dem Krater. Plötzlich ein Grollen, der Arenal ist seinen Ruf gerecht. Lava wird in die Luft geschleudert und mit Getöse rollt sie den Kraterrand entlang. Ungefähr 20 Minuten dauert dieses einzigartige Naturschauspiel. Ich war begeistert und filmte was das Zeug hielt. Froh dieses alles erleben zu dürfen, verbrachte ich eine schöne Nacht im Freien bis ich irgendwann am Morgen eingeschlafen bin. Warum ich keine Bilder zeige erfährt man im letzten Abschnitt.

Zwölfter Tag : Auf dem Weg zum Vulkan Poa und den Nationalpark Braulio-Carrillo

Um 7 Uhr machte ich mich auf dem Weg zum Vulkan Poa. Von La Fortuna nach Muella, Zacaras und San Miguel, das waren die größeren Orte auf einer mehr oder weniger guten Straße. Von hier aus weiter Richtung Heredia über die Berge der Cordillera Central. Ungefähr auf halber Strecke zweigt eine Passstraße ab Richtung Vulkan Poa. Ein bezaubernder Nebelwald bis auf 2000m ist ständiger Begleiter. Fast hätte ich das Schild übersehen, denn die Beschilderung auf Costa Rica lässt zu wünschen übrig. Um 11 Uhr war ich am Kassenhaus wo man wieder 6 USD zahlt. Dann fuhr ich zu den Parkplätzen. Die Wertsachen sollte man wieder mit sich tragen. Ein Empfangsgebäude mit Erklärungen sämtlicher Vulkane, sowie ein Kaffee und ein Souvenirshop sind hier angesiedelt. Wegweiser zeigen den Weg zum Hauptkrater . Auf einer Höhe von 2708 Meter beobachte ich fasziniert, die ständig aufsteigenden Gaswolken aus dem türkis schimmernden Kratersee. Der See ist nahezu kreisrund und misst im Durchmesser 350 m.

Nach dem ich alles gefilmt und fotografiert hatte machte ich mich auf den Weg zum NP Braulio-Carrillo. Wieder zurück Richtung Heredia und San Jose, kommt man zum NP. Am östlichen Ende ist die Aerial Tram der mein Besuch galt. Da der Park nur bis 17 Uhr geöffnet ist musste ich mich beeilen. das war leichter gesagt als getan. Alleine durch Heridia brauchte ich fast eine Stunde da ich keinen Wegweiser sah, der mich aus diesen Gewirr mit unzähligen Einbahnstraßen führte. Um 15 Uhr hatte ich es geschafft, ich war bei der Bahn. Die Bahn fährt täglich von 9-15:30 Uhr. Ich bezahlte 47,50 USD und war mit einem Guide alleine in der für 5 Personen zugelassenen Gondel. Die Gondeln werden an verschiedenen Stellen angehalten, um den Besuchern einen näheren Einblick in das Baumkronendach zu ermöglichen. Mein Guide zeigte mir in gutem englisch einige interessante Pflanzen und Kleintiere die ich selbst nie gesehen hätte. Insgeheim hatte ich mehr erwartet auf der fast 2 stündigen Tour. Vielleicht war es auch schon zu dunkel. Doch schon alleine die Fahrt durch die Baumwipfel des Regenwaldes und die tollen Filmaufnahmen waren den Eintrittspreis wert. Um 17:30 Uhr machte ich mich auf dem Weg nach San Jose. Heute war ich schon ein wenig geschlaucht und müde. Also suchte ich mir ein anständiges Hotel mit Bad und WC. Ich sah ein Reklameschild \"500m Best Western Hotel\" es war fast im Zentrum der Stadt. Ich fuhr dort hin. Vor dem Hoteleingang war eine Parkzone die von einem Wachmann beaufsichtigt wurde. Hier machte ich den größten Fehler auf dieser Reise. Ich vergaß die Fenster vom Auto zu schließen. Ich stieg aus dem Auto und fragte im Hotel nach einem Zimmer. Diese Abwicklung dauerte ungefähr 10 Minuten. Ich bekam den Zimmerschlüssel und fuhr auf dem hoteleigenen bewachten Parkplatz. Auf dem Rücksitz hatte ich meinen Rucksack mit den persönlichen Sachen und meine Kameratasche mit Videokamera und Fotoapparat. Im Kofferraum war mein Koffer. Diesen holte ich zuerst heraus und dann wollte ich die beiden anderen Taschen aus dem Auto holen. Ich sah meinen Rucksack aber keine Kameratasche. Der Schreck fuhr mir durch die Glieder. Ich durchsuchte das ganze Auto, die Tasche war weg. Was tun? Ich ging zurück an die Rezeption, weil ich dachte vielleicht habe ich die Tasche mitgenommen. Fehlanzeige! Dann ging ich zu den Wachmann vor dem Hotel, der musste es gesehen haben wenn irgend jemand am Auto war. Dieser verneinte alles und war mir gegenüber sehr abweisend. Ich heulte vor Wut. Nicht wegen der Video- und Fotokamera, sondern wegen der Aufnahmen die ich gemacht hatte, Aufnahmen wie ich sie wohl nie mehr machen kann, denn wann sieht man einen Vulkan Feuer speien, Affenfamilien die spielen und streiten wie Menschen, Krokodile, Leguane, Vogelarten und überhaupt die Artenvielfalt die es nur in diesem faszinierenden Land gibt. Ich war noch nie in meinem Leben so traurig und voller Zorn wie in diesem Moment. Das ist auch der Grund das meine Reise fast ohne Bildmaterial vorliegt. Ich hatte keine weitere Lust mehr am nächsten Tag etwas zu unternehmen. Eine schlaflose Nacht lag vor mir.

Dreizehnter Tag : Zurück nach Trinidat.

Mein erster Weg am Morgen war der Weg zur Rezeption um nochmals nach der Tasche zu fragen. Es war Hoffnungslos und ich konnte mich nur schlecht damit abfinden. Lustlos schaute ich mir dann die Hauptstadt an. Eine Millionenstadt, die man gut zu Fuß erleben kann. Das alte Zentrum ist nicht groß, also kann man sich auf die quirlige Innenstadt beschränken. Sehenswert das Nationaltheater (Placa de Cultura), der Mercado Central ein riesiger Markt und das Museum de Ora. Gegen Nachmittag fuhr ich zurück nach Trinidad zu meinem Ausgangspunkt. Ich hatte Glück denn es war noch ein Zimmer frei in dem kleinen Hotel in der Ortschaft. Ich erzählte Henry mein Pech. Dann erfuhr ich, dass 5 deutschen Vogelkundler, bei Beobachtungen der ganze Reisebus gestohlen wurde. Ein schwacher Trost für mich.

Am Abend traf ich mich mit Henry und zum ersten mal gab ich mich den Alkohol hin. Die kleine Taverne hatte nur 5 Gäste, Henry und ich und 3 Einheimische plus den Besitzerehepaar. Man erkannte sofort mein trauriges Gesicht. Man lud uns ein am Tisch Platz zu nehmen. Der Wirt holte seine Gitarre und so wurde es doch noch ein schöner Abend.

Vierzehnter Tag :Fahrt nach Puntarenas

Als ich am nächsten Morgen erwachte, dachte ich, mich hat ein Dampfhammer getroffen. Kopfschmerzen bis geht nicht mehr. Es war mein letzter Tag. Was tun? Ich telefonierte mit Henry. Dieser empfahl mir, doch nach Puntarena zu fahren und dort noch einmal das Strandleben zu genießen, was ich auch tat. Mit dem Auto braucht man 1 Stunde Fahrzeit.

Puntarena ist ein traditioneller Badeort der Costaricaner. Puntarena bedeutet Sandspitze. Die Ortschaft liegt auf einer Sandspitze mit 600m Breite und 6km Länge. Es ist eine Landzunge die in den Golf von Nicoya hineinragt. Lange Zeit war sie der wichtigste Pacific-Hafen des Landes, bis das benachbarte Caldera diese Funktion übernahm.


Zum Sonnen war es fast zu heiß, also suchte ich mir in einer der vielzähligen Tavernen die den Strand säumen einen schattigen Platz und beobachtete das Treiben. Irgendwoher tönte Musik, die Wellen des blauen Pacifiks plätscherten sanft heran und eine erfrischende Brise wehte mir ins Gesicht. Irgendwann war dann auch der Kopfschmerz weg und ich fühlte mich wohler. Urlaub kann ja so schön sein. Ich ging nochmals gut Essen und spät am Abend fuhr ich wieder zurück.

Fünfzehnter Tag :Heimflug

Fazit: Als ich diese Zeilen schrieb war ich oftmals sehr traurig, dass mir das alles passieren konnte. Ich habe vieles nicht gesehen was ich sehen wollte. Wahrscheinlich hätten diese 2 Wochen auch so nicht gereicht. Wenn es mir vergönnt ist werde ich dieses Land noch einmal besuchen. Aber erst muss diese Frustration aus mir heraus. Eines nehme ich mir zu Herzen:

1. Nie mehr einen Flug buchen mit mehr als einem Stop

2. Den nahesten Flughafen nehmen

3. Nur noch den Zug zu einem entfernten Flughafen nehmen

4. Geld und Ausweißpapiere immer am Körper tragen

5. Fotoausrüstung immer mitnehmen und nie aus den Augen lassen.

6. Auto immer dicht machen und lieber zweimal schauen ob alles zu ist.

7. Niemals anderen Vertrauen.

Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
 



 
Neue Antwort erstellen Seite 1 von 1