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Schlangenbiss, was tun

Fragen und Informationen zu Tieren und Pflanzen in Costa Rica.

Schlangenbiss, was tun

Beitragvon wandgc » 17.05.2012, 12:38

Ich bin bei der Vorbereitung meiner Costa Rica Reise im September und habe einiges im Forum gelesen. Nun mal eine Frage zu den Giftschlangen und giftigen Spinnen. Soweit ich gelesen habe ist es wohl recht unwahrscheinlich dass man als Urlauber von einer Schlange oder Spinne gebissen wir. Sollte das nun wirklich passierten was macht man dann. Gibt es auch auf dem Land, also ausserhalb von San Jose Krankenhäuser oder ähnliches die dann ein Gegengift haben. Wohin müsste man sich im Notfall wenden?
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon odiseo » 18.05.2012, 03:25

Ich würde die Schlange, auch wenn es in einer solchen Situation sicher nicht einfach ist, versuchen zu fotografieren und dann zum nächsten Arzt oder Krankenhaus fahren.
Da Schlangen meistens auf Knöchelhöhe zubeißen, sind knöchelhohe Schuhe oder noch besser Stiefel von Vorteil. Wobei Schlangenbisse sehr selten sind aber vorkommen; vor allem wenn Leute durchs Unterholz oder hohe Gras pirschen, anstatt auf dem Weg zu bleiben.

Es gibt im Handel auch Schlangenbiss-Sets. Ob das etwas bringt, weiß ich nicht, da ich es noch nie probiert habe.
http://www.amr-outdoorwelt.de/Shop/sg_979.htm

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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon wandgc » 18.05.2012, 09:34

Hallo Odiseo
An anderer Stelle habe ich gelesen das von den Schlangenbiss-Setz dringend abgeraten wird, die sollen die Sache teilweise eher verschlimmern als verbessern.

Nochmal eine Frage zu den Ärzten und Krankenhäusern, gibt es die überall oder nur in den grossen Städten und haben die dann auch ein Gegengift?
Ich habe zwar nicht vor abseits durch den Urwald zu laufen aber sicher ist sicher, wenn wirklich mal was passiert weis man was zu tuen ist. Denn wenn man sich mal in einer entsprechenden Situation befindet hat man wenig Zeit sich erst darum zu kümmern wohin man sich wenden soll.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon odiseo » 18.05.2012, 10:43

Nochmal eine Frage zu den Ärzten und Krankenhäusern, gibt es die überall oder nur in den grossen Städten und haben die dann auch ein Gegengift?
Es gibt in den größeren Dörfern Krankenstationen. Die haben eventuell auch Schlangenserum gelagert.

Du kannst ja auch bevor du im Regenwald wanderst in einer Pulperia Gummistiefel kaufen. Die gibt es überall, sind billig und schützen sehr gut. Die schützen auch gegen die weit größeren Gefahren im Regenwald, den Zecken.

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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon wandgc » 18.05.2012, 14:04

Ich habe auf verscheidenden Seiten gelesen das das nichts bringt, mit dem Aussaugeapparat.
ZB. auf http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/seite19.htm aber auch auf anderen.

Jetzt hänge ich noch eine andere Frage zum Thema Ärzte an die zumindest teilweise zum Thema passt oder sollte man da ein extra Thema aufmachen.
Wie ist die ärztliche Versorgung, vor allem von den Städten entfernt. Wo kann man sich da hinwenden wenn man eine Verletzung hat, Fieber oder ähnliches. Gibt es Ärzte die speziell Touristen behandeln oder kann man sich an örtliche Ärztezentren wenden, wenn es die gibt. Wie sieht es da aus mit der Bezahlung. Das muss man wahrscheinlich selber bezahlen und dann evtl. von einer Reiseversicherung zurückholen.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Encino » 18.05.2012, 16:19

In jeder Apotheke sollte ein Arzt sein, der dir auch mal eine Spritze geben kann, sofern das erforderlich ist. Dass dieser Dienst etwas kostet, sollte jedem klar sein. Wenn du für deine Versicherung eine Quittung brauchst, so musst du diese aber verlangen.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon odiseo » 19.05.2012, 04:13

Wie ist die ärztliche Versorgung, vor allem von den Städten entfernt. Wo kann man sich da hinwenden wenn man eine Verletzung hat, Fieber oder ähnliches.
Es ist wie in Europa. Umso größer die Ortschaft umso mehr Möglichkeiten gibt es. Krankenhäuser, Ärzte und Apotheken. Falls es in einer kleinen Ortschaft nichts gibt, fährt man zur nächsten Stadt.
Wie oben schon erwähnt haben die Apotheken (Farmacia) mehr Befugnisse. Da kann geimpft werden und es werden auch rezeptpflichtige Medikamente abgegeben. Bei schlimmeren Erkrankungen gehst du zum Arzt (Medico) oder gleich ins Spital (Hospital).

Am besten fragst du noch bei deiner derzeitigen Versicherung nach, mit welchen Spitälern in Costa Rica sie zusammenarbeiten. Die rechnen eventuell direkt ab.

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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon wandgc » 19.05.2012, 05:26

Das hört sich ja schon mal gut an. D.h. es gibt eine relativ gutes Gesundheitssystem für mittelamerikanische Verhältnisse. Die spanische Sprache ist kein Problem da ich selbst in Spanien wohne. Das das alles nicht gratis ist versteht sich ja von selbst.
Man macht sich halt so einige Gedanken und ich denke man sollte solche Sachen schon vor der Reise klar sehen denn wenn man mal dort ist und entsprechende Probleme hat ist man dann schon genug damit beschäftig als das man sich dann auch noch gross informieren kann.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Cascabel » 04.06.2012, 22:12

also erstmal diese Schlangenbiss-Kits sind voelliger Mumpitz und zumindest die, die ein aufschneiden der Bisswunde bedingen, sogar sehr gefaehrlich. Da bis auf die Korallenschlange alle Giftschlangenarten in CR zur Gattung der Vipern gehoeren ist auch ein Abbinden des betroffenen Glieds zu unterlassen, da das Haemotoxin die Blutgefaesse zerstoert und man durch ein Abbinden das Gift im Gliedmass konzentriert, was zu massiver Gewebezersoerung fuehrt und eine Amputation nach sich fuehren kann.

Im Falle eines (sehr unwahrscheinlichen) Bisses einer Korallenschlange kann ein lockeres Abbinden den Fluss des Giftes ins Nervenzentrum verlangsamen.
Man muss allerdings dazu sicher sein, was einen gebissen hat.
Ansonsten gelten die ueblichen Tipps, wie betroffenes Gliedmass ruhig stellen, Ruhe bewaren und aerztliche Hilfe anfordern.
Ausserdem muss man wissen, dass bis zu 30% der Bisse, sog. trockene Bisse sind, d.h. die Schlange beisst zur Abschreckung ohne Gift zu verabreichen, denn dieses benutzt sie besser zur Jagd nach Beutetieren. Schlangen koennen dies nach Bedrohungslage also durchaus steuern.

Antiseren werden in CR selbst hergestellt, vom Instituto Cloromido Picado in San Jose. Es gibt ein polyvalentes Serum gegen alle Vipernbisse und eines gegen das Gift der Korallenschlange, so dass es auch bei Nichtidentifizierung der Schlange kein grosses Problem ist herauszufinden welches Serum man benoetigt.

Die meisten lokalen Kliniken verfuegen ueber Serum, aber normalerweise wird man nach einer Erstabgabe ins Hospital Mexico nach San Jose verlegt zur Weiterbehandlung, auch weil es dort Spezialisten fuer Schlangenbisse gibt und auch die Behandlungsmoeglichkeit bei Gewebeschaeden und Infektionen etc besser sind als in der Pampa.

Die Schlange, die mit Abstand die meisten Bisse(ca 90%) verursacht ist die Lanzenotter, hier Terciopelo genannt. Das Problem ist, dass sie sich sehr auf ihre hervorragende Tarnung verlassen und nicht fluechten wie anderen Arten und wenn man zu nahe ist, koennen sie angreifen. Ich kenne auch Berichte von befreundeten Schlangenbegeisterten, die davon berichten von Lanzenottern ueber eine gewisse Distanz verfolgt worden zu sein. Auch wenn dies sicher Ausnahmen sind, spricht es von einer relativen Aggressivitaet dieser Art. Auch sollen trockene Bisse seltener sein als bei z.B. Kobras. Fuer mich persoenlich die einzige Schlangenart in CR wo auch ich aufpasse, wenn ich in bestimmten Gegenden unterwegs bin.

Ich kenne noch ne Statistik mit rund 600 Toten durch Schlangenbisse im Jahr in CR, mag vielleicht 20 Jahre her sein, mittlerweile sind es vielleicht noch 0-5 Tote pro Jahr, bei 15 Toten durch Blitzschlag und ueber 400 durch Verkehrsunfaelle. Also eher beim Autofahren aufpassen :bandit:

Die Gefahr durch Spinnen und Skorpione ist absolut zu vernachlaessigen, denn das Gift der hier vorkommenden Arten ist nicht potent genug um einen gesunden Erwachsenen zu toeten.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Cascabel » 04.06.2012, 22:30

uebrigens, ich bin mal bloederweise ca. 1-2m an eine Lanzenotter herangekommen. Nachts an einem kleinen Fluss bei Uvita bin ich von der Bruecke auf eine kleine Flussinsel gesprungen. Keine Ahnung wieso, vielleicht 1-2 Imperial zuviel, aber ich habe nicht gesehen, dass sich in Laub vor meinen Fuessen ein Terciopelo versteckte.
Das merkte ich erst dann, als ein ca. 2m langer Schlauch durchs Wasser ans andere Ufer schoss. Nach dem ersten Schreck verharrte das Tier am anderen Ufer und drehte den Kopf zu mir. Ich war natuerlich zu Salz erstarrt, weil ich grad merkte was fuer ein Glueck ich hatte und so war ich kein Gegner mehr fuer die Schlange und sie suchte das Weite.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Encino » 05.06.2012, 07:24

Sehr guter und lehrreicher Bericht, Cascabel.
Ist ja auch kein Wunder bei deinem Namen.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon capricorn » 27.06.2012, 03:22

Die Behandlung eines Schlangenbisses ist NICHT mit der Injektion eines passenden Serums abgetan.Der fast immer einsetzende Schockzustand läßt eine Verteilung aus den Muskelregionen NICHT mehr zu.
Grundsätzlich wird das Serum in verdünnter Form intravenös (!!)mit mind.1Liter Volumensubstitution verabreicht.Also im Umgang mit Seren erfahrene Behandler sind das 1.Gebot!
Bei den von mir und auch den ärztl. Kollegen gemachten Erfahrungen sind ,je nach Bisszone im Körperbereich,bis zu 100ml(!!!)Serum zu infundieren.Auch die Bissart ist mit verantwortlich,werden größere Blutgefäße tangiert,wird es kritisch.
Es sterben übrigens nicht unerheblich viele Patienten an der nicht vor der Anwendung getesteten UNVERTRÄGLICHKEIT des SERUMS!!
Also:grunsätzlich gilt die Prävention,Aufpassen,Vorsicht,geeignete Kleidung und Schuhwerk.
Auch ist nicht jeder Biss einer Schlange zu jeder Jahreszeit unbedingt tödlich,allerdings sind die Spätfolgen IMMER zu beachten.
Viel unangenehmer und nicht wesentlich ungefährlicher ist der Biss des Scolopenders(Tausendfüßlers),bei Nachtwanderungen heißt es da aufpassen.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Wohlleben » 27.07.2012, 06:33

Ich sah diese, total schöne Schlange,
http://www.youtube.com/watch?v=NjscKdG1 ... =endscreen

Sie schlang sich bizarr in den Stummeln von abgeschlagenen Palmwedeln am Stamm entlang. Die Vögel, die dort ihre Jungen hatten machten höllischen Lärm. Deshalb wurde ich aufmerksam und schaute neugierig nach.
Poah, welch geiles Muster und stattliche Länge!!
Ich wetzte in die Küche, holte Fotoaparat....aber SIE war wecccchhhh.. :cry: verschwunden im Dickicht was um der Palme herum steht.
Nachts um 2 schlug Sie wieder zu....der Krach der Vögel ließ mich fast aus dem Bett fallen. Aber, mitsamt Gartenbeleuchtung und Focus....wieder nix gesehen.

Eine Schlange zu fotografieren, die mich gebissen hat, stelle ich mir fast unmöglich vor!
Ich stöberte im Internet, Sie ist ein nützlicher, ungiftiger Rattenfänger...

"Tiger Ratsnake Mica"
bezaubernd schön gemustert!!! (Frißt halt leider auch Vöge in der Nachtl!)

pura vida
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Asere » 13.02.2013, 06:49

Die schützen auch gegen die weit größeren Gefahren im Regenwald, den Zecken.


Nach meinem Wissensstand gibt es in Costa Rica keine Zecken, die wie in Deutschland gefährliche Krankheiten verbreiten.
Ich hatte mich diesbezüglich informiert, da ich eine Schutzimpfung durchführen wollte und eine Mikrobiologin wies mich darauf hin, dass dererlei Impfungen aus genannten Gründen nicht durchgeführt werden.
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Wohlleben » 13.02.2013, 11:25

In CR gibt es meines Wissens nicht die durch Zeckenbiss bekannte Boriolose

ABER!!!!!!!!!!

Ehrlichiose
Doxiciclina sind dann die helfenden Tabletten. Leider nicht für lange!

Als Ehrlichiose werden mehrere durch Bakterien der Gattung Ehrlichia hervorgerufene Krankheiten bezeichnet.
Es gibt ein Krankheitsbild beim Menschen: Humane Monozytäre Ehrlichiose (HME)
und bei Tieren: Canine Ehrlichiose (Hund)

Früher wurde auch die Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA) als Ehrlichiose (HGE) verstanden, der Erreger wurde jedoch inzwischen umkategorisiert und wird einer eigenen Art zugewiesen (Anaplasma phagocytophilum).

Kurzum, das Blut wird so dünn, dass das befallene Lebewesen innerlich "verblutet"!!
Ich habe inzwischen 3 Schäferhunde deshalb begraben.

Vor 5 Jahren gab es eine Epidemie, sodass den Tierärzten sogar das Medikament aus ging.

traurige Grüße
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Dieter_ » 13.02.2013, 14:13

Die Schäferhunde sind aber von Schlangen gebissen worden, oder ?
Mir ist in CR (im Südwesten) übrigens aufgefallen dass fast alle Hunde kleinere Hunde sind. Nur unser (amerikanischer) Hausvermieter hatte eine große Spezies. Vielleicht weil die größeren höhere Betriebskosten haben?
Dieter_
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Re: Schlangenbiss, was tun

Beitragvon Wohlleben » 13.02.2013, 14:30

:D 1 Schäferhündin wurde von einer Schlange gebissen und verstarb in der Klinik.

3 Schäferhunde an Garrapata Krankheit

Ebenso viele Hunde hier von Nachbarn.....meist wurden sie nicht älter als 2, 3 Jahre! Waren teils Nachkommen von meinem Pastor Aleman und CostaRica Michling.

Ich habe nur noch die resisdenten Mischlinge!
Z B. meinen schwarzen Tasmanischen Teufel, oder...Fliegender Hund, der sogar Palmen hoch kraxelt.
Stammt aus dem Tierschutzverein aus Atenas, gelle CostaRicaLive ??....griiins
Ist ein stolzer Bursche geworden. So groß wie ein Labrador, hat aber "Stehohren"!! :lol:

Bild

Das ist er vor 1 Jahr, ER hat noch bissl zugelegt..
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