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Reisebericht November 2004
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Beitrag Reisebericht November 2004 
Reisebericht November 2004

Wir sind gerade vor 10 Tagen von zwei (leider viel zu kurzen) Costa-Rica-Wochen zurückgekehrt, hier mein Reisebericht. Wer noch Detailfragen hat, soll sich einfach rühren. Der Bericht ist leider recht lang geworden, eine Kurzfassung kann man sich bei Ciao! unter http://www.ciao.de/Costa_Rica_Allgemeines__Test_2889580 reinziehen.

Den Flug, den Mietwagen sowie das Ankunftshotel hatten wir über PALMISOL Reisen gebucht, kompetent, schnell und freundlich. Zudem hatte ich mich entschieden, auch schon die Hotels / Cabanas vorzureservieren, um langes Rumgesuche zu vermeiden. Die Hotelreservierungen habe ich allerdings selbst per Mail und Fax gemacht, was beim derzeitigen Dollarkurs deutlich günstiger war als über das Reisebüro.

Unsere Strecke: San Jose – La Fortuna – Tamarindo – Samara – Montezuma – Playa Tortuga – Dominical – Turrialba – San Jose

19. 11.2004
Abflug München-Amsterdam mit KLM, dort ging es mit Martinair weiter über Orlando nach San Jose. Martinair fliegt ab Orlando z.Zt. NICHT mit dem gleichen Flieger weiter, was aber egal ist, da man sein Gepäck dort ohnehin vom Laufband nehmen muss wo es von US-Schergen, auch wenn nur im Transit, durchwühlt wird. Ferner Fingerabdrücke und Foto von mehr oder weniger freundlichen US-Sheriffs, Leibesvisitation etc. Wenn man mit dem ganzen Kram fertig ist (rund 1-2 Stunden), geht der Flieger auch schon weiter.

In San Jose geht die Einreise recht flott (halbe Stunde) und wir sind gegen Mitternacht endlich im Hotel El Sesteo und fallen um 1h ins Bett. Leider nicht lange, denn um 2h denke ich, jemand tritt die Tür ein. Es ist aber „nur“ ein Erdbeben der Stärke 6,2. Die ganze Nacht Nachbeben, laut Auskunft Einheimischer schon ein stärkeres, aber kein ungewöhnlich heftiges. So was kommt wohl fast jedes Jahr einmal vor. Epizentrum nahe Quepos.

20.11.2004
Stadtbesichtigung San Jose. Wie hier oft erwähnt hat die Hauptstadt nichts spektakuläres zu bieten. Sie verschafft aber einen guten Eindruck über Land und Leute: Das Gewusel in der Innenstadt, die dröhnenden Werbelautsprecher aus den Läden, die Gemüseverkäufer auf den Straßen, das alles ist schon ein lustiges und farbenfrohes Bild. Das Nationalmuseum ist nicht spektakulär, liegt aber in einem alten Fort recht schön über der Innenstadt.

Aufgrund der überschaubaren Maße der (Innen-)stadt bietet sich an, San Jose per Fuß zu erkunden. Vom Hotel El Sesteo ist man über die Avenida Central in einer knappen halben Stunde in der Innenstadt. Das peruanische Restaurant „Machu Pichu“ ist SUPERLECKER, der in Zitrone und Kerbel eingelegte Tintenfisch ein Traum.

21.11.2004
Mietwagenübernahme und Fahrt nach La Fortuna, zum Vulkan Arenal. Der Daihatsu Terios ist klein aber fein und vierrädrig, was (v.a. die höhere Bodenfreiheit) wir bei manchen Strecken gut gebrauchen konnten. Im dichtbesiedelten Valle Central verfahren wir uns erst mal ein wenig, dann geht die Route über Grecia, Sarchi und Ciudad Quesada nach La Fortuna. Die Luftfeuchtigkeit nimmt deutlich zu, leider ist der Arenal bei unserer Ankunft am Nachmittag komplett verhangen.

Nach einer stimmungsvollen Regenwanderung auf dem Sendero des Hotels Arenal Paraiso lassen wir es gemütlich angehen und lümmeln am frühen Abend in den Baldi-Thermen herum. Diese haben preislich allerdings ziemlich angezogen, um die 15 US$ pro Nase, es fragt sich, ob man bei diesen Preisen nicht gleich in die Tabacon-Thermen gehen sollte, die wohl noch etwas schöner sind. Trotzdem gefallen uns die Baldi-Thermen sehr gut, diverse Becken in immergrüner Natur, sehr erholsam. Abends beim leckeren Mexikaner in La Fortuna, hab den Namen vergessen, am Ortsausgang Richtung Arenal auf der rechten Seite.

22.11.2004
Leider ist auch am Morgen der Vulkan immer noch im Nebel. Pech gehabt, aber was soll’s, ein paar Mal haben wir ihn immerhin grummeln gehört. Die Fahrt im Nebelwald am See entlang ist sehr stimmungsvoll, die Straße allerdings ziemlich mies, was mit einem Jeep aber durchaus Spaß machen kann. Das Hotel „Los Heroes“ mit seiner schweizer Alpenarchitektur ist schon skurril. In der Guanacaste-Region wird es deutlich trockener und flacher und wir brausen die Interamericana nach Norden, in Liberia geht es nach Westen auf die Nicoya-Halbinsel, die mich von der Vegetation und der Landschaft her etwas an mediterrane Gegenden erinnert.

Ankunft in Tamarindo, das auf mich dafür, dass es (Ami-)Touristen-Hotspot-Nr. 1 sein soll, einen ziemlich abgefuckten Eindruck macht. Ein paar größere Hotelbauten, ansonsten aber viele kleine Hotels und Cabinas neben wahlweise staubigen oder vermatschten Straßen. Der Strand ist schon ganz nett in der weitläufigen Bucht. In vielen Restaurants wird man aber eher abgefertig, die sonstige Freundlichkeit der Ticos leidet hier deutlich unter dem Touristenansturm. In der Hochsaison würde ich persönlich einen Bogen um diese Stadt machen. Unser Grund hierherzukommen war einzig, die Riesen-Lederrücken-Schildkröten bei der Eiablage beobachten zu können. Bei der Buchung im Parkbüro (Bretterhütte) am Ortsausgang ist man eher skeptisch, da die letzten Nächte nie Schildkröten beobachtet werden konnten. Wir buchen trotzdem und setzen gegen 20h mit dem Boot zum Playa Larga über, dort sitzen wir im Dunkeln im Sand und vertreiben uns die Zeit mit dem Betrachten des fantastischen Sternenhimmels und hören der Brandung zu. Gegen Mitternacht wollen wir fast schon aufgeben, als am Strand endlich Schildkröten gesichtet werden. Ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis, wie die riesige Schildkröte mühsam ein tiefes Loch buddelt um dort die Eier zu deponieren. Es fragt sich allerdings, ob die Beobachten durch die Touristen die Tiere nicht doch zu sehr stört, da es halt immer ein paar Hanseln gibt, die sich nicht an die Regeln halten.

23.11.2004
Auf jeden Fall hat sich der Hauptzweck unseres Tamarindo-Stops gelohnt und den zweiten (Reserve-)Tag verbringen wir mit rumlümmeln am Strand und einer kühlen Kokosnuss. Empfehlen möchte ich in Tamarindo das liebevoll eingerichtete und auch sonst supernette Hotel Luna Llena, dessen italienische Besitzer sowie der Rest der Crew superfreundlich. Der Gegenwert für die 55US$ in der Nebensaison sind hier unbedingt gegeben. Stimmungsvoll ist das Restaurant El Pescador, die Speisen gut wenn auch nicht Weltklasse. Hier habe ich mit den Garnelen in Knoblauch die größte Knoblauchbombe meines Lebens gegessen. Ich liebe Knoblauch, aber dass so eine Konzentration möglich ist, hätte ich nie und nimmer für möglich gehalten.

24.11.2004
Heute fahren wir nur eine kurze Strecke nach Samara, das uns wegen des schönen Strandes empfohlen wurde und das wir morgen zudem als frühen Ausgangspunkt für die berüchtigte Küstenfahrt nutzen wollen. Samara selbst ist ein deutlich kleineres Städtchen als Tamarindo und macht gerade jetzt Ende Nebensaison fast schon einen ausgestorbenen, aber relaxten Eindruck. Der Strand ist deutlich kleiner als der in Tamarindo, dafür aber palmenbestandener und irgendwie grüner.

Das Hotel Brisas del Pacifico kann ich für Individualreisende nicht empfehlen, hier werden eher die pauschalbuchenden Jahn-Reisenden untergebracht. Zudem lassen die deutschen Leiter des Hotels gegenüber den Tico-Angestellten ziemlich den Chef raushängen, was ich nicht so toll fand, und die Kurzübernachter-Zimmer sind dunkel und unpersönlich. Verbracht haben wir den Tag dann am Strand und beim Spazieren gehen im Örtchen.

25.11.2004
Für den heutigen Tag stand die berühmt berüchtigte Küsten- und Strandfahrt nach Montezuma im Programm. Beim Auschecken im Hotel haben wir noch gefragt, ob man die Flüsse durchqueren könnte. Der Rezeptzionist meinte das sei kein Problem, der Wasserstand nicht allzuhoch. Ich war allerdings etwas skeptisch, da es in den letzten Nächten oft geregnet hatte und schon die Städte leicht vermatscht waren. Meine Skepsis sollte sich leider als berechtigt erweisen, denn bereits 10km nach Samara standen wir nach einer Kurve plötzlich vor einem riesen Fluss, vielleicht 20m breit und nach meinen Einschätzungen mindestens 1m tief. Vor dem Fluss stand schon ein Jeep, allerdings mit Rüssel, dessen Fahrer aber nirgendwo aufzufinden war (ertrunken?).

Naja, langer Rede kurzer Sinn, in Anbetracht der Tatsache, dass wir keinen Rüssel hatten und dieser Fluss in der Beschreibung noch nicht einmal erwähnt wurde und noch deutlich tiefer Flüsse kommen sollten, gewann bei mit der Hasenfuss die Überhand und wir entschieden uns, umzukehren und durch das Landesinnere nach Montezuma zu fahren. Über eine löcherige Piste bis Hojancha ging es danach ganz gut weiter, so konnten wir immerhin noch mal was von der schönen Landschaft mitnehmen. Die letzte Strecke runter nach Montezuma ist noch mal ziemlich beschissen und ich war froh, einen Jeep zu haben. Montezuma selbst hat mich gleich begeistert, ein kleiner Ort am Arsch der Welt, die Leute relaxt und doch nicht zu hippiemäßig. Unterkunft im fabelhaften Hotel Amor de Mar, ein irgendwie schiefes aber gleich sympathisches Holzhaus mit einem fantastischen Garten direkt am Meer und vielen vielen Hängematten zwischen den Palmen.

Am Nachmittag fühlte ich mich dann das erste Mal richtig im Urlaub, als wir in der zweistöckigen Strandkneipe (an der Palme) saßen und auf den kleinen Stand schauten, das Kondenswasser außen in Strömen an meinem kalten Imperial herabfloss, aus den Boxen dezent Bob Marley erklang und die Pelikane in der Bucht zum Fischen ins Wasser eintauchten. Großartig! Zu Abend haben wir im Playa de los Artistes gegessen, ein fantastisches und sehr stylisches Fischlokal unter italienischer Leitung, das aber auch das teuerste Lokal unserer Reise war.

26.11.2004
Heute wollten wir zum Reservat am Cabo Blanco fahren die dortige Wanderung durch den Trockenwald zum Strand machen. Die Piste über Cabuya zum Parkeintritt ist miserabel und fast nur mit einem Jeep zu bewerkstelligen. Die Wanderung im dichten Wald ist bei den megaschwülen Temperaturen vor allem aufgrund der vielen Ab- und Aufstiege sehr anstrengend und es dauert fast zwei Stunden bis zum Strand. Der Strand selbst ist naturbelassen und einsam und hat mir wunderbar gefallen, dem Ende der Welt noch näher als Montezuma. Als ich dort gemütlich im Wasser planschte, machte meine Freundin aufgeregt Zeichen, nachdem sie mit vier Amerikanern (die einzigen Besucher außer uns) gesprochen hatte. Laut Auskunft dieser Typen gebe es a) im Wasser äußerst gefährliche Quallen b) sehr giftige Büsche am Strand c) megabrutale Haie in der Bucht, die sie am anderen Ende schon gesehen hätten. Das wollte ich natürlich nicht überprüfen und wir stapften zum felsigen Ende der Bucht, wo nach kurzem Warten tatsächlich ein paar Haie kurz ihre Rückenflosse aufblitzen ließen. Die Dinger waren nicht allzu groß, vielleicht ein- bis eineinhalb Meter, meiner Meinung nach weit davon entfernt, um für einen Menschen gefährlich zu sein.

Naja, egal, langsam mussten wir uns eh auf den Rückweg machen, im Wald sahen wir dann noch einige Äffchen, diese blauen Schmetterlinge, einen Rotkopfspecht, ein Reh, einen ziemlich großen Leguan und diverse andere Vögel. Meist ist das Gestrüpp aber zu dicht, um viel sehen zu können, zur Tierbeobachtung würde ich andere Parks empfehlen. Die Wanderung insgesamt ist aber sehr stimmungsvoll und man macht mal was anderes als aufs Meer gucken und Imperial trinken. Auch wenn letzteres natürlich eine sehr sonnvolle Beschäftigung ist!

27.11.2004
Heute ging es mit der Fähre von Paquera wieder zurück auf’s „Festland“ nach Puntarenas. Ich hatte gelesen, dass die Fähre immer recht voll sei, und wir starteten deswegen recht früh und waren rund eine halbe Stunde vor Abfahrt der Fähre um acht oder halb neun da. Fünf Minuten vorher hätten allerdings auch gereicht, denn das Schiff war nicht mal voll und wartete noch eine Weile. Die Überfahrt dauert rund eine Stunde und hat uns gut gefallen, es sieht alles so unberührt und unbewohnt aus, wenn man es vom Schiff aus sieht.

Die heutige Etappe sollte die längste unserer Reise sein, von Puntarenas ging es weiter an der Pazifikküste entlang, über Jaco, Quepos, Dominical und Uvita bis zum Playa Tortuga, wo wir drei Nächte in den Villas Gaia gebucht hatten. Die Villas Gaia waren mein absolutes Lieblingshotel der Reise, rund ein Dutzend große, hell und freundlich gestrichene Cabinas mit Terrasse mitten in tropischer Vegetation, teils näher an der Straße, teils auf einem Hügel, wo auch der Pool liegt. Von dort hat man einen fantastischen Ausblick auf der einen Seite auf den total unberührten Pazifikstrand, der rund 1km entfernt wird. Auf der anderen Seite blickt man auf die nebelverhangenen Hänge des Regenwaldes. Ein toller Fleck, den ich jedem nur empfehlen kann. Auch das Restaurant des Hotels ist fantastisch und das Personal superfreundlich. Einziger Nachteil: Mittlerweile ist die Straße geteert, was zahlreiche Brummifahrer als Alternative zur bergigen Interamericana nutzen. Neben den Geräuschen des Regenwaldes und der Brandung ist leider deshalb ab und zu das Aufheulen eines Lasters zu hören. Es hält sich aber immer noch in Grenzen und ist leiser als in Orten direkt.


28.11.2004
Nach einer morgendlichen, abenteuerlichen Tour zum Strand, durch dichten Wald, über matschige Böden und zusammengezimmerte Hängebrücken, war ein Relax-Tag angesagt. Ich bin eigentlich kein Pool-Hocker aber bei diesem Ausblick war es einfach fantastisch. Bequem aus dem Pool konnte man auch ein Faultier beobachten, das es sich auf einem Baum in der Hotelanlage gemütlich gemacht hatte.

29.11.2004
Wir fuhren zu einer Tagestour nach Sierpe auf die Corcovado-Halbinsel, wo wir gucken wollten, ob uns nicht einer mit dem Boot zur Isla del Cano fahren kann, um etwas zu schnorcheln. 90US$ pro Nase waren zwar ein happiger Preis, da wir hauptsächlich deswegen die Schnorchelausrüstung mitgenommen hatten, wollten wir uns das aber nicht entgehen ließen. Schon die Fahrt auf dem Rio Sierpe war sehr interessant und der Bootsführer zeigte uns weitere Tiere, unter anderem unseren ersten Tukan. Auf dem Meer wurde die Fahrt dann etwas härter, dafür sahen wir direkt an unserem Boot einige Delfine, die ob unserer Durchreise freudige Luftsprünge machten. Bei der Anfahrt kam mir die Insel vor wie eine Pirateninsel, tatsächlich soll der Legende nach irgendwo ein Freibeuterschatz vergraben sein.

Beim Lunch am Strand lungert außer ein paar Tagestouristen niemand rum, und auch hier stellt sich wieder dieses fantastische Gefühl der Abgeschiedenheit ein. Vom Schnorcheln selbst fand ich das Gebiet jetzt nicht brutal spektakulär, klar, man sieht einen Großteil der tropischen Fischwelt, sogar ein kleiner Hai schwamm rund 3m unter mir vorbei, ich persönlich fand das Rote Meer jedoch beeindruckender. Gerade was Farbe und Form der Korallen angeht, hinkt der Pazifik an dieser Stelle doch etwas hinterher. Kann aber auch sein, dass der Bootsführer einfach nicht die optimalste Stelle herausgesucht hat. Auf dem Rückweg fuhren wir mit dem Boot dann noch durch die mittlerweile überfluteten Mangroven, auch das eine sehr interessante Sache. In Sierpe endlich ein kühles Bier, und dann im kurzen Sonnenuntergang durch Bananenplantagen heimwärts zu den Villas Gaia.

30.11.2004
Heute mussten wir leider Abschied nehmen von den geliebten Villas Gaia, es ging wieder nordwärts nach Dominical zur Hacienda Baru, wo wir eine Nachtwanderung gebucht hatten. Wir stellten unsere Kiste auf dem Gelände der Hacienda ab und machten uns wanderfertig, am Nachmittag ging es schließlich los, nur wir beide und zwei Führer, die sehr fachkundig waren und ein Fernrohr sowie mehrer Tiertabellen dabei hatten. Der Aufstieg zum Camp, wo wir übernachten sollten, war nicht so anstrengend wie gedacht und unterwegs sahen wir die üblichen Verdächtigen und ich kam in den Genuss, als Snack ein paar Termiten zu probieren, die gar nicht so übel schmecken.

Wir erreichten in der Dämmerung das Camp, das idyllisch mitten im Urwald liegt. Nach einer Brotzeit stand dann die rund einstündige Nachtwanderung rund um das Camp auf dem Programm. Dabei sieht man vor allem aus der Insektenwelt so ziemlich alles, was ich eigentlich gar nicht unbedingt sehen wollte: Vogelspinnen, Schlangen, Riesenkakerlaken undundund. Besonders eindrucksvoll der Moment, als wir uns an einem Urwaldreisen hinsetzten und die Taschenlampen für 10 Minuten ausgemacht haben. Im Dschungeldickicht sah man die Hand vor Augen nicht, nur ein paar kleine Sterne funkelten durch ein paar Löcher im Blätterdach. Da ist man dann richtig froh, wenn man danach im Zelt liegt und den Reißverschluss zuziehen kann und außer den Geräuschen und Gerüchen der Nacht alles draußen bleibt, was so kreucht und fleucht.

01.12.2004
Am Morgen dann Abstieg zur Hacienda, wo wir erst mal in der gebuchten Cabina geduscht haben, die Häuschen selbst liegen gemütlich mit einem kleinen Garten mitten in der Anlage und sind sehr geräumig, 3 Schlafzimmer, wenn man so ein Ding zu viert bucht, bekommt man recht viel für seine 45US$. Auch wenn am Abend unzählbare Hundertfüßler hinter den Bodenleisten hervorkrochen, die ich aber gottseidank weniger eklig finde. Den letzten Tag am Pazifik verbrachten wir dann am fabelhaften Strand, der auch zum Naturschutzgebiet der Hacienda Baru gehört. Nach Norden und Süden weit und breit keine Menschenseele außer uns, ein paar Palmen und die üblichen Leguane und Einsiedlerkrebse vervollkommnen diese Szenerie zum absoluten tropischen Strandparadies. Der Abschied fällt mir schwer.

02.12.2004
Da wir den letzten Tag nicht in der Stadt verbringen wollten, führt uns unsere letzte Route nach Turrialba rund 60km westlich von San Jose. Obwohl es nur rund 150km von Dominical aus sind, zieht sich die Fahrt auf den Bergkämmen der Cordillieren doch recht lang dahin, besonders wenn es wie heute neblig und regnerisch ist und die Schwerlaster mit 20km/h die Interamericana bergan kriechen. Leider sieht man aufgrund der Nebels auch nix und die Fahrt macht mir auch aufgrund der stark gesunkenen Temperaturen nicht viel Spaß. Da sich das Wetter nicht besser, beschließen wir, auch die geplante Fahrt durch das Orosi-Tal zu streichen und direkt nach Turrialba zu brausen. Dieses Städtchen liegt sehr idyllisch in einer Senke und ist von unserem Hotel Turrialtico Lodge auf dem gegenüber Berghang toll zu überblicken, auch nachts, wenn die Lichter der Stadt einen gemütlichen Anblick bieten. Das Hotel selbst ist eher rustikal aus Holz, aber sehr gemütlich, die Küche des Restaurants eher durchwachsen, wenn auch bei der Stadtbevölkerung für feierliche Anlässe sehr beliebt. Im milderen Klima der Berge können wir das erste Mal wieder ohne Schweißausbrüche im Bett liegen.

03.12.2004
Fahrt nach San Jose, wo wir natürlich die Umgehung verpassen und mitten durch die Innenstadt dübeln, aber wir haben ja Zeit bis zum Abflug um 15h. Nach der Mietwagenrückgabe hat sich der Urlaub dann und ich sehe mit Bangen den frostigen Temperaturen in Europa entgegen. Schade, eine dritte Woche hätte mir noch gefallen, ein paar Vulkane in Augenschein nehmen oder einen Abstecher an die Karibikküste machen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen!

Geld-Tipps:
Geld bekommt man am günstigsten für Reiseschecks (in US$!), die Kommission liegt selbst in Hotels mit ein bis zwei Dollar für einen 100$-Scheck rechtniedrig. Erträglich sind die Gebühren auch noch mit einer EC-Karte (Maestro). Ist aber außer in den Touri-Orten kaum wo möglich. Hier zahlt man rund fünf Euro Gebühren für den gleichen Gegenwert. Die Kreditkartenfirma nimmt das gleiche, vor Ort sind aber meist noch mal Kommissionsgebühren zu zahlen, so dass man insgesamt schon auf sieben bis acht Euro kommt.

So long, Grüße, Lars

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