Costa Rica 2004
(mit Abstechern nach Nicaragua und Panama)
6. November bis 12. Dezember 2004)
Am Samstag, den 6. Nov. 2004, ging\'s einmal mit IBERIA von Wien nach Madrid, wo wir übernachteten.
Am Sonntag, den 7. November, fuhren wir um 10.30 Uhr zum Flughafen Madrid Barajas. Die Wartezeit bis Abflug um 12.40 Uhr verging relativ schnell. Um ca. 16 Uhr – eine ½ Stunde früher als geplant – kamen wir am Flughafen von San José, in der Nähe von Alajuela, an. Endloses Warten bei der Einreise folgte danach; dann Geldwechsel beim Abflugterminal (geöffnet tgl. 5 bis 22 Uhr) - € 1,--/ca. col. 500,--. Dann ging es mit dem Taxi/$ 12,-- bis zu unserem vorreservierten Quartier „Casa Leon“ in der Av. 6./C. 13 ($ 30,--). Leider regnete es in Strömen; angeblich um diese Jahreszeit sehr oft am Abend. Es regnete aber die ganze Nacht und es trommelte lautstark und unaufhörlich auf das Dach der Pension. Durch das schlechte Wetter (relativ kalt, Dauerregen und starker Wind) war der Anfang unserer Tour alles andere als erfreulich.
Heute, am Montag, den 8. November, taten wir uns mit dem „zeitig Aufstehen“ durch die Zeitumstellung noch leicht. Bereits um 7.15 Uhr ging es von der „Casa Leon“ los. Entlang der Avenida 2, die eigentliche Hauptdurchzugsstraße, gingen wir Richtung Zentrum von San José und machten bei einem McDonalds ganz kurz Frühstücksstation; allerdings war das ein ordentlicher Reinfall: Muffins mit integriertem Ham & Eggs und eigenartig schmeckende Kartoffelpuffer dazu; das war beim Parque Central an der Avenida Central. Dann gingen wir weiter die Av. 2 entlang bis zum Abschnitt zwischen Calle 12 und Calle 14. Dort war nämlich die Busstation für die einmal täglich abfahrenden Busse zum Vulkan Poas (€ 4,--/hin- und zurück.
Mit weiteren Touristen ging die Fahrt pünktlich um 8.30 Uhr los. Es dauerte lange bis wir aus der Stadt draußen waren. Inzwischen begann es wieder zu regnen. Nach nicht ganz zwei Stunden stetiger Bergauffahrt durch kleine Dörfer und Kaffeeplantagen machten wir bei einer Raststation einen Halt. Dort wurde uns gleich eine Gruppentaxitour zu den „La Paz Waterfall Gardens ($ 8,--/p.) angeboten. Da das Wetter ohnehin so schlecht war und der Bus ja erst am Nachmittag zurückfuhr, nahmen alle Touristen dieses Angebot an. Um 10.30 Uhr waren wir dann oben beim Eingang zum Parque Nacional Volcan Poás. Nach Bezahlen von stolzen $ 7,--/p. Eintritt gingen wir durch Kälte und Regen ca. 600 m bis zum Kraterrand, wo man (natürlich) absolut nichts sah, außer dichtesten Nebel im strömenden Regen. Nach einem Spaziergang im immer stärker werdenden Regen, gingen wir wieder zurück zum Haupteingang. Dort war noch eine interessante Ausstellung über die Entstehung des Poás und überhaupt über den gesamten so genannten „Ring of Fire“ rund um den Pazifik zu sehen.
Um ca. 12 Uhr fuhr der Minibus ab. Zu acht kamen wir nach einer guten halben Stunde Fahrt durch gebirgige Landschaft zu den „La Paz Waterfall Gardens“ (Eintritt unverschämte $ 21,--/p.; Studenten mit Ausweis immerhin auch noch $ 10,--). Der Eintritt war natürlich nicht in der „günstigen“ Tour inbegriffen. Da der Minibus aber wieder beim Ausgang (wir wussten nicht wo dieser ist; das wollte uns anscheinend auch keiner sage) abfuhr, wir die Zeit nützen wollten, „mussten“ wir mehr oder weniger in den sauren Apfel beißen. Wir spazierten dann im strömenden Regen durch die wirklich wunderschöne Anlage; viele farbenprächtige riesige Blumen und Orchideen – eine schöner wie die andere.
Gleich am Anfang beim Hauptgebäude gab es eine so genannte Kolibrigalerie. Es war ein einmaliges Erlebnis, zu beobachten, wie die vielen bunt schillernden Kolibris am Nektar und Zuckerwasser von den aufgestellten Behältern saugten. Sie waren blitzschnell und schienen durch immens schnellen Flügelschlag förmlich in der Luft zu stehen. So schwirrten sie um uns herum, sodass wir sehr gut beobachten konnten, wie sich an den Fütterungsstellen labten. Durch deren Geschwindigkeit war es doch schwierig, sie zu fotografieren. Darum probierten wir einfach viel auf gut Glück.
Auf gut markierten Wegen machten wir uns vorerst auf, das Schmetterlingshaus zu besuchen. Wegen dem vielen Regen schliefen fast alle Schmetterlinge. Es ging dann weiter zum ersten – und für uns einzigen – riesigen Wasserfall, der immens herunterrasselte. Da das Wetter derartig schlecht war, machte es keinen Sinn mehr, noch weitere Wasserfälle auf den inzwischen sehr rutschigen gewordenen Wegen zu besichtigen. Außerdem wurde es ohnehin schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Da wir den anderen Ausgang, wo unser Minibus warten sollte, nicht finden konnten, fuhr uns ein Angestellter mit seinem Auto dorthin. Dort warteten schon die anderen sitzend im Minibus auf uns. Zu Fuß wäre sich das wohl nicht mehr ausgegangen.
Wir fuhren dann denselben Weg durch das Gebirge wieder zurück zur Haltestelle beim Vulkan Poás; diesmal gleich bis zur Raststätte unterhalb, von wo um ca. 14.40 Uhr der Bus wieder zurück in die Hauptstadt fuhr. Da es stetig bergab ging, war die Rückfahrt wesentlich kürzer, sodass wir bereits um 16.10 Uhr wieder in San José ankamen. Danach gingen wir ziemlich durchnässt die Fußgängerzone entlang zurück zum Quartier, in die „Casa Leon“, wo wir uns sofort unserer triefend nassen Bekleidung entledigten. Es war noch immer ungewöhnlich kalt und verregnet. Wir hofften stark, dass es morgen etwas besser werden würde. In einem Restaurant bei der Ecke Calle 1/Avenida Central gingen wir noch auf Hendlspieß und Arroz con Pollo; war sehr gut.
Am Dienstag, den 9. November, fuhren wir um 6.45 Uhr mit dem Taxi ($ 1,--) zum Coca Cola-Busterminal von San José. In der Billeteria musste man die Tickets kaufen. Wir hatten dort noch eine halbe Stunde Zeit, genehmigten uns einen Frühstücksimbiss und fuhren um 7.30 Uhr ($ 2,--/p.) durch das zentrale Hochland Richtung Süden. Da wir rechtzeitig dran waren, hatten wir auch ganz bequeme Sitze. Wieder zog es sich endlos lange, bis wir aus San Jose draußen waren. Auf guten, kurvenreichen Straßen ging es durch schöne Landschaft südwärts. Es wurde spürbar wärmer, sodass wir uns bald die Jacken auszogen.
Um etwa 10 Uhr ließ uns der Buschauffeur beim Eingang zum Parque Nacional Carara aus dem Bus aussteigen. An Hand eines großen Planes an der Wand erklärte uns der Parkaufseher (das Personal bestand nur aus diesem einzigen Mann), den Weg durch den Wald. Leider hatte er keinen Plan oder Skizze für die Gäste. So zeichneten wir uns selbst notdürftig eine Skizze von der Wand ab. Um 17.20 Uhr sollte später der Retourbus beim Eingang wieder stehen bleiben. Zu unserer Überraschung war dieser Nationalpark sehr armselig: kein Restaurant, gerade eine Toilette und keinerlei Trinkwasser weit und breit. Das nächste Restaurant war ca. drei Kilometer an der Hauptstrasse entfernt. Wir hatten zufällig eine halbvolle 0,5-Liter-Mineralwasserflasche dabei, die uns der Wärter freundlicherweise mit seinem privaten Trinkwasser auffüllen ließ. Wer weiß, wie lange wir damit auskommen würden, da es sehr warm und schwül war.
Nachdem wir den Eintritt (immerhin $ 8,--/p.) bezahlt hatten, gingen wir einmal los. Jene Wege, auf denen man die meisten Tiere hätte sehen können, waren durch die starken Regenfälle bedingt, für Touristen derzeit gesperrt. So gingen wir halt einen anderen Rundweg, der auch sehr schön war. Wir sahen viele farbenprächtige seltene Pflanzen. Gleich zu Beginn sahen wir am Wegesrand eine giftige, anscheinend satte Schlange. Wenn daneben nicht ein Zettel gelegen wäre (Warnhinweis, dass sie giftig ist „Achtung! Giftige Lanzenotter“), hätten wir sie wahrscheinlich gar nicht gesehen; oder wir hätten sie für tot gehalten. Wir haben gehört, wenn sie etwas gefressen hat, bleibt sie mindestens drei Stunden bewegungslos liegen. Beim Weitermarsch waren wir ständig umschwirrt von lauten Vögeln – eine sehr angenehme „Musik“. Auch diverse Affen machten ständig Wirbel in den Bäumen. Andere Touristen haben auch rote Aras gesehen. Beim Retourweg sahen wir einen farbenprächtigen grünen gelb gepunkteten Pfeilgiftfrosch. Auch die Mangroven und andere diverse riesige Baumarten waren sehr beeindruckend.
Bereits um ca. 15.30 Uhr (bis 17.20 Uhr hätten wir es aufgrund des Trinkwassermangels nicht ausgehalten) fuhren wir mit einem Bus bis Jaco, an der Pazifikküste (€ 1,--/p.), wo wir am dortigen Terminal eine halbe Stunde später ankamen. Da der Ort selber nichts besonderes war, blieben wir gleich bei der Bushaltestelle besuchten den dortigen „Pizza Hut“ (das einzige Lokal, das es dort gab), aßen Pizza und Spaghetti, beobachteten einen zufällig vorbeistreunenden Leguan und fuhren eine Stunde später, um 17 Uhr mit dem Bus wieder nach San Jose ($ 2,--/p.) zurück. Drei Stunden später, um ca. 20 Uhr, waren wir wieder am Coca Cola-Terminal von San Jose. Dort erwischten wir ein Taxi ($ 1,80), dessen Fahrer sich anscheinend in der Stadt nicht ganz auskannte. Er fuhr mit uns ganz schön im Kreis. Schließlich war es uns zu blöd, wir sagten beim Parque Central „Halt“ und gingen von dort das letzte Stück zu Fuß weiter.
Alles in allem war es ein sehr anstrengender Tag. Darum waren wir auch so gegen 21 Uhr sehr müde und gingen nirgends mehr hin.
Am Mittwoch, den 10. November, besorgte ich einmal am Vormittag per Taxi die Tickets für die nachmittägig angesetzte Busfahrt nach Monteverde (€ 4,--/p.). Beim Busbahnhof von „Transportes Tilaran“, der beim Museo de los Ninos“ lag, wäre es zu Fuß doch recht weit gewesen. Da wir die Tickets für den Nachmittag nun hatten (waren auch gute Plätze), hatten wir nun genügend Zeit, um den ganzen Vormittag in der Innenstadt von San José herumzuschlendern. So nebenbei kauften wir uns einen Wecker, da meiner nun endgültig den Geist aufgab. Da wir sowieso bei dieser Tour noch sehr oft sehr zeitig aufstehen mussten, war dieser unentbehrlich. Wir aßen dann noch etwas (Lasagne con pollo) und gingen auch zum lebhaften Mercado Central. Auf der Terrasse des Gran Hotel machten wir nochmals Trinkpause und nahmen dann ein Taxi zur „Casa Leon“, wo das Taxi nur auf unser Gepäck warten sollte, um uns dann gleich zum Busterminal weiterzufahren. Es wäre sich alles wunderbar ausgegangen: Wir hatten die Tickets, es war 14 Uhr – also genügend Zeit bis zur planmäßigen Abfahrt des Busses um 14.30 Uhr.
Doch dann passierte das völlig unerwartete. Wir sperrten das Zimmer auf, wollten nur das Gepäck nehmen und wieder zum wartenden Taxi zurückkehren; aber das Gepäck war nicht da (!). Zum Glück hatten wir uns die Handynummer von Patrick, dem Hotelbesitzer, notiert und ihn angerufen. Obwohl er alles seiner Raumpflegerin erklärt hatte, sperrte diese „aus Sicherheitsgründen“ das Gepäck in die Besenkammer. Der Schlüssel dazu war im Waschmaschinenraum, der aber ebenfalls versperrt war (den mit laufendem Motor wartenden Taxifahrer haben wir inzwischen ausbezahlt und weggeschickt). Nach vergeblichen Versuchen, diesen zu öffnen, kam schließlich Patrick mit seinem Schweizer Freund, der ein Auto hatte, sperrte die Besenkammer auf, wir nahmen unser Gepäck und rasten mit dem Jeep zu viert Richtung Busbahnhof. Diesmal hofften wir alle auf die sprichwörtliche lateinamerikanische Unpünktlichkeit; aber leider vergebens. Als wir am Busbahnhof ca. nur 5 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt ankamen, war dieser bereits weg. Da Patrick dieser ganze Vorfall sehr peinlich war, versuchten die beiden Schweizer für uns den Bus nun einzuholen. Da der Fahrer das Land und auch die Busrouten gut zu kennen glaubte, versicherte uns dieser, dass wir den Bus bald einholen werden. Wir waren nun bereits in Alajuela und haben trotz rasender Geschwindigkeit weit und breit nichts von unserem Bus gesehen. Nach unserem Gefühl mussten wir ihn längst überholt haben; allerdings wusste keiner genau, welche Route der Bus nahm – es gab mehrere Möglichkeiten. So fuhren wir in hoher Geschwindigkeit weiter. Als wir aus dem Großraum San Jose und Alajuela draußen waren, gab es aber nur noch eine Route, die Richtung Monteverde führen kann. Nach etwa 50 km – kurz vor San Ramon – warteten an einer Bushaltestelle einige Getränke- und Snackverkäufer. Diese wissen normalerweise bestens über die Linienbusse Bescheid, da sie mit den Fahrern per Handy verbunden sind und stets zwischen zwei Haltepunkten mitfahren, um ihre Waren an die Fahrgäste verkaufen zu können. Es war nun 15.30 Uhr und sie versicherten uns, dass der Bus nach Monteverde noch nicht hier vorbeigekommen ist. Es schien, als hätten wir es nun doch noch geschafft. Tatsächlich traf dann 20 Minuten später unser Bus ein. Mit einigen Entschuldigungen verabschiedeten sich die beiden Schweizer; und wir waren froh, drinnen zu sein und diesen Tag nicht verloren zu haben. Wir hatten zwar nicht die Sitzplätze, die am Ticket standen, aber wir hatten welche und waren froh, diesen Bus überhaupt erwischt zu haben. Zum Glück war der Bus nicht voll; denn die Sitze waren äußerst eng und wir brauchten jeweils zwei Plätze. Die letzte halbe Stunde der Fahrt war sehr anstrengend – die „Strassen“ waren ein Wahnsinn. Mit einer kurzen Pause kamen wir kurz vor 19.30 Uhr in Santa Elena an. Da das vorher im Reisehandbuch ausgesuchte Quartier sehr nahe war, fanden wir es trotz völliger Dunkelheit sehr leicht. Es war die Pension „El Sueno“ ($ 30,-- inkl. Frühstück). Obwohl dieser Ort schon sehr touristisch war (überall sind Büros von Tourveranstaltern), gab es genau drei Lokale zur Auswahl. Wir entschieden uns dann für eine Pizzeria. Hier war es am Abend sternenklar; aber ganz schön kühl.
Am Donnerstag, den 11. November, frühstückten wir um ca. 7.15 Uhr (war aber leider nicht ausreichend – auf keinen Fall für $ 2,50/p.) und wurden um 8 Uhr von einem am Vorabend beim Hotelbesitzer gebuchten Tourminibus direkt vor der Hoteltür in Santa Elena abgeholt. Gemeinsam mit einigen anderen Touristen, die ebenfalls nach der Reihe von ihren Unterkünften abgeholt wurden, fuhren wir ca. eine halbe Stunde zum neuen Hängebrückensystem Selvatura ($ 40,--/p. inklusive Transfer von und nach Santa Elena).
Kurz nach dem Eingang bestaunten wir die dort eingerichtete Kolibrigalerie. Wieder waren die farbenprächtigen und niedlichen blitzschnellen Vögel eine Herausforderung für die Kamera. Als wir uns nach einer Weile satt gesehen haben, konnte die Tour losgehen.
Ca. 4 Stunden verbrachten wir in diesem wunderschön angelegten Reservat. Es waren insgesamt 8 recht lange Stahlhängebrücken, die sehr stabil waren. Auf diesen waren wir in ca. 40m Höhe und stets im Bereich der Baumkronen dieses mystisch anmutenden Nebelwaldgebietes. Zwischen den Brücken waren gut angelegte Trails mit einer einmaligen Pflanzenvielfalt. Der ganze Skywalk war sehr beeindruckend – wir hatten auch mit dem Wetter sehr viel Glück: teilweise strahlend blauer wolkenloser Himmel und vor allem kein Regen – und das sollte während unseres gesamten Aufenthaltes in der Monteverde-Region – was selten vorkommt – so bleiben. Tiere konnten wir sehr viele hören, aber außer ein paar Vogelschwärmen und vereinzelter größerer Vögel kaum welche sehen; denn dafür war der Wald einfach zu dicht.
Um etwa 12.15 Uhr waren wir mit dem Hängebrückensystem fertig und gingen hungrig in das sauteure – eine richtige Touristenfalle, da es leider das einzige war - daneben liegende Restaurant (z.B.: „Imperial“ um $ 2,-- oder „Sandwich con queso y jamon“ um $ 5,50). Aber sogar beim Eingang zum „Selvatura“-Hängebrückensystem werden Touristen richtig ausgenommen (z.B.: eine Flasche 0,5 l Mineralwasser c 400,--/fast $ 1,--).
Danach – um etwa 13 Uhr – gingen wir ca. 400 Meter bergauf zum Santa Elena Cloud Forest Reservat ($ 8,--/p.). Leider hatten wir nur knapp drei Stunden Zeit, um diesen einmaligen schönen dichten Nebelwald zu durchwandern. Deswegen konnten wir aus Zeitmangel nur einen kleinen Teil dieses wunderbaren Waldes wandernder weise in Angriff nehmen. Aber es war trotzdem ein wunderschönes Erlebnis. Wir hatten auch immer wieder die Möglichkeit, herrliche Ausblicke in die Umgebung der Region zu genießen. Wir hörten und sahen sehr viele Vögel, die wunderschön zwitscherten. Der Wald war halt „leider“ einfach zu dicht, um auch andere Tiere zu sehen. Diese waren auch ganz sicher da, wie uns von einem ortskundigen \"österreichischen Schweizer\" versichert wurde; nur sitzen die wahrscheinlich hinter den Bäumen und machen sich darüber lustig, weil sie die Touristen mit gierigen Blicken suchen. Nachdem wir dann die Wege „Youth Challenge“, „Sendero Bajo“ und „Sendero Encantado“ hinter uns hatten, waren wir um etwa 16.10 Uhr wieder beim Eingang. Länger konnten wir nicht bleiben, da bereits um 16.30 Uhr die letzte Mitfahrgelegenheit vom „Selvatura“-Gelände zurück nach Santa Elena war. Wir können daher nur jedem empfehlen, unbedingt einen ganzen Tag für das Santa Elena Cloud Forest Reservat einzuplanen. Man hat dann einfach wirklich mehr davon und muss nicht dauernd auf die Uhr schauen.
Wir gingen also nun wieder bergab zurück zum „Selvatura“-Gelände, von wir dann eine Viertelstunde später mit dem Minibus zurück nach Santa Elena fuhren, wo wir um ca. 16.50 Uhr ankamen. Alles in allem war es – nicht zuletzt wegen der Hudlerei im Santa Elena Cloud Forest Reservat – ein äußerst anstrengender Tag. Es war aber auch ein besonderes Erlebnis. Da uns nun die Füße schon ziemlich schmerzten (wir waren immerhin ca. 7 Stunden auf den Beinen), wollten wir heute nicht mehr viel unternehmen. In einer Apotheke besorgen wir uns noch „Off“ – das angeblich sehr gute Insektenschutzmittel. Auch einen Supermarkt besuchten wir noch. In einem Geschirrgeschäft besorgten wir uns noch zwei Blechhäferln für den Nescafe. In einem Cafe wollten wir noch guten originalen costaricanischen Kaffee trinken; es war aber nur eine eher leichte Kaffeebrühe; dafür aber sauteuer: 2 Kaffee und 2 Bananenkuchen um c 2200,-- (nicht ganz $ 5,-- oder € 4,40) – eine richtige Touristenfalle halt. Nach dem heutigen Tag waren wir ziemlich erledigt und schliefen relativ zeitig ein.
Am Freitag, den 12. November, frühstückten wir diesmal in einer Panaderia (wesentlichn preiswerter und ausgiebiger als gestern) – Ananasstrudel (!) – und fuhren danach mit dem Taxi (c 2.500,--/Fixpreis), um ca. 9 Uhr zur etwa 6 km entfernten so genannten Hummingbird Gallery in Monteverde. Auf dem Weg dorthin machte der Taxler kurz Stopp bei einem Viewpoint, von dem man eine fantastische Aussicht auf die Umgebung bis zum Golf von Nicoya hatte. Nun wollten wir – wahrscheinlich zum letzten Mal – wieder (nun mehr zum dritten Mal) die niedlichen Kolibris sehen. Es war auch wirklich sehr schön, sodass wir doch einige Zeit dort verbrachten, bis wir uns an den in Lichtgeschwindigkeit herumschwirrenden bunten Vögeln sattgesehen haben.
Wieder war es sehr warm und der Himmel war blau und wolkenlos. Da Monteverde doch um einiges höher liegt als Santa Elena, gingen wir danach fast nur langsam bergab. Durch die Witterungsbedingungen bedingt wird es in dieser Gegend wohl nie gut asphaltierte Straßen geben: entweder sind Gatschfurchen oder staubige Schotterpisten; da es heute sehr schöne war, war das zweite der Fall. Immer wieder krachten an uns Autos vorbei und ließen uns mit einer Ladung Staub lautstark grüßen.
Nach ca. zwei Kilometern kamen wir zu einer Abzweigung, bei der links ein Weg zum sogenannten „Regenwald der Kinder“, dem Sendero Bajo (Eintritt wieder stolze $ 7,--/p.), führte. Der Wald dieses geschützten Reservats war wieder ganz anders. Da dieser viel tiefer als jener in Santa Elena liegt, ist es hier auch sehr schwül und wir schwitzten sehr. Da zu unserer Zeit dieser Platz nicht sehr frequentiert war, hatten wir hier unsere Ruhe vor den woanders oft viel zu lauten (meist amerikanischen) Touristengruppen. Sorgen machte uns am Anfang nur ein kleiner Hund, der sich uns einfach anschloss. Wir hatten Angst, dass er die Tiere vertreiben könnte. Wahrscheinlich war aber das Gegenteil der Fall: ohne ihn hätten wir wahrscheinlich noch weniger Tiere gesehen. Immer wieder sahen wir diese (der Name fällt uns einfach nicht ein) sehr lautstarken weißbäuchigen, relativ großen Vögel. Die Wege waren teilweise sehr steil und – im Gegensatz zu anderen Nationalparks – sehr „ursprünglich“. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten war die Orientierung doch relativ einfach. Neben diversen Schmetterlingen entdeckten wir dann doch einige Tiere: verschiedene Arten, die unseren Eichhörnchen ein wenig ähnlich sind; unter anderem Agoutis.
Nachdem wir wieder draußen und auf der Hauptstrasse gewesen waren, ging es langsam bergab weiter und wir machten einen Kilometer später bei der Käsefabrik (von amerikanischen Quäkern gegründet) eine Pause bei Eis und Cola. Nach einem weiteren Kilometer machten wir bei der Bakery Stella eine weitere gute Sandwich-Pause. Kurz davor flogen uns einige Blaue Morphos um die Ohren.
Danach kamen wir zu so genannten Frog Pond (Eintritt $ 8,--/p.). Hier hatten wir eine überaus interessante Führung, bei der uns die verschiedensten Froscharten des Landes genauestens erklärt wurden. In vielen Terrarien waren diese untergebracht. Die giftigsten Frösche waren die winzigsten; die größten waren dafür die lautesten.
Um ca. 6 Uhr früh, am Samstag, den 13. November, hatten wir kein Wasser; aber nach Interventionen (auch von anderen Touristen in benachbarten Zimmern) klappte es dann doch. So mussten wir dann doch nicht ungewaschen die zeitige Weiterreise antreten. Diesmal – wie später noch öfters – frühstückten wir im Zimmer mit geholter Mehlspeise (die Bäckereikette „Musmani“ ist übrigens sehr zu empfehlen) und Nescafé (Kocher hatten wir ja auch dabei), den wir aus unseren vorgestern gekauften Blechhäferln tranken.
Um 7.50 Uhr startete dann der Jeep von Santa Elena. Der schon am Anfang vom Hotelpersonal organisierte Transport (Jeep – Boot – Minibus) nach La Fortuna kostete zwar $ 20,--/p., dafür ersparte man sich aber ein ganztägiges elendlanges Herumgurke mit dem öffentlichen Bus - samt mehrmaligem Umsteigen - rund um den Arenalsee. Am Anfang ging es über schlechteste Straßen bergab, aber mit dem Van war es ganz erträglich. Wir fuhren durch wunderschöne Gebirgslandschaft mit vielen Kühen auf saftig grünen Wiesen weidend.
Als wir um ca. 10.00 Uhr am Ufer des Arenalsees angelangt waren, gab’s bei einer Raststation (niedlicher Hauspapagei) eine kurze Pause, bis eine Viertelstunde später das Boot – gefüllt mit etlichen Touristen aus aller Welt – ans andere Ufer ablegte. Der See selbst liegt sehr idyllisch in wunderschöne Landschaft eingebettet. Da wir wunderschönes strahlendes Wetter hatten, war der mächtige Vulkan Arenal stets gut sichtbar; bloß ein paar kleine Wolkenfetzen schwirrten um den Kratergipfel herum. Nach ca. einer halben Stunde – also um ca. 10.45 Uhr – kamen wir am gegenüberliegenden Ufer des Sees an. Dort ging es dann etwas chaotisch zu. Etliche Minibusse standen schon parat, jeder hatte aber eine andere Route Richtung La Fortuna und Umgebung - je nachdem welche Passagiere wohin wollten und von welcher Agentur vermittelt worden sind. Das war schließlich am Voucher erkennbar, jedoch nicht auf den Minibussen selbst. Da war man durch Fragen an die jeweiligen Fahrer angewiesen, die sich aber anscheinend auch nicht in alle Arten von den diversen Zahlungsbelegen auskannten und auch untereinander darüber diskutieren mussten. Zuerst stiegen wir in den falschen Bus ein – mit Mühe hatten wir uns hineingeklemmt und waren froh, dass wir irgendwie drinnen waren - und mussten dann mit samt Gepäck mühevoll wieder aussteigen. Die geparkten Minibusse waren nun alle weg und eine Handvoll Leute – wie auch wir – mussten noch eine halbe Stunde auf den richtigen warten. Erst um 11.20 Uhr fuhren wir dann auf der aktiven Seite des Vulkans vorbei und konnten von weitem sehen wie die rauchende Lava herunterkollerte.
Schnell kamen wir dem Touristenort La Fortuna, der eigentlich nur vom aktiven Vulkan lebt, näher. Nach kurzem Stau unmittelbar vor der Ortseinfahrt wurden wir um 11.50 Uhr mitten im Ort beim „Hotel La Fortuna“ abgesetzt. Dort war aber schon alles ausgebucht. Die freundliche Besitzerin lotste uns daraufhin ins ums Eck liegende „Hotel Las Gemelas“ ($ 25,-). Hier hatten wir unser bisher schönstes Zimmer. Wir schlenderten zuerst einmal durch den Ort. Heute war es sehr heiß; wolkenloser klarer strahlend tiefblauer Himmel. Der Ort ist voll von Touristen aus allen Ecken der Welt; dementsprechend ist auch die Infrastruktur; es gibt einfach (fast) alles. Es gibt etliche Souvenirshops und Restaurants samt Tourorganisationen neben den zahlreichen Hotels in jeder Preisklasse. Im Hinblick auf die Nacht war das Wetter im Moment sehr viel versprechend. Schließlich hofften wir, bei Dunkelheit den in unregelmäßigen Intervallen ausbrechenden Vulkan sehen zu können.
Um 17 Uhr wurden wir beim Tourorganisationsbüro des benachbarten „Hotel La Fortuna“ vom Minibus abgeholt. Wir buchten dort am Nachmittag eine Tour zum Vulkan mit anschließendem Besuch einer Therme ($ 20,--/p.). Nun kam es wie es der Teufel haben will: Kurz nach 17 Uhr – also nach Abfahrt des Tourbusses – zog sich der Himmel zu und es begann heftig zu regnen; es war wirklich wie verhext. Wie fuhren auf die aktive Seite des Vulkans Arenal, wo wir 40 Minuten später beim „Mirador Arenal“ ankamen. Als wir ausstiegen regnete es noch immer in Strömen. Etliche Touristen standen triefend nass beim Mirador herum. Als es dann kurze Zeit später wieder zu regnen aufhörte, war aber durch die dichte Bewölkung absolut nichts vom Vulkan zu sehen. Von einem Guide wurde unserer Gruppe sehr ausführlich alles möglich Wissenschaftliche über den Vulkan und über dessen Einfluss auf das Wetter hier erklärt; sowohl in sehr gutem Englisch als auch in Spanisch. Sie versuchten uns zwar etwas aufzuheitern, indem sie uns glaubhaft machen wollten, dass sich die Wolkendecke jederzeit plötzlich öffnen könnte und wir dann einen herrlichen Blick auf das herrliche Schauspiel des Ausbruchs hätten; aber so richtig geglaubt haben, dürfte das keiner – nicht einmal sie selbst. Nach einer Weile gaben wir es dann endgültig auf.
Um 18.30 Uhr fuhren wir weiter in die zehn Minuten entfernte „Baldi Therme“ (der Eintritt war im Tourpreis inbegriffen). Das ist ein sehr luxuriöses Thermalbad am Fuße des Vulkans. Auch von hier hätte man bei klarer Sicht nachts einen fantastischen Blick auf den ausbrechenden Vulkan. Es gab hier zehn Becken mit unterschiedlichen warmen bis sehr heißen Temperaturen (das heißeste Becken hatte + 67° C). Gleich im ersten Becken beim Eingang war eine Pool bar, bei der es üblich war, ein Deposit von C 5.000.--/p. beim Kellner zu hinterlegen, um dann in Ruhe vom Wasser aus zu konsumieren, so dass man nicht ständig Geld in der Badekluft herumschleppen musste. Da es eine so genannte Fünfsterntherme war, waren auch die Preise ziemlich gesalzen (z. B.: 1 Imperial stolze $ 2,--). Die ganze Anlage war wirklich wunderschön und beeindruckend. Da man – während man von einem Becken zum anderen ging – ständig bei Regen im Freien herumging, wären Badeslipper sicher von Vorteil gewesen. Um ca. 21.30 Uhr war wieder Treffpunkt für die ganze Gruppe heraußen beim Tourbus.
Um 7.30 Uhr, am Sonntag, den 14. November, wurden wir von einem Bus der Agentur „Arenal Aventuras“ vor dem „Hotel La Fortuna“ abgeholt. Der Bus war sehr komfortabel, aber viel zu kalt klimatisiert. Wir starteten mit diesem zu einer Tagestour zur Lagune Cano Negro ($ 39,--/p.). Obwohl es immer wieder leicht tröpfelte, schienen es wir heute mit dem Wetter wesentlich besser zu treffen. Die Businsassen bestanden diesmal neben Individualtouristen aus aller Welt, auch aus US-amerikanischen Pauschaltouristen. In perfektem Englisch erklärte der Guide auch während der Fahrt alle möglichen Details in Bezug auf Wetter, Geologie, Flora, Fauna, Soziologie, Politik und ähnliches speziell in diesem Gebiet. Damit es nicht zu wissenschaftlich wurde, würzte er seinen Vortrag auch mit einer ordentlichen Brise Humor. Die Straßen waren in einem hervorragenden Zustand, wodurch wir die doch relativ große Entfernung leicht und schnell bewältigen konnten.
Um 9.10 machten wir bei Muelle unseren ersten Stopp. In dem dortigen Restaurant, das speziell für die Touren dieser Gesellschaft eingestellt war, konnte man noch kurz Kaffee trinken und Souvenirs kaufen oder begutachten. Die eigentliche Attraktion war aber ein paar Meter zu Fuß weiter. Wir gingen auf die Brücke, betrachteten den Fluss und vor allem die hohen Uferböschungen, in deren Geäst sich hunderte, teils relativ große Leguane sonnten. Da kam man natürlich aus dem Staunen nicht mehr heraus und man hörte die Kameras nur so surren und klicken. 10 Minuten später musste es aber schon wieder weitergehen.
Während der Fahrt kamen wir an etlichen Orangenplantagen vorbei. Da die costaricanische Orange jedoch optisch nicht den Anforderungen des internationalen Markts entspricht, kann sie nicht exportiert werden, sondern nur Konzentrate und Säfte davon. Auf den Plantagen selbst, erklärte der Guide grinsend, arbeiten sehr viele Nicaraguaner, da der durchschnittliche Costaricaner grundsätzlich nicht diese Art Arbeiten macht, da er von Natur aus zu faul dafür sei.
Im Vorbeifahren sahen wir auch einen Tukan. Leider musste der Busfahrer seinen Zeitplan einhalten, so dass wir dafür keinen Fotostopp einlegen konnten – wahrscheinlich wäre er dann wegen der laut „Wow“ grölenden Amis sowieso weggeflogen.
Wir kamen schließlich in die Ortschaft Los Chiles (nichts besonderes), durch die wir aber nur durchfuhren. Beim Bootsanleger verließen wir um 10 Uhr den Bus und wurden zu unseren Tourbooten geleitet.
Um 10.10 Uhr starteten wir von einem Zufluss aus in die Lagune Cano Negro. Nun folgten ca. drei Stunden gemächliche Bootsfahrt mit etlichen Stopps bei attraktiven Plätzen in dieser schönen Lagune mit einzigartiger Flora und Fauna. Zum Glück waren Bootsfahrer und Guide mit dabei; denn sonst hätten wir wahrscheinlich viel weniger Tiere gesehen. Schließlich sind die Augen eines Durchschnittstouristen für das Beobachten in der freien Natur ziemlich ungeschult.
Gleich zu Beginn beobachteten wir am Ufer in den Ästen ein paar niedliche Basilisken. Da sie sich meist kaum bewegten und haargenau dasselbe Grün wie die Blätter der Uferböschung hatten, waren sie für uns oft nur mit Hinweisen des Guides oder Bootsfahrers zu erkennen.
Immer wieder kamen mehr oder weniger seltene Vögel – Eisvogel, Schlangenhalsvogel, Kingfisher, verschiedenste Arten von Reihern und viele andere – zum Vorschein.
Wir sahen auch einen Kaiman, die sich hier sehr wohl fühlen, wie er sich am Ufer aalte.
Bei der nächsten Attraktion war es wieder gut, dass wir Leute mit geschulten Augen mithatten; ansonsten hätten wir bei einem Baumstamm nämlich absolut nichts Besonderes erkannt, außer eine Reihe von in senkrechter Linie angeordneten Punkten. Da waren in einer Linie mindestens zehn Fledermäuse hintereinander aufgereiht.
In den Baumkronen entlang des Ufers beobachteten wir immer wieder eine Reihe von Brüllaffen, die, wenn man sie nicht sehen konnte, einfach mit ihren markerschütternden Schreien nicht zu überhören waren. Der Guide wollte mit ihnen kommunizieren, er verstand jedoch meist ihre Antworten nicht ganz, da sie oft mit einem für ihn unverständlichen nicaraguanischen Akzent zurückbrüllten.
Die Weißkopfäffchen konnten wir viel besser beobachten, da sie auch weiter herunterkommen und näher beim Wasser sind. Schließlich sind sie viel kleiner und können auch in dünnstem Geäst mühelos herumtollen. Sie turnten mitsamt Babys am Rücken herum.
Die Lagune ist sehr fischreich, was deutlich zu sehen war.
Durch diese Fülle von interessanten Eindrücken vergingen die drei Stunden sehr schnell. Bei der Rückfahrt zurück nach Los Chiles hätte man sich ruhig mehr Zeit lassen. Aber so ist das halt, wenn man einmal organisiert unterwegs ist – der Zeitplan muss strikt eingehalten werden. Wenn wir insgesamt auf unserer Tour mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir sicher eine Privattour (kostet auch dasselbe oder sogar weniger) mit einem einheimischen Fischer gemacht. Für Leihwagenfahrer wäre das sowieso die idealere Lösung. Da Vorteil wäre, man würde sicher wesentlich mehr Tiere sehen, da man ja viel leiser unterwegs wäre.
Gleich nach unserer Ankunft am Anleger, stiegen wir wieder in den Bus ein und fuhren wieder zurück nach Muelle, wo im vorhin erwähnten Restaurant der Lunch stattfand. Es gab sehr gutes Reisfleisch, wobei man essen konnte, soviel man wollte.
Während der zweistündigen Rückfahrt gab es sehr wenig zu sehen, da es in Strömen regnete. Gott sei Dank regnete es erst jetzt und nicht schon während der Bootsfahrt vorhin.
Viele Passagiere nützten dies, um ihre neu gewonnenen Eindrücke - in Form eines Schläfchens in den bequemen Sitzen - zu verarbeiten. Obwohl heute alles sehr touristisch war, war es einer der schönsten Tagesausflugsfahrten, die wir bisher gemacht haben. Pünktlich um 16 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt in La Fortuna.
Um 8.00 Uhr, am Montag, den 15. November, wurden wir pünktlich von einem Minibus, der die halbe Ortschaft abklapperte, von unserem Quartier „Las Gemelas“ abgeholt. Dieser brachte uns einmal zum Parque Central von La Fortuna. Gleich direkt beim Tourbüro, wo wir gestern nach einigem Überlegen (mit öffentlichen Bussen, was nur ein paar Colones gekostet hätte, hätten wir zwei Mal umsteigen müssen und wären doppelt so lange unterwegs gewesen) doch den Transport nach Liberia bei einer Agentur buchten ($ 25,--/p.). Gemeinsam mit etlichen anderen hierher gebrachten Touristen warteten wir nun fast eine halbe Stunde auf einen größeren Bus. Dann wurde sämtliches Gepäck aufs Dach (!) verladen und mit einer Plane (es regnete schon wieder) zugedeckt. Dann stiegen wir ein. Der Bus war derartig eng und unbequem, dass wir wahrscheinlich mit einem ganz normalen Linienbus (um ca. € 3,--/p.) zwar länger gebraucht hätten, aber sicher bequemer unterwegs gewesen wären; noch dazu war das für diesen Preis eine Frechheit. Ja, ja, …nachher weiß man es eben immer besser. Schließlich sind aber die Touristen auch selber schuld, die auf dieses unverschämte Preis/Leistungsverhältnis ansprechen. Diesmal waren das hauptsächlich junge Amerikaner, die das meiste pauschal gebucht hatten und direkt zum Playa Tamarindo (nach dem Motto Rundreise mit anschließendem Badeaufenthalt) wollten.
Um 8.30 Uhr ging es dann endlich los. Zum Glück waren es durchwegs gute Straßen, so dass die Fahrt nicht ganz unerträglich wurde. Wir fuhren durch malerische Landschaft – durch schöne Wälder stets am Ufer des Lago Arenal entlang. Entlang des Seeufers sind viele Nobelhotels, die vorwiegend in Deutscher oder Schweizer Obhut stehen; sogar ein Schild mit „Deutsche Bäckerei“ haben wir gesehen. Das Schweizer Nobelquartier mit dem überdimensionalen „Grüzi“-Schild sah aus wie ein Haus aus dem Pinzgau.
Nach einer Pause bei einer dieser Nobelherbergen (1/2 Liter Mineralwasser zum Mitnehmen c 652,-- (!), also ca. € 1,30) ging es über Tilaran weiter bis Canas. Vorher sahen wir noch den billigen Linienbus, der halbleer war, vorbeifahren... In einer guten Soda machten wir ca. eine halbe Stunde Mittagspause. Wir vergönnten uns ein sehr gutes Grillhuhn mit Pommes und Krautsalat.
Dann ging es gleich wieder weiter; jetzt wieder auf der sehr gut ausgebauten Panamericana. Eine knappe Stunde später, um ca. 13 Uhr, trafen wir am Terminal von Liberia ein. Wie schon vorhin erwähnt, fuhren alle anderen zum Strand von Tamarindo. Daher waren wir die einzigen, die dort ausstiegen. Da wir keine Ahnung hatten, in welcher Richtung nun das von uns aus dem Reiseführer ausgesuchte Quartier lag, ließen wir uns für die wirklich kurze Strecke mit einem Taxi (Einheitspreis anscheinend € 1,--) zu den nahe gelegenen „Cabinas Paraiso“ (c 7.000,--/$ 16,--) bringen. Dieses Quartier stand unter Schweizer Leitung. Das Zimmer war natürlich nicht so gut, wie das in La Fortuna. Wir wollten aber nicht mehr länger weitersuchen. Leider war das Fenster zur Straßenseite, sodass es doch oft sehr laut war. Aber wir waren sowieso nur nachts hier.
Nun schlenderten wir durch die Stadt. Hier war es extrem heiß und trocken; von Regen keine Spur. Das Sonnenlicht war so stark, dass wir uns trotz Sonnenbrillen schwer taten. Die überaus freundliche Kleinstadt war recht weitläufig angelegt, aber durch die schachbrettförmig angelegten Straßenzüge sehr übersichtlich – ein System ähnlich wie in San José. Nach dem vergeblichen Suchen einer Telefoniermöglichkeit (wollten uns keine Karte für die Automaten kaufen), gingen wir weiter durch die hitzige Stadt. Außer einem fast zu übersehenden unauffälligen Sabanero-Denkmal (Liberia wird auch die Stadt der Cowboys genannt), war diese Stadt nicht gerade reich an Sehenswürdigkeiten. Später konnte ich meinen aufgerissenen Tagesrucksack bei einem Schneider in der Calle 4 (c 900,--/$ 2,--) in kurzer Zeit wieder zusammennähen lassen. Wir versuchten auch die Praxis eines Arztes zu finden, da Margit – wahrscheinlich durch die Zugluft eines Zimmerventilators – große Schmerzen in Schulter und Oberarm hatte. Die Angaben im Reisehandbuch haben aber nicht mehr gestimmt, sodass wir das morgen vormittags erledigten wollten.
Bei Dunkelheit war die Stadt schöner (sehr belebt und bunt beleuchtet) als beim übergrellen Tageslicht.
Am Dienstag, den 16. November, suchten wir nach dem Frühstück einmal eine Apotheke auf, um ein Medikament gegen Margits Schmerzen zu bekommen. Es war nicht ganz einfach, dem Apotheker zu erklären, was wir wofür brauchten. Unsere Spanischkenntnisse waren nämlich für solche Fälle äußerst beschränkt. So mussten wir unsere pantomimische Ader hervorkehren, um dem sehr bemühten Apotheker bildlich klarzumachen, gegen welche Art Symptome wir das richtige Mittel brauchten – es war sehr theatralisch. Aber er hat alles verstanden, verschwand in einen Nebenraum und kam wieder mit den richtigen Tabletten zurück. Nun konnten wir nur hoffen, dass sie halfen und die Schmerzen sobald wie möglich verschwanden. Aus diesem Grunde beschlossen wir heute einen Strandtag einzulegen.
Nach einem Vormittagsspaziergang durch Liberia, fuhren wir um 11.30 Uhr vom Terminal mit einem engen Lokalbus (c 325,--/ ca. € --,60) zum Strand von Playa Hermosa. Zwischendurch ein Strandtag würde uns schließlich auch nicht schaden. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit sind wir um 12.30 Uhr an der Zufahrtstraße zur schön gelegenen Playa Hermosa angelangt. Etwa ein Kilometer Fußmarsch war noch bis zum Erreichen des Strands zu bewältigen. Wir gingen die weitläufige nicht allzu große Bucht ein wenig auf und ab und machten erst einmal Mittagspause bei einem gemütlichen Strandrestaurant. Hier hielten sich vor allem reiche Amerikaner auf. Auch das Restaurant gehörte zu einer „besseren“ Ferienanlage. Dafür waren die Sonnenliegen gratis und die Stranddusche war sogar warm. Es war wirklich ein schöner Fleck hier. Wir badeten erstmalig auf unserer Tour im Pazifik; und es tat richtig gut. Es war ein idealer Tagesausflug aus der Stadt hinaus.
Pünktlich um 7.00 Uhr, am Mittwoch, den 17. November, wurden direkt vor dem Quartier vom Minibus abgeholt. Der Transport ($ 10,--/p. + c 700,--/p. Maut) ging von der Schweizer Hotelbesitzerin aus, deren Fahrer ihr Mann war. Nach ca. anderthalb Stunden Fahrzeit über teils schlechte Straßen, kamen wir beim Haupteingang zum Nationalpark Rincon de la Vieja (Eintritt $ 7,--/p.) an. Es sollte der bisher am meisten beeindruckende Nationalpark sein. Schon bei der Anfahrt kreuzten Agutis und Nasenbären die Straße.
Es gab verschiedene Rundwege. Wir wählten jenen, der mit etwa drei Stunden veranschlagt war. Wir wollten uns schließlich Zeit lassen; ohne durchzuhetzen und ständig auf die Uhr blicken zu müssen. Am Anfang kamen wir bei einem kleinen Picknickplatz vorbei, bei dem uns schon die ersten Nasenbären entgegenkamen. Sie durchwühlten alles nach Essbarem. Mittels einer kleinen Hängebrücke überquerten wir einen Bach. Verschiedene Nagetiere liefen uns ebenfalls über den Weg.
Später konnten wir niedliche Weißkopfäffchen und Klammeraffen samt Babys in den Bäumen beobachten. Hier kam auch eine französische Reisegruppe mit ca. 50 betagten und körperlich behinderten (sehr bewundernswert) Touristen vorbei. Die Guides trugen sie beinahe über schwierig zu bewältigende Passagen. Der Wald war stellenweise ziemlich schwierig zu begehen. Die Brüllaffen hörten wir von weiter Ferne. Im Großen und Ganzen war der Weg aber sehr gemächlich. Ab und zu musste man über Steine und Holz den einen oder anderen Bach überqueren. Das Wetter war ideal zum Wandern: nicht zu heiß.
Nun fing es immer mehr an zu stinken. Wir kamen den vulkanischen Schwefelquellen immer näher. Da waren wir nun schon bei den kochenden Fumarolen. Kochender, mineralhaltiger weißer Schlamm blubbert hier in natürlichen Becken. Immer wieder kamen wir bei kleinen so genannten Vulkanitos vorbei. Wie aus einem Kochtopf zischen hier Dampf und Gase (Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid) aus Erdlöchern. Es war ein wahrlich beeindruckendes Schauspiel; lauter kleine Minivulkane. Es wurde einem ganz schön heiß, wenn man so neben den dampfenden Quellen saß. Man war von penetrant stinkenden Wolken eingehüllt. Gott sei Dank waren etwaige gefährliche Stellen mit Hinweistafeln gut gekennzeichnet.
Durch wunderschöne waldige Landschaft (der Weg war sehr gut markiert, sodass man sich kaum verlaufen konnte) ging es gemütlich weiter. Viele der wunderschönen blauen Morphos wurden gesichtet. Einer machte sogar auf einem Blatt sitzend für eine Weile die Flügel auf – dieses Glück hat man normalerweise nur ganz selten. Das Foto ist sogar was geworden. Weiters gab es viele grell orange Schmetterlinge. Auch eichhörnchenhafte Tiere sahen wir sehr oft.
Allmählich neigte sich unser Rundweg dem Ende zu. Ca. einen Kilometer vor dem Haupteingang machten wir eine Pause (selber Rastplatz wie zu Beginn), um unsere wohl verdiente Jause (Sandwichs, die wir ganz zeitig in der Früh bei der „Musmani“-Bäckerei geholt hatten) einzunehmen. Nachdem wir gegessen hatten, warteten wir, ob vielleicht der eine oder andere Nasenbär wieder aufkreuzt. Nach einer halben Stunde wollten wir schon gehen, als das völlig unerwartete eintraf: ein ganzes Rudel (ca. 25 Aufeinmahl) von Nasenbären kam wie auf Kommando aus dem dichten Wald und durchkämmte systematisch das gesamte Areal des Rastplatzes nach irgendetwas Fressbarem. Vor Staunen blieb uns vorerst nur der Mund offen, sodass wir nur so dreinschauten wie ein Autobus. Danach kamen wir kaum mit dem Knipsen nach. Es waren ja so viele und es ging alles relativ schnell, bevor sie wieder gemeinsam in den Wald weiter gezogen sind.
Um 16 Uhr waren wieder alle beim Minibus und wir fuhren wieder zurück nach Liberia. Mitten im Zentrum an der Hauptstrasse besuchten wir ein hervorragendes Open Air Restaurant, wo wir ein ausgezeichnetes Essen vorgesetzt bekamen. Auf den Strassen war zu diesem Zeitpunkt kaum etwas los; aber das hatte seinen Grund, wie wir einige Zeit später feststellen sollten. Urplötzlich war ein riesiger Wirbel, sowohl im Restaurant, als auch in der ganzen Stadt. Auf der Straße starteten die Autos ein ohrenbetäubendes Hupkonzert. Soeben hat Costa Rica gegen Honduras 1:0 gewonnen.
Um 7.30 Uhr, fuhren wir am Donnerstag, den 18. November, mit dem Taxi ($ 1,--) von den „Cabinas Paraiso“ in Liberia zum „Hotel Guanacaste“, wo wir fünf Minuten später ankamen. Dort waren nämlich auch das Ticketverkaufsbüro und die Haltestelle der Buslinie „Trans Nica Central Lines“, von wo wir um 8 Uhr abfahren sollten. Hier hatten wir schon gestern abends die Tickets für den direkten internationalen Bus ins nicaraguanische Granada ($ 10,--/p. – das ist ein Einheitspreis für die Strecke von San José nach Managua; egal, wo man ein- oder aussteigt) besorgt. Der Bus kam aus San Jose, hatte gehörige Verspätung, so dass wir erst um 8.50 Uhr endlich abfuhren. Da es das Personal schon eilig hatte, der Bus ohnehin nicht ganz voll war, mussten wir das Gepäck in den Bus mit hineinpferchen.
Die Fahrt war sehr bequem. Da wir ausschließlich auf der Panamericana fuhren, war die Straße auch in ausgezeichnetem Zustand. Dadurch waren wir auch sehr flott unterwegs. Während der Fahrt wurden schon die Formulare für die Grenzformalitäten zum Ausfüllen ausgeteilt. Für einige ältere nicaraguanische Passagiere wurden die Formulare vom hilfsbereiten Buspersonal ausgefüllt – die Analphabetenrate dürfte in Nicaragua gar nicht so niedrig sein. Nach nicht ganz anderthalb Stunden, um 10.10 Uhr, waren wir am Ausreisepunkt, in Penas Blancas, angelangt. Es mussten alle aussteigen, sich in einer Schlange anstellen, das Formular abgeben, den Ausreisestempel im Pass einstempeln lassen, um dann wieder einsteigen zu können. Das Buspersonal kontrollierte, ob alle da waren, bevor wir einen guten Kilometer zur Einreisestation weiterfuhren. Während der kurzen Fahrt kassierte das Fahrpersonal von jedem $ 8,-- (setzt sich zusammen aus $ 7,-- Einreisegebühr und $ 1,-- für irgendeine dubiose Verwaltungsabgabe) und nahm uns die Pässe ab. Dann mussten wir wieder alle aussteigen; aber diesmal samt Gepäck. Dieses mussten wir auf ein langes Pult auflegen und wurde dann stichprobenartig kontrolliert. Zum Glück mussten wir unsere Rucksäcke nicht öffnen und auspacken – das Einpacken wäre sehr mühsam gewesen. In der Zwischenzeit kümmerte sich das Personal um die Einreiseformalitäten und gab uns danach beim Einsteigen wieder unsere Pässe (mit Einreisestempel) zurück. Der ganze Grenzaufenthalt dauerte insgesamt gute anderthalb Stunden. Erst um 11.40 Uhr fuhren wir zügig weiter.
Wenn wir nicht mit einem internationalen Bus gefahren wären, hätte das ganze aber wesentlich länger gedauert. Normale Linienbuslinien fahren nämlich nur bis zur Ausreisestelle, dann müsste man mit samt Gepäck aussteigen, sich selbst um die Formalitäten kümmern, sich den guten Kilometer schwer bepackt zu Fuß bis zur Einreisestelle schleppen, dort dieselbe Prozedur durchmachen und auf einen Linienbus warten, damit man weiterkommt. Diese Variante ist zwar wesentlich billiger, dafür anstrengender, nervenaufreibender und zeitintensiver.
Sowohl bei der Einreise- als auch bei der Ausreisestelle wurde man überall von Straßenhändlern, aber vor allem von so genannten Coyotes bedrängt; diese wedeln einem unentwegt mit dicken Geldbündeln in der linken und großem Taschenrechner in der rechten Hand vor der Nase herum, um einem zum Geldwechseln zu einem „Superkurs“ zu überzeugen. Da wir keine Ahnung vom Kurs hatten und nicht belinkt werden wollten, ignorierten wir diese vorerst und gingen zur daneben liegenden Bank (die Coyotes folgten uns bis zum Schalter). Diese wechselte aber kein Geld, sondern verwies uns auf die Straßenwechsler. Nachdem uns der Bankbeamte versichert hatte, dass 16 Cordobas für einen Dollar ein akzeptabler Kurs ist, wechselten wir bei den Coyotes für den Anfang einen kleinen Betrag.
Weiter ging es stets auf der Panamericana, immer entlang am Ufer des Lago Nicaragua. Von hier aus sehen wir gut auf der rechten Seite den Vulkan Concepcion auf der Isla de Ometepe mitten im See. Der Concepcion erinnert etwas an den Teide auf Teneriffa mit seinen weissen Wölkchen obenauf und den blühenden Bäumen zu unseren Füßen.
Um ca. 13.00 Uhr kamen wir in Granada bei der Busstation, bei der die internationalen Busse der beiden Gesellschaften „Trans Tica“ und „Trans Nica“ ihre Büros haben, an und stiegen aus. Da wir uns in diesem Moment schwer orientieren konnten (Stadtplan hatten wir, die Straßennamen sind aber selten angeschrieben), stoppten wir das nächste Taxi (ohne Handeln C$ 15,-- also nicht ganz $ 1,--) und ließen uns zum - aus dem aus diversen Infos herausgesuchten - Quartier bringen. Da wir keine Ahnung hatten, in welchem Zustand die Billigquartiere sind, haben wir vorsichtshalber etwas Besseres genommen – und das war in der Tat etwas „viel“ besseres. Es war das „La Posada de Don Alfredo“ ($ 35,-- + 15 % Steuer, welche in Nicaragua stets extra angeschrieben werden muss), das sicher eines der besten Quartiere der Stadt war. Hier hatten wir das größte Zimmer, das wir je hatten. Die ganze Anlage war ein ehemaliges Herrschaftshaus aus der Kolonialzeit, dass der Deutsche Don Alfredo (alle nennen ihn so) vor Jahren renovieren ließ und ein Hotel daraus machte. Der Patio ist riesig und voll mit üppig wachsenden riesigen Pflanzen. Wir sind sehr beeindruckt und fasziniert zugleich von diesem Gebäude, obwohl man von außen nicht unbedingt diesen Eindruck erhält. Wenn wir uns umschauten, wussten wir gar nicht, wohin wir unsere Augen zuerst richten sollten. Sind es die schönen Tropenpflanzen in dem Patio, die Hängematten aus Masaya (der angeblich bedeutendste Hängemattenmarkt in Zentralamerika) im Säulengang, ist es der Bodenbelag aus dem 18. Jahrhundert, die riesigen Eingangstüren zu den Schlafräumen mit ihren aufklappbaren Fensterchen, die Rattan und Korbsitzgruppen, die zum verweilen einladen, oder die eingezogene Bambusdecke, die das alles großzügig überragt und all dieses wird von vielen kleine Details liebevoll dekoriert. Die Schlafgemächer sind verschwenderisch großzügig bemessen. Ganze vier Meter sind die Schlafräume bis zur eingezogenen Decke hoch und schaut man durch die geschnitzten Holzeinlagen oberhalb des Ventilators, sind es nochmals drei Meter bis zum Dachfirst.
Am späten Nachmittag machten wir einen kleinen Stadtrundgang. Zuerst gingen wir gleich einmal in die falsche Richtung, was uns aber bereits nach ca. zwei Kilometern auffiel, als auf den Strassen immer weniger los war. So drehten wir wieder um und kamen dann wirklich ins lebhafteste Zentrum, beim Parque Colon oder Parque Central. Auffällig war, dass die Häuser – fast sämtliche im Kolonialstil – verschiedenfärbig (aber keinesfalls kitschig) verputzt waren. Da die Stadt – zweifellos ist es eine der schönsten Zentralamerikas – im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erhoben wurde, wurde dies deswegen veranlasst. Aber manchmal dürfte ihnen beim Renovieren mitten drin das Geld ausgegangen sein; zum Beispiel leuchtete eine bedeutende Kirche in strahlendem weiß, aber um die Ecke blieb sie halb verfallen. Ein Rundgang in Granada zu Fuß ist schon fast wie ein Museumsbesuch. Gemächlich vorbei an den unzähligen schönen alten Häusern, die immer wieder interessante Einblicke in die verschwenderisch gestalteten Innenhöfe bieten. Wir schlenderten so weiter durch die Gassen, wobei uns auffiel, dass die ebenerdigen Wohnungen alles offen hatten und man überall ins Wohnzimmer hineinsehen konnte.
Am Abend waren wir schon ziemlich müde und saßen noch gemütlich in der Posada mit anderen Reisenden aus aller Welt zusammen.
Am Freitag, den 19. November, haben wir uns richtig ausgeschlafen und haben erst um 9 Uhr gefrühstückt. Diesmal genehmigten wir uns etwas Besonderes: Don Alfredo organisierte für seine Gäste in der Posada ein riesiges Frühstücksbuffet ($ 6,--/p.) – nach dem Motto „all you can eat“. Es gab einfach alles, was man sich vorstellen konnte. Speziell für mich hat sich das sicherlich nicht rentiert, da ich am Morgen nicht gerade ein großer Esser bin.
Gut gestärkt machten wir uns nun auf dem Weg Richtung Wasser. Quer durch das lebhafte Altstadtzentrum von Granada ging es ca. zwei Kilometer bis zum Ufer des Lago Nicaragua. Schließlich waren wir unten bei der Seepromenade angelangt. Dann ging es nach rechts immer am Wasser entlang bis man zu einem Tor kam, dass den Beginn des so genannten „Complejo Turistico“ (Eintritt C$ 2,--) signalisierte. Nun begann eine lockere Restaurantmeile, auf der in der Nacht sicherlich mehr los sein dürfte. Das Restaurant ganz am Ende davon ist das schönste. Von hier starten auch Ausflugsboote auf die Isletas de Asese. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir immer wieder angesprochen, ob wir eine günstige Bootstour machen möchten. Aber wir wollten uns die Boote dort schon selber aussuchen; diese sind nämlich sehr unterschiedlich bezüglich Sitzkomfort. Während eines kleinen Imbisses im „Hafenrestaurant“ von Puerto de Asese musterten wir die ankommenden und wegfahrenden Ausflugsboote und entschieden erst dann mit welchem wir fahren wollten.
Wir charterten eine Lancha für drei Stunden – C$ 450,-- oder ca. $ 28,--/Boot – und starteten zu einem unserer eindrucksvollsten Bootsausflüge durch diese idyllische Insellandschaft. Bei diesem Ausflug sehen wir natürlich nur einen Teil dieser 360 Kleinode. Wir bestaunten eine schier unglaubliche Vogelwelt. Wir zogen vorbei, an immer wieder neuen Einschnitten in denen man die Inselchen mit ihren schönen Palmen und meist einfachen Häuschen sehen kann. Wasserblumen, die wie Seerosen aussehen und Kormorane zu hunderten gab es zu bewundern. Auf einer winzigen Insel befand sich auch eine ganze Kolonie von Affen, die sehr zutraulich waren.
Hier haben viele Familien aus der Oberschicht - auch der Präsident von Nicaragua - ihre Insel für den Wochenendaufenthalt gekauft, aber längst sind auch Deutsche, Franzosen, Schweizer, Italiener und Amerikaner hier. Trotzdem, gibt es noch Inselchen, die einen Besitzer suchen in Preislagen zwischen $ 8.000.- bis $ 300.000.-. Manche Anwesen sind auch sehr prunkvoll hergerichtet. Zum Glück ist es nicht unser Problem, wenn die Besitzer den Inselkoller bekommen. Der Kontrast zwischen arm und reich ist aber sehr groß. So sahen wir einfachste Behausungen, wo die Menschen noch wie vor hundert Jahren leben.
Zwischen den Inselchen war das Wasser sehr ruhig und spiegelglatt. Die Sonne brannte ordentlich herunter. Aber kaum waren wir am offenen „Meer“ blies ein kräftiger Wind, so dass das Boot bedrohlich schaukelte. Im Nu waren die drei Stunden schon wieder um und wir sahen schon die Ab- und Anlegestelle.
Danach wollten wir mit dem Taxi den langen Weg zurückfahren; doch es war keines da. So gingen wir halt wieder zu Fuß – in der Hoffnung, dass ohnehin eines vorbeikommen würde; was aber ausnahmsweise nicht so war. Beim Rückweg ins Zentrum machten wir eine Abkürzung. Dadurch kamen wir aber in eine äußerst zwielichtige Gegend, wo die Leute in ärmsten Verhältnissen hausten. Als wir das merkten, wollten wir aber nicht mehr umdrehen, da wir ansonsten möglicherweise in die Dunkelheit geraten wären – das ist in dieser Gegend alles andere als ratsam. So schauten wir, dass wir so schnell wie möglich durchkamen und waren im Nu wieder auf dem belebten Parque Central.
Am Samstag, den 20. November, fuhren wir um ca. 9.30 Uhr zu fünft mit einem Taxi (C$ 120,--), dass uns Don Alfredo organisiert hat, ein bisschen in die Umgebung. Vorher waren wir noch bei einer „Fensterwechselstube“ Geld wechseln (Der Kurs war um eine Spur besser als auf der Grenze) und frühstücken (Das Personal war aber so extrem langsam, dass wir uns dann doch sehr beeilen mussten, um rechtzeitig wieder in der Posada zu sein.). Es ging durch Granada hinaus und stets bergauf bis wir nach etwa einer dreiviertel Stunde bei der idyllisch gelegenen Laguna de Apoyo waren; ein riesiger, fast kreisrunder Kratersee in einem erloschenen Vulkan. Dies ist auch ein beliebtes Ausflugsgebiet für die Städter. Bevor wir hinunter ans Ufer fuhren, fragte uns noch der Taxifahrer, wo er uns jetzt hinauslassen soll – eher auf der linken oder rechten Seite. Da wir natürlich keine Ahnung hatten, welche Seite nun schöner wäre und ihm das auch mitteilten, fuhr halt in irgendeine Richtung bergab und ließ uns bei einem Strandrestaurant hinaus. Dort verbrachten wir nun relaxend ca. vier Stunden. Die Kraterlagune ist wirklich herrlich zum Schwimmen. Das Wasser war sehr warm und angenehm zum Baden. Auch die Wellen waren ein Genuss. Leider war der Strandplatz nicht ideal; denn es war kaum Platz zum Liegen. Später aßen wir sehr gutes Grillhuhn und unterhielten uns gut. Ich wollte zwar ein bisschen herumspazieren, um mir die Gegend anzusehen; da uns aber der Taxifahrer und das Personal des Ufergasthauses aus Sicherheitsgründen stricktest davon abrieten, ließ ich es halt bleiben. Das Wetter war heute wieder ideal: nicht zu heiß, gerade angenehm.
Um ca. 14 Uhr fuhren wir nun wieder weg vom Ufer, hinauf ins Gebirge und machten oben einen Stopp, wo wir eine fantastische Aussicht über die gesamte Kraterlagune hatten. Danach fuhren wir weiter und waren bereits eine halbe Stunde später am berühmten Hängemattenmarkt, dem Mercado Viejo, von Massaya. Wir schlenderten dann auf dem „ach so berühmten“ Mercado Viejo herum, fanden aber nichts Besonderes daran. Entweder haben wir einen schlechten Tag erwischt, sind schon zu spät dran gewesen (die Hälfte der Marktstände war geschlossen) oder es wird einfach maßlos übertrieben.
Um ca. 15.40 Uhr gingen wir dann ca. zwei Kilometer zu Fuß auf einer staubigen Straße entlang quer durch die Ortschaft; eigentlich ein hässlicher Ort. Wenn es nicht den Markt gäbe, würde wahrscheinlich kaum ein Tourist hier verweilen. Beim Vorbeigehen waren auch einige Obst- und Gemüsestände. Als wir uns Bananen (0,5 kg um C$ 2,-- oder ca. € --,10) kauften, merkten wir erst so richtig, dass das Preisniveau doch sehr unter dem Costa Ricas liegt; dafür haben manche Preise keinerlei Relation zu einander. Eine Ansichtskarte kostete gleich C$ 18,-- (also fast € 1,--). Irgendwann tauchten dann immer mehr riesige Staubwolken auf, was hieß, dass der Busbahnhof immer näher rückte. Gleich darauf waren wir inmitten einer lauten nach Benzin stinkenden Staubwüste. Es war gar nicht so einfach den richtigen Bus zu finden. Aber mit Hilfe der freundlichen Bevölkerung, drängten wir uns in den nächsten Bus nach Granada. Um 16 Uhr fuhr der voll gepferchte Bus (C$ 6,--/p.) – am Anfang gab es nur noch Stehplätze – ab. Um 16.45 Uhr kamen wir in der Nähe des Parque Colon, in Granada, an. Da uns vorher der Fahrer bei der eigentlichen Endstation anscheinend ansah, dass wir überhaupt nicht wussten, wo wir nun sind, hat er uns einfach mit dem leeren Bus ein Stück bis zu Hauptplatz mitgenommen. Gleich in der Nähe fanden wir einen Bankomaten, der nur Visa nahm. Man konnte aber nur maximal C$ 2.000,-- abheben. Mit Bankomaten sah es hier bei weitem nicht so gut aus wie in Costa Rica. Auf unserer nächsten Station, der Insel Ometepe, gibt es nämlich keinerlei Wechselmöglichkeit. Mit Dollars (diese werden zwar sehr wohl überall gerne genommen) steigt man nämlich meist viel ungünstiger aus; deshalb ist es wichtig, ausreichend Cordobas bei sich zu haben. Eigenartigerweise konnte man im Supermarkt ums Eck bei der Posada auch mit jeder Kreditkarte wie selbstverständlich bezahlen. Nicaragua ist halt oft ein Land der krassen Gegensätze.
Am Sonntag, den 21. November, ging es um ca. 9.10 Uhr gemeinsam mit zwei Schweizer Globetrottern, die zum Vulkan Mombacho wollten, mit dem Taxi (C$ 300,--) von Granada hinaus. Mit dem Bus wäre es zwar bei weitem billiger gewesen, wir hätten aber viel früher aufstehen müssen, mit dem Taxi zum Busbahnhof, dann mindestens einmal umsteigen … Zu viert (ca. € 4,--/p.) war es aber nicht so arg; dafür aber viel bequemer und vor allem ohne Stress.
Für die 80 km ging es relativ schnell, da die Straße, die Panamericana, einwandfrei war. Nachdem wir die beiden Schweizer beim Nationalparkseingang zum vulkan Mombacho abgesetzt hatten, kamen wir nach Rivas, durch das wir aber durchfuhren. Kurze Zeit später, um ca. 10.15 Uhr, nach etwas vier Kilometern, kamen wir zum Fährhafen von San Jorge. Dieser Ort ist schon irgendwie mit Rivas zusammengewachsen. Wir stellten uns bei der Kassa an, kauften das Ticket (C$ 28,--/p.) und gingen vor zur Anlegestelle. Um 10.30 Uhr sollte nämlich die Autofähre abfahren; es wurde uns empfohlen, diese (aus Sicherheits- und Bequemlichkeitsgründen) der reinen Personenfähre vorzuziehen.
Als wir schon in die Autofähre einsteigen wollten, wurden wir jedoch – zu unserem Schrecken – kurzfristig aus unerklärlichen Gründen in die Personenfähre umgeleitet. Wir hatten ein bisschen ein ungutes Gefühl da das alte Schiff sehr instabil wirkte; noch dazu schien die See heute ziemlich rau zu sein. Als wir endlich alle eingepfercht drinnen saßen, wurden wir aber wiederum in die Autofähre umdirigiert; die Maschine ist nämlich nach mehrmaligem Probieren nicht angesprungen. Nun war es wesentlich bequemer; denn wir hatten viel mehr Platz. Um 10.45 Uhr ging es dann zügig auf den offenen See hinaus. Der Lago Nicaragua (mit weit über 8000 km² der zehntgrößte Süßwassersee der Welt) – auch Cocibolca genannt – schien sowieso wie ein Meer. Von den insgesamt 450 vulkanischen Inseln ist Ometepe (276 km²) mit Abstand die größte; zugleich größte Süßwasserinsel der Welt. Ometepe blieb auch in der Zeit der postkolonialen Bürgerkriege weitgehend von Kämpfen verschont, so dass es auch als eine Oase des Friedens bezeichnet wird. Beide Vulkankegel sind nur durch eine schmale, etwa 5 km breite Landenge miteinander verbunden. Der aktive Concepción hatte seinen letzten Ausbruch 1999, während der Maderas schon seit einigen Jahrhunderten als erloschen gilt und dessen Krater ein Vulkansee (Laguna de Maderas) erfüllt. Nach einer guten Stunde, um ca. 12.00 Uhr, waren wir auch schon drüben im Hauptort der Insel Ometepe, dem Hafennest Moyogalpa. Dadurch, dass Don Alfredo schon von Granada aus alles arrangiert hatte, erwartete uns schon der Fahrer des bestellten Taxi-Pickups. Das Dorf um den Hafen war recht lebhaft. Am Anfang war die Straße recht gut asphaltiert. Sie ging dann aber nahtlos in staubige Sandpisten über. Links und rechts der Strecke waren jede Menge grasende Pferde und weidende Kühe. Einmal hatten wir einen längeren Stau wegen drei verschiedener Viehherden, die die Straße komplett blockierten; auch eine besonders eigenartig aussehende Riesenkuh war dabei. Die Cowboys hatten alle Hände voll zu tun, um die drei Herden unter Kontrolle zu bekommen.
So gegen 13.15 Uhr kamen wir dann etwas durchgerüttelt in Playa Santo Domingo an; gelegen am östlichen Ufer der Landenge, die die zwei Inseln verbindet. Im Hotel „Villa Paraiso“ ($ 40,--) hatten wir dann einen wunderschönen Bungalow. Davor konnte man in einer Hängematte die Seele baumeln lassen. Die ganze Hotelanlage ist wunderschön gestaltet, direkt am kilometerlangen weißlichgrauen Sandstrand gelegen. Alles ist sehr geschmackvoll gestaltet – ein Ort zum Wohlfühlen. Gegründet (vor ca. 15 Jahren) und geführt wird die Anlage von der gebürtigen Kärntnerin Sonja Kofler. Sie war Mitbegründerin des Ometepe-Projekts, einer Initiative, die durch private Spendenaufrufe und Städte-Partnerschaften das Bildungs- und Gesundheitssystem auf Ometepe modernisierte.
Da es mittlerweile schon Nachmittag war, unternahmen wir heute nichts mehr. Im Restaurant aßen wir etwas, bevor wir ein bisschen in der Gegend herumspazierten. Immer wieder kamen uns Schweine und Kühe entgegen. Einmal war schön zu beobachten, wie sieben oder acht niedliche Ferkel gleichzeitig bei der Muttersau Milch säugten. Überhaupt ist auf dieser Insel Mensch und Tier im Einklang mit der Natur.
Viele woanders seltene Vögel waren hier zuhauf zu sehen. Eines war sicher: die nächsten beiden Tage würden wir uns sicher nicht allzu sehr anstrengen.
Am Montag, den 22. November, starteten wir nach dem Frühstück mit einem hoteleigenen Pickup ($ 20,--/p. inklusive Lunchpaket und Mineralwasser) um ca. 10.00 Uhr zu einer Tagestour. Es war eine richtige Rütteltour, da die meisten Straßen hier in sehr schlechtem Zustand sind. Es war alles morastig, feucht und dementsprechend schwül. Es ist eine schöne Landschaft mit vielen Tieren (Kühen, Schweinen, Schmetterlingen, Vögel, etc.).
Wir kamen zuerst nach Balgüe, durch das wir durchfuhren und fuhren dann weiter bis San Ramon, wo wir um ca. 11.30 Uhr ankamen. Die Ortschaft liegt im Südwesten der Insel direkt zu Füßen des Vulkans Maderas gelegen. Nun ging es noch ca. zwei Kilometer durch ein Privatgrundstück (Maut C$ 100,--/Auto), bevor wir uns nun endgültig einparken mussten; denn ab nun ging es nur noch steil bergauf. Durch dichtesten tropischen Feuchtwald und große Schwüle ging es auf manchmal schlammigen Wegen aufwärts. Obwohl das ganze nur etwa eine gute Stunde dauerte, war es mörderisch schweißtreibend. Schließlich waren wir endlich oben angelangt. Vorher mussten wir noch eine Baustelle passieren; es wurde nämlich da oben gerade ein privates Wasserkraftwerk errichtet. Leider war das wieder ein Beispiel, wie schnell öffentliche Naturschutzgebiete ihrer Schönheit und Zugänglichkeit beraubt werden, wenn die staatlichen Behörden sie ohne gesetzliche Auflagen für Privatinvestitionen zur Verfügung stellen. Als wir da vorbei waren, bot sich uns das Bild eines wunderschönen Wasserfalls, der aus etwa 110 m Höhe in ein kleines Tal herabfiel. Das Wasser war bedenkenlos trinkbar, so dass wir unsere Wasserflaschen auffüllten. Über malerische mit Efeu bewachsene Kaskaden fällt das Wasser in einen kleinen Pool hinunter; ein wunderschöner Anblick in dieser grandiosen Landschaft. Am Fuße des Vulkans fanden wir eine 1,5 m lange tote Boa, die laut Auskunft unseres Guides vom Felsen hinuntergestürzt sein muss, da sie mit gebrochenem Genick dalag.
Neben vielen Echsen und Vögeln, sahen wir auch einige Brüllaffen, die vor unseren Augen in den Bäumen herumturnten. Um ca. 14.30 fuhren wir von San Ramon, diesmal über Merida zurück. Von dort nahmen wir auch Schulkinder, die auf dem Heimweg sehr weit zu Fuß hätten gehen müssen, auf der Ladefläche mit. Während der ganzen Tour sprach der Guide sehr langsam in deutlichem spanisch, so
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El Viejo



