
Re: Projekt in Südamerika / Costa Rica ?
Täume sind vielfach auch Schäume………….Vor 20 Jahren bin ich in Costa Rica hängen geblieben. Eigentlich wollte ich gar nicht auswandern, das hat sich einfach so ergeben. Mit meinem beinahe letzten Geld kaufte ich mir ein 23 hektar- Grundstück, das freiere natürliche und unabhängige Leben konnte losgehen.
Mein Grundstück auf der Peninsula de Osa, lag eigentlich mitten im Dschungel. Kein Weg, kein Strom und das Wasser musste ich etwa 500mtr. Von der Quelle auf den Berg schleppen. Als Schweizer baute ich natürlich meine Holzhütte wegen der Aussicht am höchsten Punkt. Weil ich zuwenig Geld hatte konnte ich mir keine Arbeiter leisten und musste alles selbst machen. Was glaubt Ihr was es heisst mit der Machete bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtikeit im Zeugs rumzuroden. Nach dem Abbrennen wird dann beispielsweise Mais gepflanzt. Da macht man alles von Hand. Mit einem spitzen Stock macht man alle 60cm ein Loch und wirft so 4 Körner rein. Wisst ihr wie gross ein hektar sein kann, wenn man so arbeitet. Das Unkraut wächst schneller als der Mais. Nach ungefähr 3 Wochen sieht dein Maisfeld wunderbar aus, schön grün mit kräftigen Farben. Dann geht es aber los. Den Blattschneiderameisen schmeckt das frische grün und räumen auf. Man muss Gift in die Ameisenstrassen legen. Das Gift ist gegenüber dem Mais saumässig teuer. Nach 3 Monaten hast du dann langsam Kolben an den Stenegel. Zuerst kommen die Papageien und machen die Kolben auf. Die Affen, Nasen- und Waschbären fressen dir den Mais weg. Gegen Abend muss man ums Feld rennen um die Viecher mit Schreien und Geräuschen zu vertreiben. Dann kommt irgendwann die Ernte, wenn du Glück hast holst du pro hektar 10- 15 Zentner raus, meistens hat man aber Pech mit Wetter und so. Wenn du Glück hast musst du nun die Zentner an die Strasse schleppen, musst den Transport in die Stadt teuer bezahlen und dann beim Einkäufer erfahren, dass das der Maispreis im Moment ganz tief liegt. Diese Maisgeschichte ist eigentlich nur ein simples Beispiel, ich könnte noch viele auflisten. Ich habe dann auch längere Zeit Gold gesucht, aber wenn ich ehrlich bin habe ich bei mindestens 8 Std. harter Arbeit höchstens im Schnitt höchstens ein halbes gramm gefunden. Ich hatte Glück mit meiner costaricanischen Frau, denn sie kannte sich im Wald aus. Gegessen haben wir immer, allerdings immer Reis und Bohnen mit gekochten Bananen und so, Geschmeckt hat es immer, denn Hunger ist der beste Koch. (eine europäische Frau wäre schon lange davon gelaufen) Als dann unsere Tochter auf die Welt kam, musste ich mit Rauchen aufhören. Weil meine Tochter die Brust nicht akzeptierte musste ich Pulvermilch kaufen, denn eine Kuh hatten wir noch nicht. Die Pulvermilch war teuer und es reichte nicht mehr aus für die Zigaretten. So was drückt natürlich auf Vater- Tochter- Beziehung.
Ein paar Jahre später kam mich ein Freund besuchen. Er borgte mir Geld für ein Flugticket in die Schweiz. Da ging ich dann ein halbes Jahr arbeiten, ich hatte 3 verschiedene Jobs. So kam ich langsam wieder auf die Füsse. Seit 14 Jahren gehe ich nun für eine Firma für 6 Monate pro Jahr auf Montage. Heute geht es uns gut. Mit dem so verdienten Geld konnten wir eine schöne Lodge aufbauen. Auf meinen Jeep wie auch auf mein kleines Boot will ich nicht mehr verzichten. Alle 3 Jahre gönne ich mir einen neuen Computer und meine Bierchen will ich auch trinken. Ich bin nun 46 Jahre alt und werde das noch bis 50 machen. Dann habe ich ausser meiner schuldenfreien Lodge auch noch ein paar 100 000$ auf dem Konto, das mir 5-6% Zins gibt.
Eigentlich wollte ich gar keine Geschichte schreiben. Ich möchte nur mitteilen dass ihr falls den Traum eines freien, natürlichen und unabhängigen Leben verwirklichen wollt, nehmt genug Geld mit, ansonsten kann sich der Taum schnell in eine Entäuschung umwandeln.
Viele Grüsse und gutes Glück. Bitte schreibt mir in ein paar Jahren wieder
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