Mo, 28.05 um 11:20 Uhr im MDR
Perlen des Regenwaldes (2/2) -
Ein Friedenspark in der Mitte Amerikas - Das Schutzgebiet der Indios
Zweiteiliger Film von Cornelia Volk und Frank Eckert
Der Soldatenara steht im Norden Costa Ricas kurz vor der Ausrottung. Er hat dort sein wichtigstes Brutgebiet, doch noch immer fällt hektarweise Regenwald den Motorsägen zum Opfer. Mit jedem Almendro-Baum, der verschwindet, verringert sich die Zahl der Niststätten und Nahrungsquellen für den großen grünen Papagei. Im Grenzgebiet von Costa Rica und Nicaragua ist er zum Symboltier für den Kampf um die Erhaltung des einzigartigen Ökosystems geworden. Costa Rica will den Soldatenara retten, indem es den Maquenque-Nationalpark genau in jener Region einrichtet, in der die Vögel traditionell ihre Jungen aufziehen.
Auf der anderen Seite des Rio San Juan, im nicaraguanischen Biosphärenreservat Indio-Maiz, dem größten zusammenhängenden Primärwald Mittelamerikas, kommt der Soldatenara noch recht häufig vor. Naturschutzorganisationen beider Länder versuchen jedoch auch in den Pufferzonen außerhalb der Schutzgebiete, in denen sich immer mehr Menschen auf der Suche nach Land niederlassen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Arten für den ganzen Lebensraum zu stärken.
Die Naturschützer scheuen dafür keine Mühe. Um sich mit den Bewohnern eines entlegenen Dorfes über ökologische und ökonomische Fragen austauschen zu können, kämpfen sie sich acht Stunden lang auf Pferden durch metertiefen Schlamm. Das riesige Biosphärenreservat Indio-Maiz, das sich entlang des Rio San Juan bis an die Karibikküste erstreckt, gilt als Herzstück des grenzübergreifenden Peace Parks "SI-A-PAZ" (Ja zum Frieden). Auf wenigen Hektar sind hier mehr Tier- und Pflanzenarten zu finden als in ganz Europa: Erdbeerfrösche und Goldbaumsteiger am dunklen Dschungelgrund, Tukane, Amazonen, Mantelbrüllaffen und Klammeraffen an Orten, wo mehr Licht einfällt.
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