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Thommys Reportage
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Beitrag Thommys Reportage 
1.Tag

Der KLM Cityhopper bringt uns von Hamburg nach Amsterdam. Prima: Schiphol hat die wohl saubersten Toiletten weltweit. Martinair MP 645 fliegt pünktlich los. Der Sitzabstand in der Boeing 767 kommt uns extrem eng vor, dafür ist die Verpflegung gut. Zwischenlandung in Miami (1,5 Std.) und nach weiteren 2,5 Std. landen wir in San José. Die Einreiseprozedur dauert geschlagene 45 Minuten. Wir nehmen uns ein Taxi (10 US$) zum Hotel San José Palacio*****, wo wir von Renate, der Rezeptionistin aus Bayern, eingecheckt werden. Außerdem erfahren wir, daß wir diese Rundreise mit fünf Personen antreten werden.

Die Teilnehmerzahl ist insofern interessant, als Meier´s Weltreisen die ursprüngliche Buchung „Höhepunkte Costa Ricas\" mangels Beteilgung kurzfristig abgesagt hatte. Für das nun stattfindende „Tropische Abenteuer\" sollte die Mindestteilnehmerzahl ebenfalls 10 Personen sein. Das verstehe wer mag.

2. Tag

Unser Reiseleiter Carlos Schulz erwartet uns pünktlich zur Abfahrt um 08:00 Uhr. Auf dem Weg zum Vulkan Poas halten wir zunächst am Denkmal des Nationalhelden Juan Santamaria und auf der Kaffeplantage „Tres Generaciones\" trinken wir unsere erste Tasse Costa Rica Kaffee. Wir wandern 30 Minuten durch den Nebelwald zum Vulkankrater und sehen dann, daß wir nichts sehen. Es ist Regenzeit und die Wolken haben den Vulkan dicht verhüllt. So bleibt uns nur ein Besuch des Museums und die Weiterfahrt nach Sarchi. Der Ort lebt von der Holzschnitzerei, insbesondere der traditionelle Ochsenkarren, kunstvoll bemalt, ist hier das Objekt der Begierde. Übernachtet wird dann in der Nähe von San Ramon in „Valle Escondido****\".

3. Tag

Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Hotel Tilajari**** in der Nähe von San Carlos. Eine sehr gute Anlage mit vielen Extras vom Tennisplatz bis zur Schmetterlingsfarm. Am Nachmittag fahren in Richtung des touristischen Zentrums von Costa Rica, zum aktiven Vulkan Arenal. Am Fuß des Vulkans liegt das Tabacon Resort. Hier kann man in angelegten Becken aus Naturstein ein Bad in den 35° warmen Thermalbädern nehmen. Aufgrund der vielen Tagesgäste, zu denen auch wir gehören, herrscht hier nachmittags drangvolle Enge. Vor allen Dingen in den Umkleidekabinen. Ein tropisches Gewitter zwingt gegen 19:00 Uhr alle Besucher aus den Becken. Als diese dann lautstark das reichhaltige Buffet erstürmen, verlassen wir das Resort und nehmen das Abendessen in einem kleinen Restaurant in der Nähe ein, wo es hervorragende Steaks und eine phantastische Aussicht auf die nächtlichen Aktivitäten des Vulkans gibt. Als es sich später am Abend aufklart, können wir die Lava und Gesteinsbrocken sehen, die an den Hängen herabschießen.

4. Tag

Heute steht ein Bootsausflug im Naturschutzgebiet Cano Negro nahe der Grenze zu Nicaragua auf dem Programm. Das Boot wartet im Hafen von Los Chiles auf uns. Es regnet in Strömen und trotzdem haben wir Glück: Bei der Fahrt auf dem Rio Frio sehen wir so viele Tiere wie man sie sonst nur im Zoo zu sehen bekommt. Kormoran und Schlangenhalsreiher, Eisvogel und Silberreiher, Rabengeier und Spitznasenfledermäuse, Brüllaffen und Spinnenaffen und viele mehr begegnen uns. Wir unternehmen noch einen Abstecher an die Grenze zu Nicaragua und gehen dann wieder in Los Chiles an Land.

5. Tag

Eigentlich ist heute ein Transfertag. Da uns dies aber zu langweilig ist, ergänzen wir das Programm um eine Rafting-Tour. Wir fahren zunächst zum Arenal-Stausee, mit 80 qkm der größte See Mittelamerikas. Von hier aus haben wir heute auch einen freien Blick auf den Vulkan. Leider ist die Spitze immer noch von Wolken verhüllt. Ein kurzer Stopp in Nuevo Arenal bei Tom´s Deutscher Bäckerei folgt. Es gibt deutsche Backwaren und jede Menge Schwarzbrot. Die Attraktion ist „Gustl\" der Regenbogentukan, den Tom hier gesund pflegt. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Rio Corobici, wo wir unsere Soft-Rafting Tour beginnen. Der Spaß kostet stolze 37 US$. Auch hier gibt es jegde Menge Tiere zu sehen. Und ein ganz seltener Anblick gelingt uns: 2 rote Aras fliegen für wenige Sekunden über uns hinweg. Zu kurz, um es zu fotografieren. Übernachtet wird im Hotel Las Espuelas kurz vor Liberia. Motel ist der bessere Ausdruck und in Sachen Service und Qualität läßt diese Unterkunft deutlich zu wünschen übrig.

6. Tag

Ziel ist heute die Buena Vista Lodge* am Vulkan Rincon de la Vieja. Wir verbringen den Vormittag noch in Liberia und sehen zunächst den Namensgeber für die Provinz Guanacaste, den Grünen Ohrenbaum (Guanacastebaum). Beim Besuch des Nationalorchesters lauschen wir der Marimba, dem Nationalinstrument. Nach einem Rundgang durch den Wochenmarkt benötigt ein Mitreisender eine Rasur beim örtlichen Friseur (Reisestecker!). Für 900 CRC (ca. DM 6,--) entfernt die junge Dame mindestens 3 Hautschichten. Über Costa Ricas Schlaglochpisten geht es dann zur Lodge. Es handelt sich hier um eine echte Working-Ranch mit Sabanneros (Cowboys) und Viehzucht. Man glaubt hier wirklich auf der „Ponderosa\" zu sein.

Nach einer kleien Siesta folgt am nachmittag eine Dschungelwanderung bei der wir die Atrraktion der Lodge sehen: Eine 400 m lange Wasserrutsche durch den Dschungel. Außerdem bekommen wir noch Kapuzineraffen vor das Objektiv. Von einem Plateau aus haben wir den Blick auf den Pazifik und erleben hier den Sonnenuntergang.

7. Tag

Der seit Tagen mit Spannung erwartete Reitausflug steht nach dem Frühstück auf dem Programm. Alles ganz einfach sagt Carlos, man muß dem Gaul nur zeigen, wer der Herr ist. Auf ebener Strecke wirkt alles noch ganz harmlos, doch dann entwickelt sich daraus echter Hochleistungssport. Und als wir die Vulkanhügel rauf und runter reiten (45° Gefälle!) wird die Sache olympiareif. Blaue Flecken inklusive. Als das Pferd eines Mitreisenden in ein Schlagloch tritt, muß dieser sogar absteigen, um nicht unter dem Pferd zu liegen. Bei einem Badeaufenthalt an einer Lagune mit Wasserfall hat derselbe Gast Glück, daß er mit ein paar Prellungen davonkommt. Die Umgebung ist feucht und glitschig; er verliert den Halt und rutscht mit dem Rücken und der Hüfte über ein paar Felsen. Wir reiten weiter zu einem nahen Thermalbad. Hier wird man mit warmem, mineralhaltigem Schlamm aus den Fumarolen eingerieben. Soll angeblich der Hautpflege dienen. Anschließend wird ein Bad in den warmen Quellen genommen.

8. Tag

Das „Tropische Abenteuer\" geht dem Ende entgegen. Auf der Panamericana, „Traumstraße der Welt\", fahren wir in Richtung San José. Unsere Mitreisenden verabschieden wir nacheinander in Puntarenas und Jaco Beach zu ihren Badeaufenthalten. Am Rio Tarcoles sehen wir dann noch die versprochenen Krokodile. Der Rio Tarcoles ist der Fluß mit den meisten dieser Reptilien in Costa Rica. Wir überqueren das Hochgebirge und treffen gegen 14:00 Uhr wieder in San José ein. Wir beziehen Quartier im „Parque del Lago**\". Woher das Hotel seine 4 Sterne hat, ist uns schleierhaft.

Der zweite Teil unserer Reise beginnt morgen mit der Tour „Rio San Juan\", die wir zusätzlich gebucht haben, um den abgesagten Teil zu komplettieren. Dieser Teil der Reise sollte sich als Testwoche entpuppen, denn wie wir später erfahren, sind wir die ersten beiden Gäste die diese Tour gebucht haben.

Gegen 20:00 Uhr meldet sich ein Mann namens „Gaspar\" und teilt uns als Pick-upTime 6:20 Uhr mit. Wir sind erstaunt, denn das Frühstück wird erst ab 6:30 Uhr serviert.

9. Tag

Mit einem kleinen Trinkgeld gelingt es uns ab 6:00 Uhr ein paar Scheiben Toast und eine Tasse Kaffee zu erhalten. Um 6:30 Uhr erscheint dann Gaspar. Das Gepäck wird verladen. Uns fällt auf, das der Kofferraum nicht schließt. Erst ein paar Tricks erlauben uns abzufahren. Bei einem ersten Stopp im Nat. Park Braulio Carrillo bemerken wir, dass die hinteren Türen nur von innen zu öffnen sind. Anschnallen ist nicht möglich.

Wir machen einen Stopp an einer Bananen-Plantage. Dann erreichen wir den Hafen von Caño Blanco. Hastig wird auf die Rückseite der Original-Tourbeschreibung ein neuer handschriftlicher Ablauf notiert. Wir weisen darauf hin, dass es sich nicht um den gebuchten Ablauf handelt. Die Agentur habe dies geändert, heißt es schließlich.

Am Bootsanleger lernen wir dann unsere beiden Mitreisenden kennen, die leider nur Spanisch und ein paar Brocken Englisch sprechen. Und dann wird uns Junior vorgestellt, unser „Captain\". In Tortuguero erreichen wir das Jungle Lodge Hotel. Bereits beim Anlegen erscheint der Hotelchef, der uns signalisiert, dass wir unsere Übernachtung selbst bezahlen müssen, da unsere Agentur keinerlei Kredit besitzt und weder Voucher noch Schecks angenommen werden. Wir akzeptieren zunächst, weisen aber den Captain an, für Abhilfe zu sorgen. Abends teilt uns der Hotelchef dann mit, dass er sein Geld bekommen hat und die Sache für uns erledigt ist. Bei einer nächtlichen Wanderung am Strand können wir dann 2 Seeschildkröten bei der Eiablage beobachten (25 US$). Ein einmaliges Erlebnis.

10.Tag

Wir fahren den Rio San Juan hinauf. Hier haben die Spanier eine Festung gebaut (El Castillo), um ihre Goldvorräte in Granada zu schützen. Der Fluß war vor dem Bau des Pananma-Kanals die einzige Verbindung zwischen der Ost- u. Westküste Amerikas. Kurz vor El Castillo steigt aus einem Kanu ein „Class 1\" Captain aus Nicaragua ins Boot, der uns durch die Stromschnellen vor El Castillo bringen soll. Mit halsbrecherischen Manövern fährt dieser durch die Felsen, mit dem Ergebnis, dass es nach einem dumpfen Schlag unter das Boot zu einem Schaden an dem Propeller kommt.

Unser Captain bringt uns zunächst ins Hotel Albergue in El Castillo. Das Hotel erweist sich dann eher als Jugendherberge. Dusche und WC sind lediglich als offene Gemeinschaftsnassräume vorhanden. Gemeinschaft heisst in diesem Fall Damen und Herren stehen gemeinsam in einem Waschraum. Die angebotenen Mahlzeiten stehen in keinem Verhältnis zu den in Costa Rica gültigen Standards.

Auf Nachfrage heisst es, die Übernachtung in Boca Tapada (Laguna del Lagarto Lodge) sei von der Agentur geändert worden.

Und noch eine Änderung tritt ein. Unser Captain weist auf seine Zwickmühle hin. Einerseits müsse er eine Führung durch das Castillo mit uns machen, andererseits müsse er das Boot reparieren. Wir willigen ein, das Boot zu reparieren, damit wir am nächsten Morgen abfahren können. Die Folge ist, dass die Führung durch El Castillo ausfällt, da diese von dem vorhanden Personal nur in Spanisch durchgeführt wird. Weiterhin fehlt uns für den Rest des Tages jegliche Kommunikationsmöglichkeit, da in der Herberge kein Englisch gesprochen wird.

11.Tag

Wir erreichen San Carlos. Unser Captain widmet sich den Ausreiseformalitäten. Wir bleiben uns selbst überlassen. Ein Rundgang in San Carlos findet auf eigene Faust statt. Die Fahrt geht direkt vom Rio San Juan in den Rio Frio. Auf Nachfrage, warum eine Fahrt auf dem Nicaragua-See bzw. zum Solentiname Archipel unterbleibt, obwohl dieses zur Reise gehört, heisst es, dies sei im Anschlusspaket der beiden mitreisenden Spanier enthalten und findet daher nicht statt.

In Los Chiles werden wir von Gaspar wieder in Empfang genommen. Wir erfahren, dass unsere Übernachtung im Hotel Arenal Paraiso stattfindet. Dann wieder eine Änderung. Das Abendessen findet hier im Hotel statt und nicht wie ausgeschrieben im Tabacon Resort. Wir verzichten auf den Besuch im Thermalbad und ziehen einen Bummel in Fortuna vor, da wir die Thermalquellen schon aus der Rundreise „Tropisches Abenteuer\" kennen.

Beim Abendessen dürfen wir dann aufgrund unserer „inclusive Voucher\" nur aus einer reduzierten Karte wählen. Ganz im Gegenteil zu Gaspar und den beiden spanischen Gästen die später eintreffen. Wir machen auf diesen Umstand aufmerksam, und werden mit Gratis-Getränken abgefunden.. Wir erfahren noch kurz, dass am Morgen die Besichtigung einer Tropfsteinhöhle ansteht.

12. Tag

Als wir bei den Venado Caves ankommen, erfahren wir dass es sich hierbei um eine geflutete Höhle handelt, wir also die Auswahl haben, entweder bis zur Hüfte (Soft-Tour) oder bis zur Schulter (Hard-Tour) im Wasser zu stehen. Ein zufällig anwesendes Filmteam zeigt uns, was uns wohl entgangen ist. Haufenweise Fledermäuse und deren Kot, enge Löcher, durch die man sich hindurchzwängen muß und giftige Taranteln. Wir verzichten dankend auf den Einstieg und beginnen unseren Rücktransport nach San José. Es folgt noch ein kurzer Stopp in Zacero mit den kunstvoll geschnittenen Zypressen und gegen 16:30 Uhr treffen wir wieder im Hotel „San José Palacio\" ein, wo wir bereits von der LTU Reiseleitung erwartet werden, um einen Bericht von dieser außergwöhnlichen Tour abzugeben.

13. Tag

Man will uns etwas Gutes tun und lädt uns zu einem Ausflug auf den Vulkan Irazu ein. Wir nutzen die Gelegenheit den vierten aktiven Vulkan dieser Reise zu besichtigen. Übrigens hatten wir während unseres Aufenthaltes in Costa Rica 2700 Erdbeben. Allerdings allle unter der Stärke von 3,2, sodaß man sie nicht bemerkt. Auf der Rückfahrt sehen wir noch die alte Haupstadt Cartago und die 1926 wiederaufgebaute Basilika. Wir unternehmen noch einen kleinen Stadtbummel in San José zum Tetro Nacional, dem berühmtesten Theater Mittelamerikas, und werden dann von der LTU Vertretung verabschiedet. Natürlich nicht, ohne unsere Reklamation abgegeben zu haben. LTU Touristik erstattet später DM 435,-- und entledigt sich dieses Vorgangs völlig unangemessen.

Martinair MP 646 fliegt pünktlich ab und landet genau so pünktlich wieder in Amsterdam.

14. Tag

Der KLM Cityhopper bringt uns mit einer halbstündigen Verspätung zurück nach Hamburg. Und als ob es noch nicht genug gewesen wäre, sind die Koffer in Amsterdam stehen geblieben und werden am nächsten Tag nachgeliefert.

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