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Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

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Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon kleiner_moritz » 30.05.2012, 06:44

Wir sind gerade vier Wochen von unserer wunderbaren Costa Rica Rundreise zurück und hängen in Gedanken dem Land immer noch nach.
Wir sind von Alajuela zuerst an die Karibikküste gereist. Puerto Viejo war unser erste Ziel.
Als ersten Nationalpark besuchten wir Cahuita. Am Nordeingang werden nicht pauschal 10 $ Eintritt verlangt, sondern dort geht es auf Spendenbasis herein. Das war uns willkommen, denn mit 2 Kindern lag jeder Eintritt bei 40 $. Da überlegt man schon, ob man für jede 2-3 Std. Wanderung die Summe bezahlen möchte oder nicht. Der Park war als Einstieg echt klasse. Wir haben uns auf eigene Faust auf den Weg gemacht, und jede Menge Tiere gesehen. Wir waren völlig begeistert.

Am nächsten Tag hatten wir eine Tour mit Rolf Blanke geplant. Das war ein idealer Einstieg in die Flora und Fauna. Er ist begeisterter Biologe, mit interessantem Hintergrundwissen und seine Frau, Juana, hat Adleraugen. Im Rahmen dieser 6-Stunden-Tour ist die Begeisterung auch für die kleinen Lebewesen bei uns allen übergesprungen.
Danach ging es weiter über Moin nach Tortuguero. Schon allein die Anreise dorthin war ein Erlebnis, - wurde aber noch durch die morgendliche Bootstour im Ruderboot getoppt.
Danach hätten wir eigentlich abreisen können, da nach unserem Geschmack der Ort sehr touristisch ist und die Wanderwege im Nationalpark sehr beschränkt (nur wenige Wege waren begehbar, viele war gesperrt.)
Für uns ging es am nächsten Morgen weiter mit einer langen Etappe bis Arenal.
Die Formation des Vulkans und das umliegende Gebiet ist toll. Allerdings ist der Vulkan schon seit 1,5 Jahren nicht mehr aktiv!!! Das ist scheinbar bislang gut geheimgehalten worden. Wir hatten dort 3 Nächte geplant. Schade, dass wir den Berg nicht dampfen oder glühen gesehen haben, allerdings haben wir die Zeit dort auch mit verschiedenen Wanderungen sehr schön verbracht.
Nun ging es weiter in den trockenen Nordwesten.
Zunächst Stopp am Rio Celeste. Wunderbarer blauer Fluss, - wirkt unecht, aber ist tatsächlich so milchig blau. Als Unterkunft hatten wir Sueno Celeste gewählt. Das war klasse. Wir hatten einen kleinen Bungalow für uns allein, der unheimlich geschmackvoll und schön eingerichtet war. Hier waren Menschen mit Herz am Werk. Auch der Empfang war sehr nett: Wir wurden in einem Gespräch über alles Mögliche in der Gegend aufgeklärt: Sehenswertes, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten usw.
Abends waren wir frischen Tilapia essen. Hier waren wir „mitten in Costa Rica“. Hier mußten wir unsere Spanisch-Kenntnisse herauskramen, denn mit Englisch kamen wir kein bißchen weiter. Das war überraschend, verläßt man nur 1 m die ausgetretenen Touristenpfade, sieht Costa Rica plötzlich ganz anders aus. Hinterher lasen wir in unserem Reiseführer, dass hier die meisten Lodges die Gäste auch abends bewirten, die Touristen so also kaum ins Dorf kommen. Unsere Vermieter legten dort aber gerade Wert drauf: Sie bewirten die Gäste abends nicht, sondern geben Empfehlungen für verschiedenen Restaurants/Sodas, - was man gerade so möchte. Danke für diese schöne Erfahrung.

Nach dem blauen Fluss ging es weiter zum Rincon de la Vieja. Dort sind wir den Weg zu den Fumarolen und Schlammlöchern gewandert. Das war echt toll und hat auch unsere Kinder sehr begeistert.
Anschließend ging es zur Entspannung ans Meer: Brasilito. Hier hatten wir uns den Playa Conchal herausgesucht, hatten aber Pech, weil dort gerade eine rote Flechenart an den Strand gespült wurde, was übel roch, nicht schön aussah und auch nicht unbedingt gesund zum Schwimmen sein soll. So wichen wir für unseren Entspannungstag an den Playa Grande aus, der schon wieder von diesen Flechten frei war.
In den folgenden 3 Tagen wollten wir vom Nordwesten hinunter auf die Osa-Halbinsel für unsere Corcovado-Wanderung. Alle freuten sich auch schon wieder auf den Anblick des verschwenderischen Grüns nach den paar Tagen im trockenen Guanacaste.
Den ersten Tag hatten wir uns bis Manuel Antonio vorgenommen. Da wir relativ gut vorangekommen sind, haben wir beim Nationalpark Carrara noch 2 Stunden Pause eingelegt. Wir hofften dort die hellroten Aras zu sehen. Ein Parkranger empfahl uns noch in den Ort Tarcoles zu fahren, dort fliegen die Aras meist gegen 16:00 Uhr in die Almendes-Bäume zum Fressen.
Gesagt, getan. Wir wurden auch fündig, allerdings haben wir nur 1 Pärchen für ca. 5 sec im Vorbeiflug gesehen. Tja, ist eben Natur und kein Zoo. Ein wenig enttäuscht machten wir uns weiter auf den Weg nach Manuel Antonio.
Der Park ist schön, aber ziemlich voll. Wir hatten es nicht anders erwartet. Es wird ja überall darüber berichtet. Doch auch schon morgens um 08:00 Uhr kommen die Gäste busseweise dort an.
Dann ging es weiter Richtung Puerto Jimenez. Und nun die große Überraschung: Die roten Aras, die wir in Carrara so gesucht haben, flogen hier scharenweise herum. Wir trauten unseren Augen nicht. Der Anblick war herrlich.
Unsere Wanderung in den Corcovado hatte ich bereits aus Deutschland mit Osatravel vereinbart. Da wir hier lange gesucht haben, unsicher waren und auch nicht so viel Informationen im Netz gefunden haben, mache ich dafür einen eigenen Thread auf, um unsere Erfahrungen zu schildern.
Hier sei nur kurz erwähnt: Es war super! Das war das Highlight unseres Urlaubs und wir sind total glücklich, dass wir diesen Trip gemacht haben, - auch wenn es sehr anstrengend war.

Nach 36 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit machten wir uns über die Berge auf den Rückweg zum Flughafen. Unser nächster Stopp war San Gerardo de Dota bei 6 Grad!
Das war eine Umstellung. Da wir Monteverde ausgelassen hatten, wollten wir hier einen Einblick in den Nebelwald bekommen und vielleicht den Quetzal sehen.
Die Nacht war völlig anders: kein Schwitzen, - dafür wurde uns eine Wärmflasche ins Bett gelegt. Herrlich, welch ein Service. Jeder freute sich über dieses kleine Geschenk. Das hätte ich mir vorher nicht denken lassen, dass ich mich in Costa Rica über eine Wärmflasche freue.
Am nächsten Tag machten wir uns früh auf, um den Quetzal zu sehen. Wir hatten uns einer Führung angeschlossen. Aber das hatte Manuel Antonio Qualität: Wir fuhren mit unserer Gruppe ca. 3 km weit, gingen eine Schotterpiste entlang und trafen dort auf – ich weiß nicht wieviele Gruppen. Alle standen sie dort, weil ein Quetzal-Pärchen sich dort ein Nest baute. Immer wenn das Männchen weiterflog, sind wir ihm gefolgt und ca. 50 bis 100 m weiter wurde wieder das Teleskop aufgestellt.
Wir haben das Quetzal-Pärchen gut gesehen, hätten es vermutlich auch nicht selbst entdeckt, wenn nicht etliche Menschen dort am Wegesrand beobachtend gestanden hätten, aber mit den Führungen, die wir sonst gemacht haben hatte es irgendwie nicht viel zu tun.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Alajuela, von wo aus wir noch den Poas besucht haben, bevor es wieder nach Deutschland zurückgeht.




Zusammenfassend:
Die Strassen waren lange nicht so schlecht, wie wir es erwartet hätten. Plötzlich steht man aber doch vor Schotterpisten, so dass unserer Meinung nach ein 4WD auch in der Trockenzeit sinnvoll ist.

Strassenschilder sind rar. Wir sind mit einer Strassenkarte (Tukan) und der digitalen Karte für Garmin wunderbar zurechtgekommen. Der Garmin hat sehr gute Dienste geleistet, da darüber immer sofort klar war, wo wir nun genau sind.

Beste Führung: Rolf Blanke
Netteste Unterkunft: Sueno Celeste
Größtes Erlebnis: Wanderung mit Felix durch den Corcovado
kleiner_moritz
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Re: Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon Beate&Thomas » 10.06.2012, 03:50

Vielen Dank für den Bericht, allein das Lesen macht schon Spass und
haben uns bereits neue Inspirationen vermittelt.
Im Januar geht´s bei uns wieder los :D :D :D
Pura vida
Beate
Beate&Thomas
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Re: Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon wandgc » 16.06.2012, 14:24

kleiner_moritz hat geschrieben:Strassenschilder sind rar. Wir sind mit einer Strassenkarte (Tukan) und der digitalen Karte für Garmin wunderbar zurechtgekommen. Der Garmin hat sehr gute Dienste geleistet, da darüber immer sofort klar war, wo wir nun genau sind.


Ich bin ja auch noch bei der Planung und habe noch zwei Fragen zu eurem wiklich schönem Reisebericht.
Wo habt ihr denn die Strassenkarte (Tukan) her?
Die digital Karte für Garmin, welche ist das, von Openstreetmap oder andere?
Vielen Dank für eure Infos
wandgc
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Re: Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon costa11 » 18.06.2012, 06:35

Bin auch gerade am rumbasteln.. .Habe eine Costa Rica Karte für mein Garmin Navi Dakota 20 hierher:

http://www.osmmaps.com/
costa11
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Re: Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon kleiner_moritz » 29.06.2012, 02:51

Die Strassenkarte haben wir bei Tukan direkt bestellt (hat ca. 3 - 4 Wochen gedauert.) und die Karte für den Garmin bei GPSTravelMaps.com
(50 Dollar).
Das war insgesamt billiger als das zusätzliche Navi für das Auto.
So habe ich vorher zu Hause alle geplanten Autorouten als Tracks erstellt und die Fahrerei vor Ort war echt ein Kinderspiel. Am kompliziertesten war es in San José. Dort haben wir uns manchmal verfahren. Aber dank des Garmin haben wir es sofort gemerkt und gedreht. Also insgesamt lief es echt gut.
- würde ich immer wieder so machen.

Liebe Grüße
Moritz
kleiner_moritz
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Re: Reisebericht von unserer grossen Costa Rica Rundreise

Beitragvon Asere » 09.07.2012, 12:42

Nun ging es weiter in den trockenen Nordwesten.
Zunächst Stopp am Rio Celeste. Wunderbarer blauer Fluss, - wirkt unecht, aber ist tatsächlich so milchig blau. Als Unterkunft hatten wir Sueno Celeste gewählt. Das war klasse. Wir hatten einen kleinen Bungalow für uns allein, der unheimlich geschmackvoll und schön eingerichtet war. Hier waren Menschen mit Herz am Werk. Auch der Empfang war sehr nett: Wir wurden in einem Gespräch über alles Mögliche in der Gegend aufgeklärt: Sehenswertes, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten usw.
Abends waren wir frischen Tilapia essen. Hier waren wir „mitten in Costa Rica“. Hier mußten wir unsere Spanisch-Kenntnisse herauskramen, denn mit Englisch kamen wir kein bißchen weiter. Das war überraschend, verläßt man nur 1 m die ausgetretenen Touristenpfade, sieht Costa Rica plötzlich ganz anders aus. Hinterher lasen wir in unserem Reiseführer, dass hier die meisten Lodges die Gäste auch abends bewirten, die Touristen so also kaum ins Dorf kommen. Unsere Vermieter legten dort aber gerade Wert drauf: Sie bewirten die Gäste abends nicht, sondern geben Empfehlungen für verschiedenen Restaurants/Sodas, - was man gerade so möchte. Danke für diese schöne Erfahrung.


Das war auch meine Erfahrung! Wer nicht die ausgetretenen Touristenpfade gehen will, sollte in den Norden. Hoffe nur, durch unsere Empfehlungen ändert es sich nicht so schnell :roll:
Asere
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