also erstmal diese Schlangenbiss-Kits sind voelliger Mumpitz und zumindest die, die ein aufschneiden der Bisswunde bedingen, sogar sehr gefaehrlich. Da bis auf die Korallenschlange alle Giftschlangenarten in CR zur Gattung der Vipern gehoeren ist auch ein Abbinden des betroffenen Glieds zu unterlassen, da das Haemotoxin die Blutgefaesse zerstoert und man durch ein Abbinden das Gift im Gliedmass konzentriert, was zu massiver Gewebezersoerung fuehrt und eine Amputation nach sich fuehren kann.
Im Falle eines (sehr unwahrscheinlichen) Bisses einer Korallenschlange kann ein lockeres Abbinden den Fluss des Giftes ins Nervenzentrum verlangsamen.
Man muss allerdings dazu sicher sein, was einen gebissen hat.
Ansonsten gelten die ueblichen Tipps, wie betroffenes Gliedmass ruhig stellen, Ruhe bewaren und aerztliche Hilfe anfordern.
Ausserdem muss man wissen, dass bis zu 30% der Bisse, sog. trockene Bisse sind, d.h. die Schlange beisst zur Abschreckung ohne Gift zu verabreichen, denn dieses benutzt sie besser zur Jagd nach Beutetieren. Schlangen koennen dies nach Bedrohungslage also durchaus steuern.
Antiseren werden in CR selbst hergestellt, vom Instituto Cloromido Picado in San Jose. Es gibt ein polyvalentes Serum gegen alle Vipernbisse und eines gegen das Gift der Korallenschlange, so dass es auch bei Nichtidentifizierung der Schlange kein grosses Problem ist herauszufinden welches Serum man benoetigt.
Die meisten lokalen Kliniken verfuegen ueber Serum, aber normalerweise wird man nach einer Erstabgabe ins Hospital Mexico nach San Jose verlegt zur Weiterbehandlung, auch weil es dort Spezialisten fuer Schlangenbisse gibt und auch die Behandlungsmoeglichkeit bei Gewebeschaeden und Infektionen etc besser sind als in der Pampa.
Die Schlange, die mit Abstand die meisten Bisse(ca 90%) verursacht ist die Lanzenotter, hier Terciopelo genannt. Das Problem ist, dass sie sich sehr auf ihre hervorragende Tarnung verlassen und nicht fluechten wie anderen Arten und wenn man zu nahe ist, koennen sie angreifen. Ich kenne auch Berichte von befreundeten Schlangenbegeisterten, die davon berichten von Lanzenottern ueber eine gewisse Distanz verfolgt worden zu sein. Auch wenn dies sicher Ausnahmen sind, spricht es von einer relativen Aggressivitaet dieser Art. Auch sollen trockene Bisse seltener sein als bei z.B. Kobras. Fuer mich persoenlich die einzige Schlangenart in CR wo auch ich aufpasse, wenn ich in bestimmten Gegenden unterwegs bin.
Ich kenne noch ne Statistik mit rund 600 Toten durch Schlangenbisse im Jahr in CR, mag vielleicht 20 Jahre her sein, mittlerweile sind es vielleicht noch 0-5 Tote pro Jahr, bei 15 Toten durch Blitzschlag und ueber 400 durch Verkehrsunfaelle. Also eher beim Autofahren aufpassen
Die Gefahr durch Spinnen und Skorpione ist absolut zu vernachlaessigen, denn das Gift der hier vorkommenden Arten ist nicht potent genug um einen gesunden Erwachsenen zu toeten.